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3 E-Commerce-Aktien, die einen riesigen Vorteil haben

Foto: Getty Images

Als Fools sind wir immer auf der Suche nach Unternehmen mit Wettbewerbsvorteilen bzw. „Gräben“. Warren Buffett definiert den „Graben“ als strukturellen Vorteil, der es Konkurrenten extrem schwer macht, sich zu etablieren. So haben Unternehmen mit einem solchen „Burggraben“ die Möglichkeit, im Laufe der Zeit riesige Renditen zu erzielen.

Ein solcher wirtschaftlicher Graben ist ein First-Mover-Vorteil, besonders wichtig für Software-, Internet- und E-Commerce-Unternehmen. Im E-Commerce zieht eine kritische Masse an Kunden mehr Verkäufer an, was wiederum mehr Käufer anzieht, und der Zyklus beginnt von Neuem. Darüber hinaus können First-Mover-Unternehmen, die über mehr Kundendaten verfügen, ihre Angebote sowohl für Käufer als auch für Verkäufer schneller verbessern.

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Kein Zufall, dass die folgenden First-Mover-E-Commerce-Unternehmen langfristig so erstaunliche Renditen für die Aktionäre erwirtschaftet haben. Die Chancen stehen gut, dass sie ihren Erfolg in den kommenden Jahren fortsetzen.

Amazon.com

Die Firma, die das Konzept des E-Commerce im Grunde erfunden hat, war Amazon.com (WKN: 906866). Amazon wurde 1994 von Jeff Bezos ursprünglich als Onlinebuchladen gegründet. Und Bezos erkannte bald, dass er so gut wie alles über diese neue Erfindung namens „Internet“ verkaufen konnte.

Amazon ist heute riesig, und doch war das Unternehmen in den frühen Nuller-Jahren nur einer von mehreren Playern im E-Commerce. Ein Wendepunkt war die Einführung von Prime im Jahr 2005. In den USA bot Prime den kostenlosen Versand binnen zwei Tagen für Millionen von Artikeln für nur 79 US-Dollar pro Jahr an. So ein Schnäppchen gab es vorher noch nie.

Ursprünglich verlor das Unternehmen bei Prime Geld, aber die Abonnements wuchsen schließlich auf eine kritische Masse an. Dadurch stieg die Nachfrage so stark, dass Amazon den Vertrieb im ganzen Land ausbauen konnte. Und das in einem Tempo, dem seine Rivalen nicht gewachsen waren.

Die führende Infrastruktur und der Kundenstamm zogen daher mehr Drittanbieter an, die in Prime einsteigen wollten. Letztlich nutzten diese Amazon für die Lagerung und den Versand ihrer Waren. Amazon war auch in der Lage, seine digitale Infrastruktur von Rechenzentren an andere Unternehmen zu „vermieten“. So wurde Amazon Web Services aufgebaut.

Prime konnte die Nachfrage von Amazon ankurbeln, die dann mehr Verkäufer anzog. Das ermöglichte es Amazon, stark in neue Technologien und Logistik zu investieren, wobei andere nicht mithalten konnten. Das wiederum führte zu neuen Geschäftsbereichen.

Im Laufe der Zeit hat Amazon weitere Angebote zu Prime hinzugefügt, darunter Eigenproduktionen, eine Kreditkarte und Rabatte bei Whole Foods. Amazon hat den Preis für das Prime-Abonnement, das jetzt 119 US-Dollar kostet und über 100 Millionen Mitglieder hat, weiter erhöht. In jüngster Zeit hat Amazon die Lieferung via Prime von zwei Tagen auf einen Tag  umgestellt.

Amazon kann zwar als eines der frühen E-Commerce-Unternehmen betrachtet werden, aber der eigentliche Vorteil für den First Mover kam mit Prime. Das hat die gesamte Landschaft vollkommen verändert.

Alibaba

Die treibende Kraft im chinesischen E-Commerce war Alibaba (WKN: A117ME). Das Unternehmen betreibt mehrere E-Commerce-Websites, darunter Alibaba.com, das Hersteller mit Unternehmen auf der ganzen Welt verbindet, Taobao, das den Verkauf von Kunden an Kunden erleichtert, und Tmall. Letztere erleichtern den Verkauf von Unternehmen an Verbraucher für größere multinationale Marken.

Das 1999 gegründete Alibaba hatte zu Beginn der aufkeimenden Internetwirtschaft Chinas einen First-Mover-Vorteil. Diesen Vorsprung konnte man auch gegenüber den Konkurrenten JD.com und Pinduoduo behaupten.

Das liegt daran, dass Alibabas kritische Masse und sein massiv profitables Geschäft es dem Unternehmen ermöglichten, in die Erweiterung des Alibaba-Ökosystems in den Bereichen Zahlungsverkehr, Cloud und Nahrungsmittellieferung zu investieren. Zu den wichtigen Innovationen gehörte die Einführung von Ant Financial, die die digitale Zahlungsplattform Alipay in China ermöglichte. Heute besitzt Alibaba 33 % von Ant Financial.

Obwohl JD.com, das über eine eigene Liefer- und Logistikinfrastruktur verfügt, Alibaba beim Versand übertrifft, konnte Alibaba dank seiner Größe immer besser werden. Alibaba kaufte vor Kurzem einen Mehrheitsanteil an Cainiao, der von Alibaba mitentwickelten Logistikplattform, die Lieferungen zwischen Drittfirmen koordiniert.

Auch Alibaba kaufte sich in den Lebensmitteleinzelhandel ein durch die Übernahme von Sun Art Retail, dem größten Supermarktbetreiber in China. So hat Alibaba die Onlinewelt mit dem stationären Einzelhandel verknüpft.

Schließlich konnte Alibaba dank seines First-Mover-Vorteils bei der Entwicklung von Cloud-Computing in China, wo das Unternehmen immer noch die Nummer 1 auf dem Markt ist, die Nase vorn haben. Das Videoangebot von Yokou Tudou ist in China einer der drei führenden Videostreaming-Dienste und gehört ebenso zu dem Unternehmen.

Trotz des intensiven Wettbewerbs und der bereits massiven Größe konnte Alibaba weiter wachsen. Vor allem dank des First-Mover-Vorteils und des starken Ökosystems. Im Juni-Quartal stiegen die Einnahmen von Alibaba im Kerngeschäft Handel um 34 %, wobei das Geschäft mit „neuen Einzelhandelsgeschäften“ im Lebensmittelbereich um satte 80 % zunahm. Die Cloud-Einnahmen stiegen um 59 % und die Einnahmen von Cainiao um 54 %.

Etsy

Schließlich hat Etsy (WKN: A14P98) gezeigt, dass auch E-Commerce-Nischen-Websites von First-Mover-Vorteilen profitieren können. Indem sich Etsy darauf beschränkte, die Anlaufstelle für handgefertigte Waren von Kleinverkäufern zu sein, schuf es ein Marktsegment, das es etwas von Amazon isoliert. Während Amazon für alle Arten von kommerziellen Gütern zum „Go-to“ geworden ist, verteidigt Etsy seinen First-Mover-Vorteil im „besonderen“ Marktsegment.

Bis zu seinem letzten Quartal hat Etsy 3,1 Millionen Einzelverkäufer und 60,3 Millionen aktive Käufer angezogen, wobei sein Wachstum in letzter Zeit durch die Pandemie angekurbelt wurde. Dennoch schätzt das Management immer noch, dass Etsy in den USA, Westeuropa und Australien nur einen Marktanteil von 5 % eines 100 Mrd. US-Dollar schweren Marktes für „besondere“ Waren hat.

Angesichts der Tatsache, dass viele kleine Einzelhandelsgeschäfte entweder schließen oder online gehen mussten, hat Etsy im zweiten Quartal erheblich profitiert. Die Einnahmen stiegen im letzten Quartal um beeindruckende 137 %, bei einem 147-prozentigen Wachstum des Bruttowarenvolumens und einem bereinigten EBITDA-Wachstum von 279 %. Obwohl dies natürlich zum Teil auf den Kauf von Gesichtsmasken zurückzuführen ist, stiegen die Einnahmen von Etsy im Bereich der Nichtmasken im Quartal dennoch um beeindruckende 93 %.

Der Erfolg von Etsy zeigt, dass im E-Commerce ein First-Mover-Vorteil nicht nur für die großen Player gilt, sondern auch für Nischensegmente.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd., Amazon, Etsy und JD.com und empfiehlt Aktien von eBay. Billy Duberstein besitzt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd., Amazon und JD.com. Dieser Artikel erschien am 23.8.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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