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Warum die Jagd nach ETFs mit sehr hohen Dividendenrenditen enttäuschend enden kann

Foto: Getty Images
  • Sehr hohe Dividendenrenditen als Fallstrick
  • Aktien- und Fondsbeispiele
  • Wie sich die Fallen umgehen lassen
  • Ausnahmen von der Regel

In Zeiten von Negativzinsen werden traditionelle Sparprodukte wie Renten- und Lebensversicherungen, Tagesgeld und in vielen Fällen auch Staatsanleihen zu einer unrentablen Anlage. Viele Menschen suchen deshalb nach Alternativen. Dividenden-ETFs können eine Möglichkeit sein, doch bei der Auswahl lauern Fallstricke.

Sehr hohe Dividendenrenditen als Fallstrick

So konzentrieren sich viele Anleger allein auf die Ausschüttungsrendite eines ETF, was zu unerwarteten Überraschungen führen kann. Sehr hohe Dividendenrenditen haben oft nur kurzfristig Bestand. Sie entstehen, wenn Aktien deutlich einbrechen, was in den meisten Fällen bei den entsprechenden Unternehmen mit sinkenden Gewinnen bis zu Verlusten einhergeht.

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Die Folge ist, dass genau diese Firmen einige Monate später ihre Dividende kürzen. Plötzlich beträgt die Dividendenrendite nur noch die Hälfte. In Fällen von hohen Verlusten müssen die Unternehmen ihre Sparbemühungen noch weiter verschärfen, sodass sie ihre Ausschüttung ganz streichen. Dann wird aus einer hohen ganz schnell keine Dividendenrendite.

Aktien- und Fondsbeispiele

Beispiele hierfür sind die TUI (WKN: TUAG00)-Aktie oder die Lufthansa (WKN: 823212)-Aktie. Sie gehören zur Gruppe der sehr stark konjunkturabhängigen Werte, die, wie der Name schon sagt, mit der Wirtschaftsentwicklung stark steigen, aber auch einbrechen.

Ähnliche Beispiele sind Immobilienaktien oder Ölförder-Unternehmen, die ebenfalls mit der letzten Krise stark eingebrochen sind und die Dividende gestrichen haben. Wer sich also bei der Auswahl seiner ETFs nur auf die Höhe der Dividendenrendite konzentriert, riskiert starke Einbrüche.

Zwar sollten die ETFs im Laufe der Zeit ihre Aktien entsprechend tauschen und später wieder steigen, aber die Schwankungen werden dennoch hoch ausfallen. Zudem könnte die Ausschüttung selbst mit der Konjunktur stärker schwanken, was viele Anleger sicherlich nicht zufriedenstellen wird.

Ein Beispiel ist der Invesco Markets plc-Morningstar US Energy Infrastructure MLP UCITS ETF (WKN: A1T96S), der aktuell zu einer Ausschüttungsrendite von fast 14 % notiert (06.08.2020). Er investiert ausschließlich in den amerikanischen Energie-Infrastruktursektor und hat seine Ausschüttungen je Fondsanteil seit 2016 stetig reduziert. Diese Entwicklung weist eher auf einen rückläufigen Sektor hin.

Wie sich die Fallen umgehen lassen

Diese Enttäuschungen sind vermeidbar, wenn du bei der ETF-Auswahl neben der Ausschüttungshöhe auf ein weiteres Kriterium Wert legst. Gemeint ist die Dividenden- und Ergebniskontinuität der Unternehmen im ETF. Sie sollte möglichst über zehn Jahre oder mehr stabil verlaufen. Zudem sollte sich die Ausschüttung je Fondsanteil möglichst kontinuierlich und steigend entwickeln.

Eine zweite Möglichkeit, um der Dividenden-ETF-Falle zu entgehen, ist, auf Fonds zu setzen, die schon möglichst lange bestehen und deshalb einen Crash miterlebt haben. Konnten sie sich in diesen Phasen verhältnismäßig gut halten, investieren sie nicht in besonders zyklische (konjunkturabhängige) Unternehmen.

Häufig genügt ein genauerer Blick auf die Einzelwerte des ETF, die auf den Webseiten der Anbieter einsehbar sind. Indem du den Fondsnamen in eine Suchmaschine eingibst, kommst du häufig sehr schnell zu diesen Informationen. Zu den zyklischen Branchen gehören beispielsweise Autos, Automobilzulieferer, Maschinenbau, Luftfahrt, Tourismus, Immobilien, Banken, Chip- oder Technologiewerte.

Zudem erkennst du so relativ schnell, wie viel dein ETF in einzelne Aktien investiert hat. Bei einer sehr hohen Konzentration auf nur wenige Werte kann auch der gesamte Fonds schnell einbrechen, es sei denn, er wird von Warren Buffett gemanagt.

Ausnahmen von der Regel

Anders verhält es sich, wenn Fonds mit vielen zyklischen Unternehmen bereits eingebrochen sind, für sie weiterhin eine gute Perspektive besteht und sie sich deshalb sehr wahrscheinlich wieder erholen werden. In diesen Situationen können ETFs mit einer hohen Ausschüttungsrendite eine Chance darstellen.

Eine zweite Ausnahme bilden ETFs auf ganze Länder-Indizes, die über alle Branchen hinweg investieren. Sie besitzen immer eine gute Chance auf Erholung.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten ETFs und Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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