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Siemens Energy: Problemkind oder neue Dividendenperle?

Foto: Getty Images

In wenigen Tagen ist es so weit. Siemens Energy wird vom Mutterkonzern Siemens (WKN: 723610) abgespalten und als eigenständiges Unternehmen an der Börse gelistet.

Aber was steckt eigentlich dahinter? Möchte Siemens nur ein Problemkind loswerden, oder ergibt sich hier eine attraktive Investitionsgelegenheit?

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In den kommenden Jahren bestenfalls leichtes Wachstum

Nun, es könnte eine Mischung aus beidem sein. Ein klassisches Problemkind, das man um jeden Preis loswerden möchte, ist Siemens Energy definitiv nicht. Aber für den Mutterkonzern ist es schon eine Art von Problemkind, denn der Geschäftsbereich wächst nur sehr langsam.

Die Energiebranche befindet sich in einem massiven Umbruch. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird die weltweite Stromproduktion mehr und mehr auf erneuerbare Energien setzen. Daher stagniert das Geschäft mit klassischen Kraftwerken seit einigen Jahren. Für die kommenden Jahre rechnet Siemens Energy daher auch nur mit einem Umsatzwachstum zwischen 0 % und 3 %. Doch schon das wird wahrscheinlich ein Kraftakt. Denn in den vergangenen Jahren ist der Umsatz bereits leicht unter Druck geraten. Nachdem im Geschäftsjahr 2017 noch ein Umsatz von 30 Mrd. Euro erzielt wurde, ist der Wert im vergangenen Geschäftsjahr auf nur noch 28,8 Mrd. Euro gefallen.

Noch schlimmer hat sich der Gewinn entwickelt. 2017 lag der Nettogewinn bei 960 Mio. Euro. Davon war im vergangenen Geschäftsjahr nicht mehr viel übrig. Auf nur noch 282 Mio. Euro ist der Nettogewinn in dem Zeitraum zusammengeschmolzen. Im laufenden Geschäftsjahr hat Siemens Energy pandemiebedingt bisher einen riesigen Verlust ausgewiesen. Insgesamt hat man in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1,5 Mrd. Euro verloren.

Im kommenden Geschäftsjahr möchte Siemens Energy aber bereits wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Dann soll der Gewinn auch wieder etwa die Größenordnung des letzten Geschäftsjahres erreichen. Es ist also mit einem Gewinn in der Größenordnung von 200 Mio. Euro zu rechnen. Langfristig soll die Marge sogar das Doppelte erreichen. Dann könnte man wieder Gewinne wie in besten Zeiten erwirtschaften, sofern es gelingt die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

Aber womit verdient Siemens Energy eigentlich sein Geld?

Neben dem klassischen Bau von Kraftwerken, zum Beispiel der Herstellung von Gasturbinen, ist Siemens Energy auch im Bereich der Übertragungsnetze tätig und profitiert damit in Zukunft vom steigenden Strombedarf und der Mobilitätswende. Und natürlich gehört auch eine Beteiligung an Siemens Gamesa (WKN: A0B5Z8) zum neuen Konzern. Siemens Energy wird 67 % der Aktien von Siemens Gamesa halten und es als Geschäftsbereich konsolidieren. Das hat für Siemens Energy den großen Vorteil, dass man in den kommenden Jahren von der Erholung am Markt für Windenergie profitieren kann. Insgesamt ist Siemens Energy damit sehr solide aufgestellt und kann in den kommenden Jahren die Abhängigkeit von der Herstellung und Wartung der Gasturbinen reduzieren.

In den kommenden Jahren rechnet Siemens Energy auch wieder mit steigenden Gewinnen. Das ist für Aktionäre eine sehr erfreuliche Entwicklung. Der Konzern möchte zwischen 40 und 60 % der Gewinne in Form einer Dividende an seine Aktionäre auszahlen. Je mehr Gewinn, desto höher die Dividende also.

Insgesamt ist Siemens Energy sehr gut für die Herausforderungen, die in den kommenden Jahren auf den Energiemarkt zukommen werden, aufgestellt. Mit Siemens Gamesa und dem Transmission-Geschäftsbereich wird man von der Energiewende profitieren und in den kommenden Jahren voraussichtlich auch die Profitabilität des Gesamtkonzerns wieder steigern können. Dank des margenstarken Servicegeschäfts dürften die Ergebnisse zudem wenig schwankungsanfällig sein, was eine stabile Dividende begünstigt. In den kommenden Jahren könnten daher hohe Dividendenzahlungen winken.

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