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Vonovia und Deutsche Wohnen – sind diese beiden Aktien der beste Schutz vor einem zweiten Corona-Crash?

Der Alltag ist in Deutschland wieder annähernd normal, darüber können wir glücklich sein. Wer jedoch einkaufen geht oder in ein öffentliches Verkehrsmittel steigt, wird durch den Mund-Nasen-Schutz schnell wieder an Corona erinnert. Leider sind aktuell in den Nachrichten auch wieder vermehrt Meldungen von steigenden Fallzahlen. Erneute Einschränkungen würden nicht nur das alltägliche Leben einengen, sondern auch die Börsen bedrohen. Welche Auswirkungen großflächige Lockdowns auf die Börsen haben, konnten wir Ende Februar erleben. In den USA kämpft man unterdessen scheinbar noch immer mit der ersten Welle, ein Ende ist nicht in Sicht. Die Wichtigkeit der USA für internationale Börsen muss hier sicherlich nicht näher erläutert werden. Auch in Europa gibt es erneut Beschränkungen und Quarantäne-Regeln für Reisende.

Ein Indiz für die noch anhaltende Angst der Anleger vor Corona könnte ein Blick auf den Goldpreis liefern. Mit 1978,22 US-Dollar je Feinunze (Stand: 29.07.2020) markierte der Goldpreis erst kürzlich sein Allzeithoch. Gold ist definitiv als Krisenwährung bekannt. Die hohe Nachfrage könnte auf die Absicherung vieler Anleger zurückzuführen sein. Doch was bietet sich noch zur Wertabsicherung in Krisenzeiten? Neben dem normalen Gold kann auch mit „Betongold“ eine Absicherung erzielt werden. Wer dies in Form von Aktien machen möchte, hat gleich zwei große DAX-Unternehmen zur Auswahl. Vonovia (WKN: A1ML7J) und Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C). Beide haben ihren Fokus klar auf Immobilien gelegt. Doch bieten sie sich als Werterhalt für einen potenziellen zweiten Corona-Crash an?

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Vonovia und Deutsche Wohnen im ersten Corona-Crash

Am 19. Februar dieses Jahres erreichten nicht nur DAX und Vonovia ihre Allzeithochs, auch die Aktien von Deutsche Wohnen waren an diesem Tag auf ihren Jahreshöchstständen. Im Gegensatz zum DAX, haben die beiden Immobilienaktien schon wieder höhere Kurse als vor der Coronakrise erreichen können. Der Aktienkurs von Deutsche Wohnen entwickelte sich in den letzten Monaten sogar noch ein bisschen besser als der von Vonovia. Für Deutsche Wohnen erfolgte in dieser Zeit der Ritterschlag als DAX-Konzern. Lufthansa war durch die Coronakrise angeschlagen und musste für den Immobilienkonzern weichen.

Die beiden Immobilienaktien haben sich nicht nur wieder schneller entwickelt, sie sind auch weniger stark gefallen. Der DAX stürzte innerhalb von einem Monat um über 38 % in die Tiefe. Die Aktien von Vonovia und Deutsche Wohnen hingegen fielen zusammen sehr ähnlich um ca. 28 %. Wie wir sehen können, haben die beiden Aktien ca. 10 Prozentpunkte besser abschneiden können als der DAX.

Gefahren für den Aktienkurs von Vonovia und Deutsche Wohnen

Wenn man die Entwicklung der beiden Aktien seit dem Coronatief betrachtet, könnte man sagen, der Kursrückgang war nicht unbedingt gerechtfertigt. Viele Anleger rechneten sicherlich mit Mietausfällen bei beiden Unternehmen. Kündigungen und Kurzarbeit hätten durchaus zur Belastung von Vonovia und Deutsche Wohnen werden können. Die Arbeitslosenquote ist in Deutschland von März bis Juni um 1,1 Prozentpunkte gestiegen. Dies ist sicherlich eine akzeptable Erhöhung unter diesen besonderen Bedingungen. Besonders deutlich wird es, wenn man auf die Arbeitslosenquoten in den USA schaut. Dort schnellte die Arbeitslosenquote in einem Monat, von März auf April, um 10 Prozentpunkte in die Höhe!

Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch sagte Ende Juni auf der Hauptversammlung, es gäbe keinen Grund zur Sorge. Nur 1 % der Mieter hätten bis zu diesem Zeitpunkt um Mietstundung gebeten. Bei Deutsche Wohnen äußerte man sich im Juni durchaus ähnlich: „Weder auf der Wohn- noch auf der gewerblichen Seite haben wir bislang signifikante Mietausfälle“, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Zahn. Bei Vonovia kommen lediglich 2,8 % der deutschen Mieteinnahmen aus Gewerbeimmobilien. Im Immobilienportfolio von Deutsche Wohnen machen Gewerbeimmobilien nur 4 % der Nutzflächen aus. Sorgen um Mietausfälle muss man anscheinend bei beiden DAX-Konzernen nicht haben.

Ruhiger Schlaf mit Vonovia und Deutsche Wohnen im Depot möglich?

Weder Vonovia noch Deutsche Wohnen wären also direkt von erneuten Lockdowns betroffen, im Gegensatz zu Unternehmen, die beispielsweise vom Einzelhandel leben. Dass der Kursabschlag im Februar offenbar bei beiden Aktien übertrieben war, haben sicherlich viele Anleger erkannt.

Vonovia platzierte Anfang Juli zudem erfolgreich Unternehmensanleihen im Volumen von 1,5 Mrd. Euro. Höher verzinste Darlehen sollen mit diesen Anleihen bezahlt werden. Ein sinnvoller Schritt, um die Zinsverbindlichkeiten zu reduzieren. Auch Deutsche Wohnen platzierte Ende April Anleihen in Höhe von 1,0 Mrd. Euro. Die Neuemission der Anleihen war 12-mal überzeichnet, und das zu einem Coupon von durchschnittlich 1,25 %. Die Liquidität beider Unternehmen macht einen sehr sicheren Eindruck.

Da die beiden Aktienkurse in letzter Zeit so gut gestiegen sind, darf man sicherlich keine riesigen Kurssprünge in kurzer Zeit erwarten. Bei neu entflammenden Sorgen wegen Corona könnte hier allerdings ein sicherer Hafen winken. Wer sein Geld lieber in aktiv wertschöpfende Unternehmen setzt statt in Gold, hat mit den Aktien von Vonovia und Deutsche Wohnen zwei gute Möglichkeiten, in „Betongold“ zu investieren und sein Geld somit vor einem womöglich erneuten Corona-Crash weitgehend zu schützen.

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Tom Evertz besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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