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3 ignorierte Szenarien, die die Börsen einbrechen lassen könnten

Die Zeiten sind nie perfekt. Geopolitische Spannungen, Klimawandel und Terrorismus sind nur drei Beispiele, die regelmäßig auf die Stimmung drücken. An den Aktienmärkten perlt das meiste davon jedoch in der Regel ab, weil der Fortschritt nicht aufzuhalten ist, die Notenbanken die Geldschleusen offenlassen und Unternehmen meistens Wege finden, sich mit den Realitäten zu arrangieren.

Doch Aktien sind zuletzt wieder richtig teuer geworden, was bedeutet, dass der Markt eher damit rechnet, dass sich das Umfeld über die kommenden Quartale und Jahre verbessert. Falls hingegen eines der drei folgenden bisher noch wenig beachteten Szenarien eintritt, dann drohen starke Kursrückgänge.

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Nr. 1: COVID-19 bleibt ungelöst

Die Coronakrise hat im März die Aktien in den Keller geschickt. Doch seither wurde die Hoffnung auf eine baldige Verfügbarkeit von wirksamen Impfungen und Therapien immer wieder mitverantwortlich für starke Kursanstiege gemacht. Sollte es rund um den Jahreswechsel etwas geben, dann wäre die Coronakrise von 2020 vielleicht nur eine kleine Delle im seit 2009 anhaltenden Aufwärtstrend.

Doch was, wenn nicht? Zwar bin ich eigentlich recht überzeugt davon, dass bei dem wohl größten koordinierten Forschungsprogramm aller Zeiten – mit mehr als 150 Impfstoffkandidaten und zahlreichen Therapieansätzen – bald greifbare Ergebnisse herauskommen.

Es muss allerdings ein komplexes Molekül gefunden werden, das präzise gegen Coronaviren wirkt, ohne den Organismus übermäßig zu schädigen. Die größte Herausforderung bei Therapien besteht daher wohl in der Verträglichkeit der heilenden Dosis. Bei Impfstoffen wiederum macht die Dauerhaftigkeit der Immunität am meisten Sorgen.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation gab Anfang August zu verstehen, dass es womöglich niemals eine Therapie geben wird, die bei allen Arten von Patienten wirkt. Gleichzeitig könnte es noch Jahre dauern, bis einer der Impfstoffkandidaten als ausreichend wirksam und sicher eingestuft wird. Einen Denguefieber- oder HIV-Impfstoff gibt es schließlich auch noch nicht.

Vielerorts werden deshalb bereits Worst-Case-Szenarien ausgearbeitet. Große Verwerfungen wären dann absehbar. Sollten die Hoffnungen auf gute Nachrichten im nächsten Quartal enttäuscht werden, dann droht Schlimmes für die Börsen.

Nr. 2: Soziales Kapital schwindet

Die erfolgreichsten Volkswirtschaften sind diejenigen, die über ein hohes soziales Kapital verfügen. Wenn wir uns einander vertrauen und grundsätzlich an das Gute im Menschen glauben, wenn Hilfsbereitschaft anerkannt statt ausgenutzt wird und wenn das Gemeinwohl ebenso wichtig ist wie die persönlichen Interessen, dann funktionieren die Dinge einfach besser.

Skandinavische Länder gewinnen meistens Ländervergleiche. Dort geht die große Mehrheit der Bevölkerung davon aus, dass man den meisten Menschen vertrauen kann. In Ländern wie Türkei, Brasilien und Südafrika sehen es weniger als ein Viertel so. Dieser Faktor definiert sicherlich einen großen Teil des Wohlstands – und er ist bedroht.

Mohamed El-Erian, Chefökonom der Allianz (WKN: 840400), kommentierte vor wenigen Tagen, dass die wirtschaftliche Erholung langsamer als erhofft kommen könnte, weil die Menschen sich nicht vertrauen. Es sei praktisch unmöglich, zu wissen, ob der jeweils andere gesund ist. Das würde die ökonomische Aktivität auf vielen Gebieten ausbremsen.

Ich denke jedoch, dass das Problem noch größer ist. Die Tatsache, dass der US-Präsident seit vier Jahren Eiferer jeder Art fördert, führt zu einer unglaublichen Polarisierung, die längst auch über den Atlantik geschwappt ist. Bei all den durchtriebenen Taktiken zur Meinungsmache kennt sich keiner mehr aus. Die Lage ist kompliziert, egal ob es um COVID-19, Klima oder die übermäßige Konzentration von Macht geht.

Vielen von uns dämmert, dass „weiter wie bisher“ ins Desaster führt. Doch wenn wir eine Revolution brauchen, wie sollte die im Detail aussehen? Darüber gehen angesichts der Komplexität die Meinungen weit auseinander. Diejenigen allerdings, die einfache Antworten bieten, finden immer mehr Zulauf, auch wenn sie noch so bizarr sind. Das wirkt zermürbend auf das Vertrauen in die Mitmenschen.

Meine Beobachtung ist, dass aktuell Sozialkapital mit einer atemberaubenden Rate vernichtet wird. Auf die ein oder andere Weise wird davon auch die Wirtschaft betroffen sein, denn ohne sozialen Frieden und Kooperationsbereitschaft kann sich unternehmerischer Geist kaum entfalten. Hält der Trend an, dann werden die Unternehmensgewinne in Mitleidenschaft gezogen.

Nr. 3: Inflationserwartungen steigen

Eine dritte Sorge betrifft die Inflationserwartungen. Diese sind ein entscheidender Kurstreiber. Solange die Marktteilnehmer davon überzeugt sind, dass sich die Zinsen noch viele Jahre oder sogar Jahrzehnte um den Nullpunkt herum bewegen, sind Aktien zu fast jedem Preis attraktiv.

Als die langfristigen Zinsen eher im Bereich von 5 % lagen, verlangte der Markt Aktienrenditen im Bereich von vielleicht 8 bis 10 % pro Jahr, was einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10 bis 12 entspricht. Bei langfristigen Zinsen von 0 % könnte man sich mit 3 bis 5 % begnügen, woraus sich ein KGV von 20 bis 33 ableitet. Es ergeben sich bei gleichem Gewinnniveau folglich mindestens doppelt so hohe Kurse.

Das Gleiche gilt aber auch andersherum. Obwohl zuletzt vermehrt das Schreckgespenst der Hyperinflation durch die Presse geisterte, blenden die Börsen dieses Szenario bisher weitgehend aus. Doch die Krise leert vielerorts die Staatskassen. Zwar helfen die Zentralbanken aus, wo sie können, doch irgendwann wird die Rechnung präsentiert.

Es sind verschiedene Wege denkbar, wie die Kaufkraft sinken könnte. Vielleicht steigt die Nachfrage wegen einer Flucht in Sachwerte schneller als das Angebot. Oder Steuern und Abgaben werden erhöht. Oder ein Absenken der Bonität zwingt zu Zinserhöhungen, mit schwer kalkulierbaren Folgen. Zwar wird die Inflation selbst voraussichtlich noch ein paar Jahre tief bleiben, doch entscheidend für Anleger sind die langfristigen Erwartungen.

Sei auf alles vorbereitet

Im Moment ist die Lage so verzwickt, dass keiner den vollen Durchblick haben kann. Vielleicht liegen wir uns im Frühjahr alle glücklich in den Armen und die Börsen feiern neue Rekorde. Falls sich allerdings abzeichnet, dass sich die Bemühungen zur Lösung der Coronakrise in die Länge ziehen, der gesellschaftliche Zusammenhalt weiter erodiert oder die Inflationserwartungen eine Wende vollziehen, dann droht Übles.

Lass uns also mit dem Schlimmsten rechnen und gleichzeitig hoffen, dass es besser kommt. Dabei gilt es, seine finanziellen Mittel klug zu verteilen, um einerseits Chancen zu wahren und andererseits auch bei ungünstigen Szenarien noch den Kopf über Wasser zu halten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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