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Deutsche Bank: Könnten Aktionäre von einer möglichen Übernahme durch die UBS profitieren?

Für Aktionäre der Deutschen Bank (WKN: 514000) waren die letzten zehn Jahre extrem hart. Jahr für Jahr gab es neue Hiobsbotschaften zu Strafzahlungen, teuren Umstrukturierungen und Strategiewechseln. Der Aktienkurs ist in dem Zeitraum um mehr als 80 % eingebrochen. Doch gerade da es nach langer Zeit so aussieht, als könnte das Schlimmste überstanden sein, gibt es plötzlich Gerüchte, der Schweizer Konkurrent UBS könnte Interesse an einer Übernahme haben.

Könnte an den Gerüchten etwas dran sein und könnte sich die UBS die Übernahme überhaupt leisten? Wenn ja, was bedeutet das für die Aktionäre der Deutschen Bank?

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UBS steht finanziell glänzend da

Zunächst einmal dürfte es für die UBS finanziell keine großen Probleme darstellen, die Deutsche Bank zu übernehmen. Denn an der Börse ist die UBS derzeit mit mehr als 36 Mrd. Euro bewertet (Stand: 21.09.2020). Die Deutsche Bank kommt dagegen aktuell nur auf eine Bewertung von knapp über 15 Mrd. Euro (Stand: 21.09.2020).

Im Gegensatz zur Deutschen Bank hat die UBS ihre Probleme nach der Finanzkrise schnell hinter sich gelassen und steht daher heute weitaus besser da. Das zeigt sich auch in der Profitabilität. Selbst in der ersten Hälfte des laufenden Jahres hat die UBS ihren Gewinn um 12 % gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 2,8 Mrd. Dollar gesteigert. Und das bei einem deutlich geringeren Kapitaleinsatz, als er bei der Deutschen Bank nötig gewesen wäre. Denn die Rendite auf das eingesetzte Kapital lag in dem Zeitraum bei exzellenten 15,4 %! Die Deutsche Bank hat sich selbst in den Zielen für 2022 nur 8 % vorgenommen.

Geschäftsbereiche ergänzen sich

Die Deutsche Bank würde vermutlich gut zur UBS passen, da man in ähnlichen Bereichen tätig ist, aber in unterschiedlichen Bereichen seine Stärken hat. Beispielsweise ist die Deutsche Bank stärker im Investmentbanking vertreten als die UBS. Dafür ist die UBS sehr viel stärker im Bereich der Vermögensverwaltung vertreten und verdient dort sehr viel Geld.

Aber gleichzeitig würde sich die UBS auch im Bereich der Privatkunden erheblich verstärken. In Deutschland sind die Schweizer in diesem Segment praktisch nicht aktiv, wohingegen die Deutsche Bank nach Marktanteilen einer der größten Anbieter ist.

Übernahme ohne gigantische Kapitalerhöhung undenkbar

Trotz allem bleiben aber erhebliche Zweifel, ob die Übernahme sinnvoll wäre und überhaupt genehmigt werden würde. Da ist zum einen die Frage nach der Finanzierung. Zwar verfügt die UBS über eine ordentliche Kernkapitalquote von 13,3 %. Das Ziel der UBS ist aber eine Quote von etwa 13 %. Daher wird sie voraussichtlich nicht riskieren, unter diesen Wert zu fallen. Damit bleibt also nur eine massive Kapitalerhöhung. Für ein Übernahmeangebot müsste die UBS den Aktionären der Deutschen Bank aber eine ordentliche Prämie bieten. Angenommen die UBS wäre bereit, eine Prämie von 20 %, also etwa 8,4 Euro je Aktie zu zahlen, müsste man ganze 18 Mrd. Euro für die Deutsche Bank auf den Tisch legen.

Beim aktuellen Kurs von 9,65 Euro je Aktie (Stand: 21.09.2020) ist die UBS insgesamt mit 34,6 Mrd. Euro bewertet. Das bedeutet, man müsste eine Kapitalerhöhung um etwa 50 % vornehmen! Das klingt dann doch eher utopisch, denn es dürfte den Aktionären nur schwer vermittelbar sein, eine so gigantische Kapitalerhöhung für ein krisengeplagtes Institut wie die Deutsche Bank durchzuziehen. Sollte es aber dazu kommen, können sich die Aktionäre der Deutschen Bank darüber freuen, an einer noch größeren und vermutlich profitableren Großbank beteiligt zu sein.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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