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Paradigmenwechsel im Ölmarkt: Was passiert, wenn Ölmultis kein Öl mehr wollen?!

Foto: Getty Images

Öl-Aktien wie die von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) oder auch BP (WKN: 850517) hängen natürlich vom Ölpreis ab. Eine Erkenntnis, die relativ einfach ist. Allerdings vielen Investoren in diesen Tagen schmerzhaft vor Augen geführt wird. Seit Ende Februar dieses Jahres begann schließlich erneut eine schwierige Phase für den Ölmarkt, in der OPEC+ und das Coronavirus für ein wenig ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage gesorgt haben.

Das könnte jetzt wiederum zu einem Paradigmenwechsel im gesamten Markt führen. Wobei dieser eigentlich mehr Fragen aufwirft, als Erkenntnisse liefert. Was passiert, wenn Öl-Multis kein Öl mehr wollen? Eine Frage, die jetzt aktueller denn je erscheint. Und die förmlich nach einer Foolishen Antwort schreit.

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Die Großkonzerne haben die Nase voll!

Was wie eine Scherzfrage klingt, hat jedoch einen ziemlich ernsten Hintergrund: Viele Konzerne, wie eben Royal Dutch Shell, BP oder auch Total, haben die Nase nämlich augenscheinlich gestrichen voll von den Entwicklungen des eigenen Marktes. Und setzen erste Anzeichen, dass die Abhängigkeit vom schwarzen Gold zukünftig bedeutend reduziert wird.

Wie ein Autor auf dem Portal „finanzen100“ jetzt vorgerechnet hat, hätten die großen Multis innerhalb der Branche insgesamt rund 40 Mrd. US-Dollar auf das eigene Portfolio abgeschrieben. Allen voran eben Konzerne wie Royal Dutch Shell, der alleine einen Quartalsverlust von ca. 18 Mrd. US-Dollar, auch aufgrund von Abschreibungen, ausgewiesen hat. Oder aber BP, der auf eine ähnliche Größenordnung gekommen ist. Zusammengenommen beliefen sich die Verluste im Portfolio dieser beiden Konzerne bereits auf rund 34 Mrd. US-Dollar. Das ist wahnsinnig viel.

Das wiederum zeigt sehr deutlich: Neuere Projekte und die Erschließung neuer Quellen des schwarzen Goldes besitzen keine Priorität mehr. Ja, sogar mit Verlusten werden solche eigentlich strategischen Imperative beendet. Die Frage ist eigentlich zwangsläufig: Was nun?

Abkehr vom Öl: Preisstabilisierung und Neuausrichtung

Für den Gesamtmarkt könnten das zunächst positive Indikatoren sein. Der Rückgang der Erschließung neuer Ölprojekte dürfte mittelfristig das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ebenfalls stützen. Das könnte den Ölmarkt in ein größeres Gleichgewicht bringen und für stabilere Preisniveaus sorgen, von denen eben auch Konzerne wie Royal Dutch Shell und BP profitieren.

Allerdings ist das nicht alles: Es hat ein Prozess begonnen, bei dem eine Neuausrichtung inzwischen unausweichlich erscheint. Royal Dutch Shell hat bereits vor einiger Zeit verkündet, mehr und mehr auf die Erzeugung von Elektrizität zu setzen. Wohl auch, um das zyklische Risiko der fossilen Brennstoffe bedeutend zu reduzieren. BP ist in diesem Jahr signifikant gefolgt: Offenbar möchte das Management sich sogar von signifikanten Anteilen am Öl- und Erdgasgeschäft trennen und sich auf erneuerbare Energieträger spezialisieren.

Definitiv bemerkenswert, dass jetzt offenbar ein Wandel in der gesamten Branche angestoßen worden ist, der vieles bewirken kann. Eben auch, dass die ehemaligen Ölkonzerne zukünftig vielleicht primär keine Ölkonzerne mehr sind.

Spannende Visionen der Ölkonzerne!

Die derzeitigen Entwicklungen sind jedenfalls spannend. Ob jede ein Erfolg werden wird, das wird die Zeit zeigen. Foolishe Investoren sollten sich überlegen, ob sie diesen Visionen folgen möchten. Es könnte jedenfalls zu neuen Verhältnissen in diesem Bereich der Old Economy kommen. Das ist etwas, das Investoren jetzt zwingend auf dem Schirm haben sollten.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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