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Daimler-Aktie vor Kursverdopplung

Foto: Daimler AG

Die Daimler-Aktie (WKN: 710000) steht seit dem Börsencrash im Frühjahr heute zum Glück schon wieder deutlich besser da. Für langjährige Daimler-Aktionäre ist die Kursausbeute dennoch mehr als bescheiden. Das kürzlich vorgestellte Strategie-Update für die Pkw-Marke Mercedes-Benz könnte der Daimler-Aktie nun aber Flügel verleihen. Vielleicht sogar für eine Kursverdopplung sorgen.

Die Luxus-Wette der Daimler-Verantwortlichen

Der Daimler-Konzern drängte die Marke mit dem Stern in den vergangenen Jahren immer stärker ins Volumen-Segment. Daraus entstanden Modellreihen wie die A-Klasse oder auch die B-Klasse. Das hat dem Kurs der Daimler-Aktie bekanntlich nicht geholfen. Daher soll sich das von nun an wieder ändern. Mercedes-Benz soll künftig wieder deutlich stärker für Luxus stehen.

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Der Vorteil dieser Neuausrichtung liegt in den deutlich besseren Wachstumsprognosen bei Premium- und Luxus-Pkws. Angetrieben von einer voraussichtlich immer größeren Anzahl von wohlhabenden Privatpersonen. Besaßen 2019 nur 52 Millionen Menschen weltweit ein investierbares Vermögen von mehr als 250.000 Euro, sollen es 2030 stolze 95 Millionen sein.

Die Flucht ins Luxus-Segment sehen dabei bei Weitem nicht alle Autobauer als die beste Idee. Beispielsweise die Verantwortlichen des Börsenlieblings Tesla. Dort ist man im Vergleich zur Daimler-Aktie nicht nur an der Börse in anderen Sphären unterwegs, sondern entwickelt sich auch beim Produktangebot in eine andere Richtung. Kürzlich verkündete man die Erweiterung der Fahrzeug-Palette um ein Modell unterhalb des Model 3. Wobei bei dieser Entscheidung von Elon Musk wohl auch die Tesla-Mission eine Rolle gespielt haben könnte. Schließlich will man dort den Übergang zu nachhaltiger Energie beschleunigen. Und da ist der Hebel im Volumen-Segment bedeutend größer.

Blickt man auf die Luxusmarken innerhalb der Mercedes-Benz-Markenwelt, wird deutlich, die neue Strategie ist im Kleinen bereits in der Vergangenheit aufgegangen. Von 2011 bis 2019 steigerten sich die Absatzzahlen der Marken AMG, G-Klasse und Maybach von überschaubaren 11.000 auf beinahe 160.000 Fahrzeuge. Selbstverständlich soll es auch bei diesen Marken künftig elektrische Modelle geben.

Genauso wie die Luxus-Ambitionen von Mercedes-Benz nicht gänzlich neu sind, sind es auch die Ambitionen in Sachen Profitabilität nicht. Aber die Ernsthaftigkeit bei diesem Thema soll in Stuttgart nun deutlich zulegen. Um am Ende auch der Daimler-Aktie Flügel zu verleihen.

Profitabilität vor Umsatzwachstum und verknappte finanzielle Ressourcen

Nein, Mercedes-Benz will nicht aufgeben, so viel Autos wie möglich zu verkaufen. Aber während früher oftmals neue Absatzrekorde wichtiger waren als der letzte Zehntelprozentpunkt Profitabilität, soll nun der Profit klar an erster Stelle stehen. Dabei helfen natürlich nicht nur höhere Verkaufspreise aufgrund der stärkeren Fokussierung auf das Luxus-Segment, sondern auch eisenhartes Kostenmanagement.

Die variablen Kosten sollen ausgehend von 2019 um jährlich 1 % reduziert werden. Das klingt nach nicht besonders viel. Berücksichtigt man aber, dass diese Kostenpositionen oftmals still und heimlich um 1, 2 oder gar 3 % pro Jahr zulegen, sind das ambitionierte Ziele. Noch strenger ist man allerdings bei den Fixkosten. Diese sollen bis 2025 um 20 % gedrückt werden. Das sorgt nicht nur in Zeiten von voller Auslastung für hohe Gewinnmargen, sondern schützt gleichzeitig auch die Profitabilität bei Absatzflauten.

Ebenso ambitioniert ist der Deckel bei den Investitionen und Forschungsausgaben. Diese sollen ebenfalls um 20 % reduziert werden. Der dadurch aufkommende Kampf konkurrierender Projekte um knappes Kapital, soll gleichzeitig die Kapitalallokation verbessern. Sodass künftig bei Mercedes-Benz wirklich nur die besten, sprich die profitabelsten Projekte freigegeben werden

Lasst uns nun aber endlich dazu kommen, was all diese Anstrengungen für die Daimler-Aktie bedeuten könnten.

So könnte sich die Daimler-Aktie verdoppeln

Sollten die Stuttgarter diese Ziele tatsächlich erreichen, verspricht man sich am Ende deutlich bessere Gewinnmargen. Abhängig von der Umsatzentwicklung zwischen 5 und über 10 %. Das dürfte alle Beobachter und Eigentümer der Daimler-Aktie freuen. Denn auch bei der Umsatzprognose ist man optimistisch. Daimler-Finanzvorstand Harald Wilhelm sprach davon, im Jahr 2025 im besten Falle rund 2,5 Mio. Pkws verkaufen zu können. Das wäre gleichbedeutend mit einem Jahresumsatz von rund 100 Mrd. Euro und einem operativen Ergebnis von mindestens 10 Mrd. Euro.

Selbst bei weniger rosigen Umsatzzahlen im Jahr 2025, sagen wir 20 % weniger als im von Wilhelm skizzierten optimistischen Szenario, sprechen wir von 80 Mrd. Euro Umsatz und einem operativen Ergebnis von mindestens 4 Mrd. Euro. Wäre man bereit, das Zehnfache des operativen Ergebnisses für eine Daimler-Aktie zu bezahlen, wäre alleine das Pkw-Geschäft dann also 40 bis 100 Mrd. Euro wert.

Das wäre in der Spitze beinahe eine Verdopplung des heutigen Aktienkurses. Der wohlgemerkt auch die anderen Geschäftsfelder des Daimler-Konzerns – Lkws, Busse und Finanzdienstleistungen – beinhaltet. Sollte der Plan im Pkw-Segment also wirklich aufgehen, könnten auf die erste Verdopplung vielleicht sogar weitere Kurssteigerungen folgen.

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Sven besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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