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Delivery-Hero-Aktie auf dem Weg zu einer 100-Milliarden-Euro-Bewertung

Kommenden Montag dürfte es so weit sein: Die Delivery Hero-Aktie (WKN: A2E4K4) steigt in den DAX auf. Während etablierte Börsenbeobachter grübeln, ob ein Unternehmen mit zwar riesigen Wachstumsraten, aber ebenso riesigen Verlusten und keinerlei Geschäft auf dem deutschen Markt tatsächlich in den DAX gehört, denkt Gründer und Aktionär Nikita Fahrenholz: „Delivery Hero wird mal 100 Milliarden Euro wert sein.“

Auch wenn Fahrenholz heute keine Position mehr bei Delivery Hero besetzt, ist diese Aussage eine Hausnummer. Immerhin wäre das eine Verfünffachung der aktuellen Börsenbewertung. Eine Entwicklung, welche den Skeptikern von heute jegliche Argumente nehmen würde. Aber nicht so schnell, denn dafür müsste schon einiges richtig laufen.

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Die aktuelle Bewertung der Delivery-Hero-Aktie

Derzeit beläuft sich die Marktkapitalisierung von Delivery Hero auf rund 20 Milliarden Euro. Bei einem angestrebten Jahresumsatz von 2,6 Milliarden Euro bis 2,8 Milliarden Euro also mehr als das 7-Fache des Umsatzes.

Eine andere Bewertungskennzahl lässt das Unternehmen heute noch nicht zu. Denn der Fokus liegt eindeutig auf schnellstmöglichem Wachstum. Gründer und CEO Niklas Östberg klingt in seinen Interviews wie eine gesprungene Schallplatte: „Wir konzentrieren uns auf Wachstum in ausgewählten Märkten. Mit entsprechender Größe folgen dann auch die Gewinne. Denn die Wirtschaftlichkeit mit Bestandskunden ist heute schon gegeben.“

Noch prägnanter wird Östberg im Handelsblatt zitiert: „Wenn wir es schaffen, mehr Kunden zu gewinnen, können wir relativ schnell Gewinne schreiben.“

Ein erster Beweis des Östberg-Mantras liefert die Region Mittlerer Osten und Nord-Afrika (MENA). Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Ägypten, Jordanien, Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Türkei waren im Jahr 2019 für 50 % der Umsätze verantwortlich. All das bei einer bereits positiven Gewinnmarge vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern.

Aber Achtung, neben den genannten Punkten werden bei dieser Kennzahl weitere Ausgaben nicht berücksichtigt. So bleiben die künftigen Gewinne weiterhin ein unbewiesenes Versprechen.

So könnte aus Delivery Hero ein 100-Milliarden-Euro-Unternehmen werden

Im Jahr 2019 wickelte der DAX-Kandidat Bestellungen im Wert von 7,4 Milliarden Euro ab. 1,4 Milliarden Euro blieben davon als Umsatz bei Delivery Hero. Zum Vergleich: In den Ländern, in denen die Berliner heute unterwegs sind, wird jährlich Essen im Wert von rund 70 Milliarden Euro ausgeliefert. Der komplette Markt für Food Services beträgt nach Management-Schätzungen gar 500 Milliarden Euro.

Also auch wenn Delivery Hero große Länder wie die USA, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und weitere bewusst auslässt, um sich dort nicht mit größeren Konkurrenten messen zu müssen, bieten die bestehenden Märkte einen ausreichend großen Markt für langanhaltendes Umsatzwachstum.

Ohne weitere Umsatzchancen zu betrachten – beispielsweise ist man sehr euphorisch, was die Lieferung von weiteren Waren des täglichen Bedarfs aus eigenen, kleinen Warenlagern anbelangt – müsste Delivery Hero Essen im Wert von rund 70 Milliarden Euro ausliefern, um die Vorhersage von Nikita Fahrenholz wahr werden zu lassen.

Kühlt die Euphorie um die Delivery-Hero-Aktie zusätzlich etwas ab und sinkt dadurch das Umsatz-Vielfache, welches der Markt bereit ist zu bezahlen, rückt die 100-Milliarden-Euro-Bewertung in noch weitere Ferne.

Natürlich kann Delivery Hero weitere Märkte erschließen. Schließlich ist der Markt für Essensauslieferungen von Land zu Land sehr ähnlich. Aber zumindest in den dicht besiedelten und daher attraktiven Ländern besetzen bereits heute zahlungskräftige Konkurrenten die Spitzenpositionen.

Glaubt man aber daran, dass die Märkte, in denen Delivery Hero heute tätig ist, kräftig wachsen, die Berliner immer größere Marktanteile davon für sich gewinnen und auch noch andere Geschäftsfelder erschließen, könnte eine 100-Milliarden-Euro-Bewertung dennoch drin sein.

Wer trotzdem daran glaubt, sollte auf die mögliche Verwässerung achten

Dann bleibt lediglich die Frage, wie all das finanziert wird. Da die Restaurants oftmals ihre eigene Lieferinfrastruktur mitbringen, ist das Geschäft von Delivery Hero wenig kapitalintensiv. Sehr viel Geld verschlingt allerdings das aggressive Kundenwachstum.

Für 3,6 Milliarden Euro will man nun beispielsweise den Korea-Konkurrent Woowa übernehmen. Der größte Lieferservice in Korea lieferte 2019 immerhin Essen im Wert von rund 6 Milliarden Euro aus. 1,9 Milliarden Euro davon sollen mit der Ausgabe neuer Aktien finanziert werden. Bei der heutigen Marktkapitalisierung eine deutliche Verwässerung der Altaktionäre.

Würde das in Zukunft regelmäßig so weitergehen – dafür spricht meiner Meinung nach einiges –, hätte man als bestehender Aktionär selbst bei einer deutlichen Steigerung der Marktkapitalisierung nur sehr wenig davon.

Ich für meinen Teil lasse daher erst einmal die Finger von der Delivery-Hero-Aktie.


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Offenlegung: Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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