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Obacht! Blankoscheck-Aktien sind der neueste Trick der Wall Street

Foto: Getty Images

Die Finanzjongleure der Wall Street sind ständig auf der Suche nach neuen Wegen, um große Kapitalsummen einzusammeln und lukrative Deals einzufädeln. Die Spielarten sind vielfältig. Vor der Finanzkrise boomten Private-Equity-Fonds.

Nun boomt eine Variante: Blankoscheck-Unternehmen, die in den USA auch auf das Kürzel SPAC hören. Wurde hier der Stein der Weisen gefunden oder handelt es sich um ein weiteres Symptom dafür, dass dort irgendetwas falsch läuft?

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Darum geht es bei SPACs

SPAC steht für Special Purpose Acquisition Company und damit für eine Gesellschaft mit dem speziellen Unternehmenszweck, dass eine Übernahme getätigt werden soll. Dabei gibt es Ähnlichkeiten zu Mantelgesellschaften oder Vorratsgesellschaften. Allerdings geht die Initiative zur Fusion ganz gezielt von den SPACs aus und es gibt spezielle Regelungen. Im Wesentlichen funktioniert es wie folgt:

  1. Für eine neue SPAC wird von verschiedenen Investoren Geld eingeworben und ein Börsengang organisiert.
  2. Das einbezahlte Eigenkapital fließt zunächst in einen Trust, der in risikoarme kurzfristige Staatsanleihen investiert.
  3. Die Investoren erhalten im Gegenzug Aktien der neuen SPAC sowie separat handelbare Bezugsrechte (Warrants & Rights).
  4. Dann startet die Dealperiode, in der das Management des Initiators (IPO-Sponsor) über einen Zeitraum von wenigen Jahren ein geeignetes Übernahmeobjekt sucht.
  5. Wird ein Deal durchgeführt, dann werden die Investoren an einem operativen Unternehmen beteiligt sein und können ihre Rechte ausüben; wenn nicht, dann bekommen sie ihren verzinsten Einsatz abzüglich Managemententgelten zurück.

Das alles ist eigentlich nichts Neues. Laut SPAC Research wurde bereits 2013 eine Summe von 1,4 Mrd. US-Dollar eingesammelt, die für zehn Börsengänge dieser Art eingesetzt wurde. Neu ist allerdings das Volumen. Schon 2019 war es zehnmal so viel wie 2013. Noch beeindruckender: Im laufenden Jahr sind wir schon jetzt beim Dreifachen von 2019. Allein für den 11. September listet IPO Scoop vier weitere, die gerade angefangen haben, ihren Börsengang voranzutreiben.

Die Vorteile von SPACs

Es scheint eine Win-win-Situation für alle Beteiligten zu sein:

  • Die Investoren sind entweder an einem spannenden Deal beteiligt oder bekommen ihr Geld zurück.
  • Das Übernahmeobjekt spart durch die Fusion mit einem SPAC eine Menge Aufwand für die Organisation eines traditionellen Börsengangs.
  • Der IPO-Sponsor profitiert davon, dass er das für eine Transaktion notwendige Kapital bereits zur Hand hat und sich so voll auf die Deal-Einfädelung konzentrieren kann.

Für Unternehmen in privater Hand stellt der SPAC-Boom eine großartige Chance dar, zügig an Wachstumskapital zu kommen. Deshalb geht die Initiative für einen Deal nicht immer primär von den SPACs aus. Vielmehr kann das Zielobjekt bei verschiedenen SPACs die günstigsten Konditionen aushandeln. Das Ziel heißt schließlich, möglichst viel Geld für möglichst wenig Anteile in die Kassen zu spülen.

Was den SPAC-Boom zuletzt zusätzlich angefeuert hat, waren einige spektakuläre Deals, darunter Virgin Galactic (WKN: A2PTTF), die über einen SPAC von Social Capital Hedosophia an die Börse gekommen ist, und Nikola Corp. (WKN: A2JQN0), die dafür die VectoIQ Acquisition Company nutzte. Solche Deals haben Millionäre gemacht und für ein riesiges Medienecho gesorgt.

Darum sind SPACs möglicherweise gefährlich

Dass SPACs auch häufig Blankoscheck-Unternehmen genannt werden, weist darauf hin, dass die Investoren hier dem Management des IPO-Sponsors ihr volles Vertrauen schenken. Sie geben ihm einen Blankoscheck, mit dem es auf Deal-Suche gehen kann. Das kann in vielen Fällen gutgehen, dürfte aber auch gelegentlich zu Interessenkonflikten führen. Schließlich geht es dabei um viele Millionen und gehebelte Optionsrechte. Außerdem werden Anreizprogramme für das künftige Management vereinbart, über die sich das Management zusammen mit den IPO-Sponsoren bereichern kann.

Ursprünglich waren hierzulande unbekannte Akteure wie I-Bankers Securities führend in diesem Segment. Doch in den letzten Jahren haben die großen Investmentbanken den Markt übernommen. Auch Credit Suisse (WKN: 876800), UBS (WKN: A12DFH) und die Deutsche Bank (WKN: 514000) spielen ganz vorne mit. Credit Suisse führt in diesem Jahr sogar das Ranking mit 17 Deals und einem Volumen von 6 Mrd. US-Dollar an.

Diese SPAC-Welle bedeutet für mich, dass hier viel spekulatives Kapital fließt und gleichzeitig die Qualität der Deals sinken könnte. Schließlich müssen die Investmentbanken im Schnellverfahren hochqualifizierte Teams aufsetzen, die nun alle gegeneinander antreten, um eine lukrative Transaktion einzufädeln.

Möglicherweise geht es auch primär darum, das Interesse von unerfahrenen Anlegern zu schüren, die sich von den wenigen großen Erfolgen der jüngeren Vergangenheit blenden lassen. Die freie Handelbarkeit der SPAC-Anteile erlaubt es schließlich, jederzeit mit Gewinn auszusteigen. Wer hingegen zu einem erhöhten Kurs einsteigt, für den drohen sowohl Verluste, wenn kein Deal stattfindet, als auch, wenn eine Transaktion durchgezogen wird, die keinen Mehrwert bringt. Statt Win-Win haben wir dann Lose-Lose.

Ein Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient

Einerseits ergeben sich bei SPACs außergewöhnliche Chancen für Anleger, weil wir uns über sie — sozusagen bereits im Vorfeld — an spannenden Unternehmen beteiligen können. Bei einem aktuellen Deal wie dem Elektrofahrzeugbauer Canoo, der bei Hennessy Capital Acquisition Corp. IV (WKN: A2PHH7) unterschlüpfen will, können wir möglicherweise etwas lernen.

Auf alle Fälle sind hier einige ungesunde Entwicklungen erkennbar und es drohen heftige Nebenwirkungen. Deshalb sehe ich dieses Segment eher kritisch und bevorzuge handfeste billige Aktien.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Akten von Virgin Galactic Holdings Inc.

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