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Gazprom-Aktie: Wie steht es jetzt eigentlich um die fundamentale Bewertung?

Die Aktie von Gazprom (WKN: 903276) kennt in diesen Tagen bloß ein Thema: Nord Stream 2. Das Ringen um die Finalisierung des eigentlich fast fertigen EU-Projektes geht in eine weitere Runde. Neben den angekündigten und zuletzt konkret angedrohten US-Sanktionen ist es jetzt allerdings ein aufkeimender deutscher und europäischer Widerstand, der polarisiert. Auf der Suche nach einer angemessenen Sanktion auf den Fall Nawalny ist das Projekt in den Fokus geraten mit einem ungewissen Ausgang.

Das hat zuletzt die Aktie ebenfalls belastet. Zeit daher, einen Blick darauf zu werfen, wie es jetzt um die fundamentale Bewertung von Gazprom bestellt ist. Kleiner Hinweis vorab: Rein fundamental sieht die Aktie sehr preiswert aus. Es gibt allerdings eine Menge bei den Aussichten zu beobachten.

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Die fundamentale Bewertung im Blick

Wie wir mit Blick auf den Aktienkurs jedenfalls feststellen können, ist das Bewertungsmaß in letzter Zeit bedeutend preiswerter geworden. Momentan notiert die Aktie auf einem Aktienkurs von 174,12 Russischen Rubeln (09.09.2020, maßgeblich für alle Kurse). Damit haben die Anteilsscheine in den letzten Monaten kräftig nachgegeben.

Gemessen an einem 2019er-Gewinn je Aktie von 53,47 Russischen Rubeln beliefe sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis zum jetzigen Zeitpunkt auf lediglich 3,25 und bei einer zuletzt ausgezahlten Dividende von 15,24 Russischen Rubeln läge die Dividendenrendite bei attraktiven 8,75 %. Zwei Kennzahlen, die ein günstiges Bewertungsmaß skizzieren.

Auch der Buchwert je Aktie liegt mit 595,79 Russischen Rubeln bedeutend über dem momentanen Kursniveau. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis läge bei lediglich knapp 0,3. Der Jahresumsatz von 323,55 Russischen Rubeln liegt ebenfalls über dem aktuellen Kursniveau. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,54 verdeutlicht ebenfalls die vermeintlich preiswerte Ausgangslage.

Beachtenswert ist allerdings, dass Gazprom in diesem Jahr als Erdgaskonzern die niedrigeren Erdgaspreise teilweise mitbekommt. Sowie auch, dass die Öltochter alles andere als profitabel ist. Innerhalb des ersten Halbjahres gab der Umsatz um 29 % nach, der Nettogewinn sank sogar um 95 %. Das könnte die Bewertung ansteigen lassen. Beziehungsweise auch dazu führen, dass die Dividende im nächsten Jahr sinken wird. Gazproms Management konzentriert sich bei der Dividende schließlich künftig auf das Ausschüttungsverhältnis, wo sinkende Gewinne zu weiteren Kürzungen führen dürften.

Gazprom: Durchwachsene Aussichten!

Zudem sind die Aussichten von Gazprom bestenfalls als durchwachsen zu skizzieren. Nord Stream 2 ist dabei bloß ein Thema, das belasten könnte. Unter anderem Abschreibungen könnten die künftigen Ergebnisse belasten, sollte es zu einem Baustopp kommen. Positiv zu werten ist allerdings, dass es mit Power of Siberia und Turkish Stream zumindest zwei Projekte gibt, die reibungsloser verlaufen. Und mit bedeutend weniger öffentlichem Interesse.

Trotzdem, der Markt der fossilen Brennstoffe ist aus dem Gleichgewicht: Die niedrigen Preise von Öl und Erdgas könnten kurz- und mittelfristig weiter belasten. Gazprom profitiert zwar von indexierten, vertraglich festgeschriebenen Abnahmepreisen. Allerdings verwässern die niedrigen Notierungen allmählich auch diese Werte.

Gazprom könnte daher weiterhin eine in mehr als einer Hinsicht schwierige Zeit bevorstehen. Foolishe Investoren sollten das entsprechend würdigen, wenn sie die günstige Bewertung kontextuieren möchten.

Gazprom-Aktie: Jetzt ein Schnäppchen?

Ob die Aktie von Gazprom daher jetzt ein Schnäppchen ist, das sollten sich Foolishe Investoren gut überlegen. Eine größere Risikoseite ist definitiv vorhanden, die natürlich auch in einem Turnaround und in Chancen münden kann. Allerdings bleibt der Markt fürs Erste aus dem Gleichgewicht. Eine günstige Bewertung ist zwar vorhanden. Manchmal ist das aber eben nicht alles.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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