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Ist es an der Zeit, die 3 Aktien des Dow Jones zu kaufen, die sich im Juli am schlechtesten entwickelt haben?

Foto: Getty Images

Darniederliegende Aktienkurse sind als Investition oft verlockend, besonders wenn es sich um Blue Chips handelt. Qualität bewährt sich (letztendlich) ja immer. Einige Anleger denken bestimmt darüber nach, ab Juli in die schwächsten Aktien des Dow Jones Industrial Average zu investieren. Sie sollten es sich aber vielleicht zweimal überlegen – und dann beschließen, es nicht zu tun.

Diese Aktien fielen aus Gründen, die mehr sind als nur ein wenig Volatilität, schlechtes Timing, Pech oder reflexartige Reaktionen von Anlegern. Es ist der sechste Monat mit COVID-19 in den Vereinigten Staaten und neun Monate nachdem es zum ersten Mal als tödliche Krankheit anerkannt wurde. Es wird deutlich, dass einige Unternehmen Schwierigkeiten haben, die nicht nur vorübergehend und dem Coronavirus zuzuschreiben sind.

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Drei Verlierer des DJIA

Die DJIA-Ticker, die ich meine, sind Intel (WKN: 855681), Boeing (WKN: 850471) und Raytheon Technologies (WKN: A2PZ0R) – alles fundierte und standhafte Unternehmen. Es wird sie sicherlich noch in Jahren geben, doch ihre Aktien wurden auch aus gutem Grund verkauft. Das heißt, ihr Aufstieg steht nicht gerade unmittelbar bevor.

Der Rückschlag von Intel wurde weitgehend durch eine weitere Runde bekannter schlechter Nachrichten ausgelöst. Das Unternehmen erlebt weitere Verzögerungen in Forschung und Entwicklung, die teilweise durch den Coronavirus-Ausbruch ausgelöst wurden.

Das Technologieunternehmen wurde wiederholt von Problemen mit seiner 7-Nanometer (nm)-CPU-Foundry-Technologie geplagt, während der konkurrierende CPU-Hersteller Advanced Micro Devices bereits 7-nm-Prozessoren verkauft. Es ist immer noch nicht klar, wann Intel mit einem konkurrierenden Chip auf den Markt kommen kann. Denn das Unternehmen hat bei seiner jüngsten Telefonkonferenz im zweiten Quartal erneut davor gewarnt, dass der Zeitrahmen für 7-nm-CPUs verlängert wurde. COVID-19 machte es schwierig, an dieser Front viel zu erreichen. Diese Nachricht allein reichte schon aus, um den Aktienkurs ansteigen zu lassen. Doch nur wenige Tage danach führte die Ankündigung, dass der nun ehemalige Chefingenieur Murthy Renduchintala das Unternehmen verlassen werde, wieder zu einem Rückgang des Kurses.

Alles in allem fielen die Intel-Aktien im Juli um 20 %. Doch Investoren fragen sich jetzt vielleicht, ob es einen weitaus größeren fundamentalen Fehler in der Planung und Verwaltung der Produktentwicklung des Unternehmens gibt. Das ist viel schwieriger zu beheben als eine bloße Umrüstung.

Boeing rutschte nicht annähernd so stark ab wie Intel, aber der Verlust von 11 % im vergangenen Monat ist angesichts eines Kursgewinns des Dow in Höhe von 19 % für Juli kaum bescheiden.

Die relativ neuen 737 MAX-Jets des Unternehmens wurden einst als wegweisend angepriesen. Ein paar katastrophale Abstürze kurz nach ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2019 zwangen jedoch die meisten Regulierungsbehörden, das Flugzeug am Boden zu halten, bis die Probleme gelöst sind. Die Ingenieure von Boeing haben anscheinend einige messbare Fortschritte erzielt, sodass die Federal Aviation Administration im Jahr 2020 kurz vor einer erneuten Beurteilung der Lufttüchtigkeit des Flugzeugs steht.

Eine Rezertifizierung reicht jedoch möglicherweise nicht aus. Aufgrund COVID-19 erleben die Fluggesellschaften nun eine geschwächte Nachfrage nach Flugreisen. Darüber hinaus ist es nicht undenkbar, dass viele Menschen immer noch besorgt sind, dass mit der 737 MAX noch etwas anderes nicht in Ordnung sein könnte. Inmitten dieser Schwierigkeiten wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres mehr als 350 Bestellungen für das Flugzeug storniert. Es gibt auch keine Klarheit darüber, wann oder ob diese stornierten Bestellungen ersetzt werden.

Schließlich ist Raytheons Rückgang um 10 % im Juli nicht erschütternd, aber er ist sicherlich nicht zu verwerfen.

Um fair zu sein, hat das Unternehmen seine Gewinn- und Umsatzschätzungen für das zweite Quartal übertroffen, als die Zahlen am Dienstag bekannt gegeben wurden. Das Problem ist, dass diese Zahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger ausfielen. Diese Tatsache erinnert den Markt daran, dass die gleiche Nachfrageschwäche bei den Jets von Boeing auch eine sinkende Nachfrage nach verwandten Flugzeugkomponenten bedeutet, die Raytheon produziert.

Man sollte zwischen den Zeilen lesen

In mancher Hinsicht war es einfach, im März ein Investor zu sein: Nehmen wir an, dass alle Unternehmen hart getroffen werden. Der Ausverkauf Ende Februar/Anfang März war ziemlich generisch und hat fast alles nach unten gezogen. In ähnlicher Weise trieb die Rallye von den Tiefstständen im März auf die aktuellen Niveaus die meisten Anlagekategorien in die Höhe. Es war schwierig, nicht gut abzuschneiden, egal wie man auf den Markt spekulierte.

Doch während der Juli in den August übergeht, gibt es allmählich Klarheit.

Schauen wir uns mal genauer an, warum diese drei Aktien im Gegensatz zu den meisten anderen Dow-Jones-Aktien im letzten Monat gelitten haben. Jedes Unternehmen hatte Schwierigkeiten, als das Coronavirus neu war, auch diese drei. Allerdings werden nur bestimmte Unternehmen auch nach der Pandemie weiter zu kämpfen haben. Der Luftverkehr scheint eine der Branchen zu sein, die auf anhaltende Turbulenzen vorbereitet sind. Auch wenn COVID-19 zu verblassen scheint, könnte die Öffentlichkeit weiterhin besorgt darüber sein, so lange mit anderen Menschen auf engem Raum zu sitzen. Die Passage durch ein Flughafenterminal ist auch nicht gerade eine keimfreie Erfahrung. Der Gegenwind in diesem Sektor könnte eine Weile anhalten. Das ist der Welleneffekt des Virus.

Was Intel betrifft, so hat das Coronavirus seine Probleme zwar nicht verursacht, aber es hat sie mit Sicherheit aufgedeckt und verschlimmert. Sein Forschungs- und Entwicklungsprozess wird sich irgendwann in naher Zukunft wieder normalisieren, aber Intels „normal“ ist nicht unbedingt großartig. Seine neue Führungsstruktur wird Zeit brauchen, um sich neu auszurichten, doch Zeit ist die eine Sache, die Intel nicht wirklich hat.

Aber es geht nicht nur um Raytheon, Intel und Boeing. Im Gegensatz zu den meisten Zeitpunkten zwischen März und jetzt wissen die Investoren heute, warum sie eine Aktie kaufen oder verkaufen. Es ist nicht nur Panik oder Angst, etwas zu verpassen. Wenn eine Aktie im Minus ist, hat das wahrscheinlich einen Grund. Es wäre klug, die Hinweise des Marktes aufzugreifen, anstatt nur die Kursverluste zu kaufen und die Kursgewinne zu verkaufen. Wir befinden uns einfach nicht mehr in einem solch volatilen, leicht umkehrbaren Umfeld.

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James Brumley besitzt Aktien von Boeing. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Intel.

Dieser Artikel wurde von James Brumley auf Englisch verfasst und wurde am 01.08.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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