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Lufthansa mit tiefroten Zahlen. Ist der Tiefpunkt überschritten?

Vor wenigen Wochen hat die Lufthansa (WKN: 823212) die ersten Milliarden aus dem Rettungspaket des Staates bekommen. Damit ist die Zukunft vorerst gesichert. Die Zahlen für das erste Halbjahr zeigen jetzt, wie schlimm die Lage eigentlich ist. Denn Gewinn und Umsatz sind dramatisch eingebrochen und haben die Bilanz erheblich belastet.

Lufthansa macht Milliardenverlust

Allein im zweiten Quartal ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 80 % eingebrochen. Statt 9,6 Mrd. Euro wurden nur noch 1,9 Mrd. Euro umgesetzt. Da ist es eigentlich ein Wunder, dass der Verlust bei nur 1,5 Mrd. Euro lag.

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Nach den ersten 6 Monaten liegt der Verlust damit bei 3,6 Mrd. Euro nach Steuern. Dieser riesige Verlust hat massiv an der Bilanz gezehrt. Das Eigenkapital ist gegenüber dem Vorjahr von 9 Mrd. Euro auf nur noch 5,1 Mrd. Euro zusammengeschmolzen. Darin ist allerdings noch nicht die staatliche Hilfe berücksichtigt, die erst im Juli ausgezahlt wurde. Auch die Kapitalerhöhung, die das Eigenkapital leicht aufgepolstert hat, fand erst im Juli statt. Dennoch lag die Nettoverschuldung Ende Juni bereits bei mehr als 7 Mrd. Euro!

Wettbewerbsdruck verschärft sich in den kommenden Monaten

In den kommenden Monaten und Jahren erwartet der Lufthansa-Vorstand nur eine langsame Erholung des Marktes. Aus diesem Grund wurde bereits beschlossen, die Flugzeugflotte zu verkleinern und auch an anderer Stelle massiv Kosten zu sparen.

Trotz der nur langsam erwarteten Erholung wollen viele Airlines den Flugbetrieb ausweiten. Auch die Lufthansa will in den nächsten Monaten einen Großteil der verbleibenden Flotte wieder in die Luft bringen. Die Lufthansa hat bereits angekündigt, dass der neue Flugplan ab September eine Ausweitung des Flugbetriebs vorsieht. Konkret sollen wieder mehr als 90 % der Kurzstreckenziele und mehr als 70 % der Langstreckenziele angesteuert werden.

Es wird also ein deutlich größeres Angebot an Flügen geben. Ob sich aber auch genügend Passagiere finden werden, um die Flugzeuge zu füllen, ist eine ganz andere Frage. Sollte das nicht passieren, kostet jeder einzelne Flug noch einmal richtig viel Geld. Dabei muss gerade die Lufthansa in den nächsten Jahren versuchen, das Geld so gut es geht beisammenzuhalten.

Staatshilfe wird die Gewinne über Jahre belasten

Denn der Vorstand macht kein Geheimnis daraus, dass die Staatshilfen in den kommenden Jahren eine erhebliche Belastung darstellen werden. Vollkommen klar ist, dass die Zinszahlungen massiv ansteigen werden, da ein großter Teil der Hilfsmaßnahmen in Form von Krediten geflossen ist. Gleichzeitig wird es voraussichtlich noch eine Weile dauern, bis die Lufthansa wieder profitabel arbeiten wird. Denn selbst vor der Krise war sie nie außergewöhnlich profitabel. Im letzten Geschäftsjahr ist der Gewinn gegenüber dem Vorjahr bereits um 44 % auf nur noch 1,2 Mrd. Euro gefallen. In Zeiten erheblich geringerer Umsätze fällt es schwer zu glauben, dass man dennoch irgendwie profitabel arbeiten kann.

Insgesamt sieht es deshalb ganz danach aus, als würde der Lufthansa-Aktie ein langer, steiniger Weg bevorstehen. Ein Anstieg auf ein Kursniveau in der Nähe des Allzeithochs von 2017 ist über die nächsten Jahre unwahrscheinlich. Erst mal wird der Fokus der Geschäftsführung darauf liegen müssen, Kosten zu senken und die Profitabilität wieder herzustellen. Denn sonst ist eine schnelle Rückzahlung der Staatskredite nicht möglich. Und hier kommt es ganz besonders auf schnelles Handeln an, denn ab 2022 steigen die Zinsen auf die staatlichen Hilfen. Je länger man also benötigt, um das Geld aufzutreiben, desto größer die Belastung.

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