The Motley Fool

Von Börsencrashs und überkauften Märkten

Seit dem Börsencrash im März dieses Jahres sind wieder einige Wochen ins Land gekehrt. Als wir uns am Anfang des Jahres mitten in der Corona-Baisse befanden, konnte wohl kaum einer ahnen, dass die Börsenindizes wenige Monate später zum Teil neue Höchststände markieren würden – oder sich zumindest rapide erholt hätten.

Doch genau das ist eingetroffen. Die Erholungsrallye hat den DAX auf etwa 13.000 Zähler befördert, der Dow Jones notiert über 27.500 Punkte, und der NASDAQ liegt bei über 11.000 Punkten (Stand: 08.09.2020 am Nachmittag). Letzterer ist sogar noch höher gestanden, bevor der techlastige Index zu einer kleinen Korrektur ansetzte.

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Denn vor allem Technologieunternehmen genießen seit dem Ausbruch des Coronavirus gewissermaßen eine Premium-Bewertung. Viele Unternehmen aus dem Tech-Bereich werden zu zwei- oder sogar dreistelligen Multiplen ihres Umsatzes gehandelt. Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen teilweise sogar im vierstelligen Bereich.

Könnte möglicherweise eine Übertreibung am Markt vorliegen? Oder hat sich eventuell eine neue Techblase gebildet? Folgt möglicherweise bald ein heftiger Börsencrash? Drei Fragen, die ich aus meiner Warte heraus beantworten möchte. Dabei greife ich auf die Investmentphilosophie des Börsen-Altmeisters André Kostolany zurück.

Kostolanys Lehren zum Marktgeschehen

André Kostolany ist vorwiegend als erfolgreicher Spekulant bekannt. Spekulant allerdings nicht im Sinne von Daytrading, so wie es die Robinhood-Gemeinde betreibt, sondern in einem edleren Sinn. Kostolany hat versucht, durch vorausschauendes Denken und smartes Handeln bestimmte Geschehnisse oder Kursentwicklungen vorherzusagen. Grob gesagt könnte man sagen, er hat damit Geld verdient, Dinge vorauszusagen, die ohnehin eintreffen würden. Damit war er sehr erfolgreich.

Nun möchte ich natürlich niemanden überreden, Spekulant zu werden, da wir Fools langfristiges und unternehmensorientiertes Investieren großschreiben. Worauf ich hinaus möchte, ist, dass Herr Kostolany ein ausgezeichnetes Gespür für das Marktgeschehen hatte.

Die zwei Hauptpfeiler seiner Überlegungen sind der Zins und die Emotionen. Der Zins, weil es der Preis des Geldes ist. Und Emotionen, da diese an der Börse omnipräsent und für viele Kursbewegungen verantwortlich sind, genauso wie das Geldvolumen. Eine zentrale Überlegung besteht darin, zu unterstellen, dass die Aktienkurse unausweichlich steigen, wenn der Zins niedrig ist (= günstiges Geld).

Anleger ziehen Geld von Anleihen ab und reallokieren es an der Börse, während Unternehmen sich günstig refinanzieren können. Der Kapitalfluss sorgt für mehr Wachstumsmöglichkeiten und somit steigen die Kurse. Steigt der Zins, passiert das Gegenteil.

Auf gleicher Ebene mit der Entwicklung des Zinses stehen die Emotionen. Wenn etwas Schlimmes passiert, wie beispielsweise der Ausbruch des Coronavirus mit den darauffolgenden Maßnahmen, bricht Panik an der Börse aus. Diese Panik führt dazu, dass Aktien ohne rationale Überlegungen aus der Angst heraus verkauft werden. Dadurch fallen die Kurse stark, wie wir es auch im März dieses Jahres gesehen haben. Passiert irgendetwas sehr Positives (wie beispielsweise letztes Jahr die Beruhigung des Handelskrieges), steigen die Kurse.

Man könnte sagen, diese beiden Faktoren stehen in einer Art Wechselwirkung. Beide können sich aufheben, in eine Richtung gehen oder sich sogar in verschiedene Richtungen bewegen.

Geld und Emotionen beim Börsencrash im März

Beim Corona-Börsencrash im März haben wir gesehen, wohin die Panik führen kann. Nachdem klar war, dass die Regierungen und Notenbanken dieser Welt viel dafür tun werden, die Wirtschaft möglichst nicht kollabieren zu lassen, hat man gesehen, was passiert, wenn Geld die Panik überwiegt.

Die Zinsen liegen sowohl in Europa als auch nun in den USA auf Nullniveau, was zu dem oben beschriebenen Effekt an den Börsenmärkten führt – die Kurse steigen. Darüber hinaus werden enorme Mengen an Geld in Form von Soforthilfen, Subventionen und so weiter in den Markt gepumpt. Zeitgleich haben Erfolge in der Bekämpfung des Virus zu Lockerungen geführt, die die Panik abgeschwächt haben. Auch hielt sich die Presse mit schlechten Nachrichten eher zurück. Der Geldfaktor überwiegt nach Kostolanys These eindeutig, während der emotionale Aspekt eher als neutral abwartend eingestuft werden kann.

Das Ei des Kostolany als Erkennungsmerkmal eines Börsencrashs

Da nun die Herangehensweise für die Betrachtung der Marktgeschehnisse klar ist, können wir auf das Ei des Kostolany blicken. Dieses sagt aus, ob man kaufen, abwarten oder verkaufen sollte. Überdies ist es ein Indikator für eine mögliche Übertreibung oder Unterbewertung am Markt. Meiner Meinung kann man damit hervorragend ein Bild über die steigende Gefahr eines möglichen Börsencrashs gewinnen. Warum?

Ausschlaggebend ist die Übertreibung im Aufwärtstrend – in dem Fall die obere Spitze des Eis. Die untere Spitze bildet die Übertreibung im Abwärtstrend ab. Dazwischen befinden sich die Übergangsphasen.

Die Phase der Übertreibung im Aufwärtstrend beschreibt eine euphorische Börsenstimmung. Es ist sozusagen jeder dazu bereit, zu jedem Preis jede Aktie zu kaufen. Kostolany spricht in dem Zusammenhang auch davon, dass die Aktien in den Händen von zittrigen Anlegern sind. Die zittrigen Anleger heißen deswegen so, weil sie dazu tendieren, bei den kleinsten Negativbewegungen wieder zu verkaufen, nur damit ein noch zittrigerer Anleger die Aktie noch überteuerter kauft als der davor.

Die Stimmung ist einfach zu gut und es liegt entweder in einzelnen Branchen oder dem gesamten Markt eine Überbewertung vor. Am schlimmsten ist diese Phase laut Kostolany, wenn Putzfrauen damit beginnen, Börsentipps zu geben.

Sollte man auf den Börsencrash warten oder jetzt Aktien kaufen?

Meiner Meinung nach haben sich die Aktienmärkte viel zu schneller erholt und spiegeln nur in wenigen Fällen noch die Realwirtschaft wider. Vor allem Technologieunternehmen werden extrem hoch bepreist, auch wenn die Kurse in den letzten Tagen etwas nachgegeben haben. Ich möchte nicht sagen, dass wir schon am Höhepunkt der Übertreibung laut Kostolany sind, aber möglicherweise auf dem besten Weg dahin. Ein Börsencrash oder zumindest eine notwendige Korrektur ist daher nicht mal so abwegig.

Kaufe ich daher keine Aktien mehr oder verkaufe sogar meine Anteile? Nein, das tue ich nicht. Wie gesagt, ich bin kein Spekulant und möchte auch niemanden dazu ermutigen. Ich finde lediglich, dass die Thesen Kostolanys äußerst clever sind. Sie helfen mir dabei, Marktbewegungen besser zu verstehen und mich auf einen möglichen Börsencrash vorzubereiten.

Das mache ich, indem ich mir bewusst werde, welche Unternehmen ich mir ins Depot holen möchte, wenn es die entsprechenden Aktien zum Discount-Preis gibt. Bis es so weit ist, kaufe ich dennoch Aktien. Dabei gehe ich selektiv vor und suche nach unterbewerteten Unternehmen. Das Ei des Kostolany ist im Übrigen auch für Einzelaktien anwendbar.

Überkaufte Märkte sind oft irrational, aber sie können langfristig und unternehmensorientierten Investoren großartige Chancen eröffnen, wenn es mal zum Börsencrash kommt. Daher lohnt es sich, den Markt im Blick zu behalten.

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