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LiDAR-Aktien für mehr Autonomie im Depot: Jetzt wird der Kuchen verteilt!

LiDAR macht autonomes Fahren mMöglich
Foto: Getty Images

Ähnlich wie die Brennstoffzelle ist auch LiDAR ein Thema, das im Automobilbereich seit Jahren heiß diskutiert wird. Auch die Kritikpunkte sind ähnlich: zu teuer, mangelnde Robustheit und technisch unausgereift. Gleichzeitig sprechen Start-ups und Konzerne regelmäßig vom großen Durchbruch. Noch bekommt man LiDAR-Technik jedoch nur sehr selten zu sehen. Das könnte sich jedoch bald ändern.

Nach vielen Jahren der intensiven Forschung steht LiDAR vor dem Masseneinsatz. Ein großer Markt entsteht, von dem Anleger profitieren könnten – wenn sie auf die Gewinner setzen.

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Warum LiDAR groß wird

Es gibt Experten, die weiterhin davon überzeugt sind, dass die Kombination von Radar und Videoauswertung ausreichend ist, um fortgeschrittene Assistenzfunktionen hin zu mehr Fahrzeugautonomie umzusetzen. Bis auf 99 % kann man damit wohl gut kommen. Doch um das letzte Prozent zu schaffen, das für eine ausreichende Sicherheit von selbstfahrenden Autos in unterschiedlichsten Situationen notwendig ist, wird jede verfügbare Unterstützung benötigt.

Dazu gehören zum einen extrem exakte Positionsdaten und Echtzeitinformationen über die Verkehrslage in Verbindung mit dreidimensionalen Kartendiensten. Zum anderen gilt für viele LiDAR als unverzichtbar. Dabei handelt es sich um eine Technik, die codierte Lichtimpulse aussendet und deren Laufzeit millionenfach per Sensor misst. Dadurch entsteht eine dreidimensionale Punktwolke der Umgebung, die mit erhöhter Präzision Objekte identifiziert.

Der Grund, warum einige Autobauer trotzdem versuchen, darauf zu verzichten, indem sie etwa in leistungsfähigere Bildauswertung investieren, liegt darin, dass die herkömmliche LiDAR-Technik mit ihren vielen beweglichen Teilen bisher Probleme mit der Robustheit hatte und zudem teuer ist.

Sollte es jedoch gelingen, diese Nachteile zu beseitigen, dann ist der Weg in Richtung Standardausrüstung frei, so wie wir es vom Antiblockiersystem kennen. McKinsey sieht ein realistisches Szenario darin, dass 2030 etwa 15 % der verkauften Fahrzeuge vollautomatisiert unterwegs sind. 2035 sollen es laut BCG 23 % sein, davon fast die Hälfte Taxis.

Trifft es in etwa so ein, dann würden schon bis zum Ende der laufenden Dekade viele Millionen Fahrzeuge weltweit mit LiDAR ausgestattet. Das wären ausgezeichnete Aussichten für gut positionierte Lieferanten.

Die jüngsten Entwicklungen

Bosch will’s jetzt wissen

Dass hier ein riesiges Geschäft lockt, zeigen zum Beispiel die umtriebigen Aktivitäten von Bosch. Der führende Zuliefererkonzern hat sich in den letzten Jahren zahlreiche Technologien von LiDAR-Spezialisten genauer angeschaut, sei es über gemeinsame Projekte oder die Beteiligung mit Wagniskapital. Gleichzeitig forschten die Stuttgarter intensiv an eigenen Komponenten und Systemen. Es war spannend zu beobachten, wie weit Bosch mit diesen Anstrengungen kommen würde.

Im Januar 2020 wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen. Bosch meldete, dass seine LiDAR-Sensoren marktreif seien. Das Sensorportfolio für das automatisierte Fahren sei komplettiert und decke sowohl kurze als auch lange Entfernungen ab. Wenige Tage später gab der chinesische Spezialist Hesai Technology bekannt, dass er 173 Mio. US-Dollar einsammeln konnte von Investoren, angeführt von Bosch. Seit 2017 führen die beiden gemeinsame Entwicklungsprojekte durch, die 2019 mit einer Auszeichnung von Bosch gewürdigt wurden.

ams und OSRAM mit LiDAR-Doppelpack

Doch die Konkurrenz von Bosch ist groß. Beispielsweise hat das neu formierte Duo aus OSRAM (WKN: LED400) und ams (WKN: A118Z8) ebenfalls über die letzten Jahre eine Menge Kompetenzen aufgebaut. 2017 investierte OSRAM in den Spezialisten LeddarTech und arbeitet seither an der Entwicklung eines integrierten Systems. Im Mai 2020 stellten die Kanadier die Ergebnisse vor. Ihre preislich attraktive LiDAR-Plattform sei in ihrer Flexibilität bisher einzigartig und decke gleichzeitig mittlere und lange Distanzen ab.

Die österreichische OSRAM-Mutter hat allerdings noch ein zweites Pferd im Stall. ams hat sich 2019 mit ZF und dem deutschen Spezialisten Ibeo zusammengetan, um der Technik zum Durchbruch zu verhelfen. Sie steuert dazu ihre kostengünstigen und kompakten Laserdioden bei.

Der Autobauer Great Wall wird Ibeo-Systeme ab 2022 verbauen, die in der kürzlich vorgestellten Version völlig ohne bewegliche Teile auskommen und zudem eine Art Schwarz-Weiß-Bild erzeugen. Ibeo-CEO Dr. Ulrich Lages spricht von einer großen Nachfrage.

Velodyne und Luminar kommen ins Rampenlicht

Auch Börsengänge sind ein sicheres Anzeichen dafür, dass ein Markt heiß wird. Denn warum sollte ein Hightech-Unternehmen an die Börse gehen, wenn es keine großartige Geschichte zu erzählen hätte? Mit Velodyne und Luminar werden wir schon in Kürze zwei Aktien mit großem Potenzial handeln können.

Velodyne wurde bereits 2005 gegründet und gilt als ein etablierter Pionier, der seine Technologie an zahlreiche Partner lizenziert hat. Im Juli wurde auch ein Abkommen mit Bosch-Partner Hesai bekannt gegeben. Mit über 100 Mio. US-Dollar Umsatz ist das Unternehmen schon ganz schön weit gekommen.

Luminar wiederum nennt 50 Partner, darunter 7 der 10 größten Autokonzerne. Das Unternehmen punktet mit selbstentwickelten Spezialchips und leistungsfähiger Software. Volvo Cars hat bereits angebissen und will die Systeme ab 2022 in großen Stückzahlen verbauen. An Selbstbewusstsein mangelt es jedenfalls nicht: Das Management erwartet einen Unternehmenswert von rund 3 Mrd. US-Dollar.

Wie man sich bei LiDAR-Aktien positionieren kann

So wie sich die Situation für mich darstellt, sehen wir ab 2023 eine schnell wachsende Anzahl von mit LiDAR ausgestatteten Fahrzeugen. Die vielseitig einsetzbare Technologie hat in den letzten drei Jahren riesige Fortschritte gemacht. Sie hat nicht nur die Marktreife erreicht, sondern sich auch preislich gewaltig verbessert.

Es könnte sich daher lohnen, ein Auge auf die beiden kommenden Börsenneulinge Velodyne und Luminar zu werfen. Angesichts der aufgerufenen Bewertung ist jedoch auch Vorsicht bei diesen LiDAR-Aktien angesagt. Ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis bietet möglicherweise ams, die als Photonikchampion mehrere Eisen im Feuer hat und seit Jahren profitabel ist.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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