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Bayer-Aktie im 2. Quartal mit 9.548 Mio. Euro Verlust und schwächeren Aussichten

Bayer-Aktie
Foto: Peter Roegner

Mit der Übernahme von Monsanto wollte Bayer (WKN: BAY001) vor allem seine Marktstellung im Agrarsektor stärken, was bisher nur unter Inkaufnahme starker Nebenwirkungen gelungen ist. So häuften sich schon kurz nach dem Kauf die Klagen, die vor allem in den USA sehr teuer wurden.

Zwar konnte für einen Großteil der aktuellen US-Klagen eine Einigung erzielt werden, aber eine Lösung für alle zukünftigen Prozesse steht weiterhin aus. Was also tun mit dem Produkt Roundup (Glyphosat) heißt die große Frage, die das Bayer-Management weiterhin beantworten muss.

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Hohe Sonderbelastungen führen zu Verlusten

Im zweiten Quartal 2020 führten die bisher erreichte Einigung mit US-Klägern, Rückstellungen für Dicamba und PCB sowie weitere Rechtsstreitigkeiten im Segment Pharmaceuticals um Essure insgesamt zu Sonderbelastungen in Höhe von 12.511 Mio. Euro.

Dies ist selbst für den Bayer-Konzern nicht wenig, dessen Jahresüberschuss im letzten Jahr (2019) bei 2,4 Mrd. Euro lag. Unterm Strich musste Bayer im zweiten Quartal so einen Verlust in Höhe von 9.548 Mio. Euro verbuchen.

Operatives Geschäft und Crop Science-Sparte entwickeln sich positiv

Dennoch, klammern wir einmal die Sonderbelastungen aus, verfügt der Konzern operativ über ein gut laufendes Geschäft. So stieg das EBIT vor Sondereinflüssen im zweiten Quartal 2020 um 6,7 % auf 1.727 Mio. Euro. Der Umsatz gab trotz COVID-19-Krise nur um 2,5 % nach.

Ausgerechnet das Crop Science (Agrar)-Segment steigerte das EBIT vor Sondereinflüssen um 55,3 % auf 612 Mio. Euro und den Umsatz um 3,2 % auf 4.802 Mio. Euro. Bayer konnte infolge der Monsanto-Übernahme in diesem Sektor bereits die laufenden Kosten deutlich senken, aber auch mehr Produkte verkaufen.

Die Kunden fragten sowohl mehr Saatgut als auch Herbizide nach. Teilweise lag dies an Nachholeffekten aus dem ersten Quartal 2020, aber auch am Gewinn von Marktanteilen in Lateinamerika.

Pharmaceuticals und Consumer Health mit schwächeren Ergebnissen

Schlechter lief es hingegen im Pharmaceuticals-Segment. Hier reduzierte sich der Umsatz um 8,8 % auf 3.992 Mio. Euro und das EBIT vor Sondereinflüssen um 7,0 % auf 1.121 Mio. Euro. Mit Einmaleffekten lag das operative Ergebnis bei -165 Mo. Euro.

In Folge der COVID-19-Maßnahmen und aufgrund der Vorsicht vieler Menschen wurden Behandlungen verschoben. Insbesondere in den Bereichen Frauengesundheit, Augenheilkunde und Radiologie setzte Bayer deshalb weniger Produkte ab. Zudem litt das Unternehmen in China unter einer neuen volumenbasierten Einkaufspolitik, die zu Preissenkungen führte.

Das dritte Segment Consumer Health (rezeptfreie Gesundheitsprodukte) verlor 1,9 % an Umsatz. Der operative Gewinn konnte von -271 auf 162 Mio. Euro gesteigert werden. Vor Sondereinflüssen verlor er jedoch um 12,2 % auf 173 Mio. Euro.

Hier machten sich die Hamsterkäufe im ersten Quartal 2020 bemerkbar, wodurch die Konsumenten zuletzt weniger einkauften. Zudem gehen immer noch deutlich weniger Menschen in Ladengeschäften einkaufen als vor der Krise, wodurch der Handel weniger Produkte absetzen konnte.

Reduzierte Jahresprognose

Die Viruskrise wird Bayer auch im Gesamtjahr weiter belasten. Der Konzern geht jetzt nur noch von einem Umsatz in Höhe von 43 bis 44 Mrd. Euro (zuvor: 44 bis 45 Mrd. Euro) und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 6,7 bis 6,9 Euro (zuvor: 7,0 bis 7,2 Euro) aus. Die Rechtsstreitigkeiten führen darüber hinaus dazu, dass Bayer seine Schulden bis zum Jahresende 2020 nur noch auf 33 Mrd. Euro reduzieren wird (vorheriges Ziel: 27 Mrd. Euro).

Im gesamten ersten Halbjahr belief sich Bayers Verlust auf 8.059 Mio. Euro, sodass im Gesamtjahr 2020 ebenfalls mit einem Verlust zu rechnen ist. Bisher hat sich also die Monsanto-Übernahme noch nicht ausgezahlt.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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