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Gold bei 15.000 US-Dollar? Ha, mit bunten Linien und gutem Willen … vermutlich auch nicht!

Foto: Getty Images

Der Goldpreis macht, was Goldpreise nun einmal so machen: Zuletzt ist er besonders stark gestiegen. Zwischenzeitlich erreichte das Edelmetall ein Kursniveau von über 2.000 US-Dollar je Feinunze. Das wiederum konnte als Alarmsignal für die Aktienmärkte insgesamt gedeutet werden. Gold ist und bleibt für viele schließlich eine Krisenwährung.

In den letzten Tagen korrigierte allerdings auch das Edelmetall vergleichsweise deutlich: Derzeit liegt die Feinunze beispielsweise noch bei rund 1.650 US-Dollar (13.08.2020, maßgeblich für alle Kurse). Eine Performance, die recht ungewöhnlich für die letzte Zeit ist. Aber um fair zu sein: Eine Korrektur ist nach einer steilen Dynamik alles andere als unnormal. Ja, das hätte auch Aktien passieren können.

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Die Normalität in solchen Bewegungen zu sehen kann natürlich hilfreich sein. Sie kann allerdings auch auf ein Quäntchen Wahnsinn hindeuten, zumindest, wenn man aus dieser Performance ein Kursziel von 15.000 US-Dollar folgert. Wer das von sich gegeben hat? Und warum? Ja, das wollen wir uns im Folgenden mal etwas näher ansehen.

Yep, nicht 1.500 US-Dollar, sondern 15.000 US-Dollar!

Falls du dir gerade ein wenig verwundert die Augen reibst: Nein, du hast richtig gelesen. Es handelt sich nicht um ein Kursziel von 1.500 US-Dollar, das ca. 10 % unter dem jetzigen Preisniveau liegen würde. Nein, sondern um eines von 15.000 US-Dollar, das ca. 809 % über dem jetzigen Preisniveau des Edelmetalls liegt. Spannend, nicht wahr? Aber für mich auch ein bisschen verrückt.

Herausgegeben worden ist dieses Ziel jetzt jedenfalls von Leigh Goehring, einem der Namensgeber hinter Goehring & Rozencwajg, nach eigenen Angaben Investoren, die sich auf natürliche Ressourcen spezialisiert haben. Gold könnte grundsätzlich deren Kompetenz-Bereich sein.

Nach Einschätzung der Analysten würde Gold zunächst auf ca. 1.500 US-Dollar korrigieren, was in Anbetracht der jüngsten Dynamik nicht unwahrscheinlich sein kann. Allerdings würde danach ein Anstieg bis auf 15.000 US-Dollar folgen. Wobei es durchaus auch Gründe für diese Entwicklung geben soll.

Demnach habe in gewisser Weise ein Super-Zyklus beim Gold begonnen, der bereits um die Jahrtausendwende begonnen hat. Der Goldpreis kletterte seit diesem Zeitpunkt von ca. 250 US-Dollar je Feinunze bis auf das zuletzt erreichte Niveau von über 2.000 US-Dollar je Feinunze. Sprich: Eine Fortschreibung dieser Entwicklung und eine weitere Verachtfachung, so die Theorie, würde ein Kursniveau von 15.000 US-Dollar rechtfertigen. Außerdem lasse sich ein solches Preisniveau von der Geldmarktpolitik der Notenbanken und dem aktuellen Zinsniveau sowie der Bilanz der Währungshüter ableiten. Uff.

Im Endeffekt wird hier mit zweierlei Maß argumentiert: Mit bunten Linien, die einfach in die Zukunft fortgeschrieben worden sind. Sowie auch mit der aktuellen Geldpolitik, wobei Inflation und das Anheben der Geldmarktpolitik natürlich einen Einfluss auf den Goldpreis haben könnte. Aber, mal ehrlich: 15.000 US-Dollar je Feinunze?!

Wenn das eintritt, haben wir wohl Probleme!

Zugegeben: Ich weiß gerade nicht, mit welchem Zeitfenster der Analyst seine Prognose angegeben hat. Über einen Zeitraum von vielen Jahrzehnten könnte das Edelmetall vielleicht bis auf ein solches Kursniveau klettern. Ja, selbst eine leichte Inflation dürfte in einhundert Jahren oder so für weitere Anstiege sorgen. Zumindest, wenn Gold weiterhin knapp bleibt und nicht plötzlich das Angebot durch einen Jahrhundertfund angehoben wird.

Für alles andere gilt: Ein Fortschreiben der bisherigen Chartlinien könnte doch etwas zu hochgegriffen sein. Zumal ein Preisniveau von über 2.000 US-Dollar sich bislang nicht stabil halten konnte. Ich bin daher insgesamt skeptisch, was diese Prognose angeht. Höchstens eine starke Inflation könnte den Goldpreis derart treiben. Aber dann haben wir womöglich andere, gravierendere Probleme.

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