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Netflix hat es nicht eilig, seine Gewinne zu steigern

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Der neue Co-CEO von Netflix (WKN: 552484), Ted Sarandos, könnte sich dieser Tage etwas seltsam fühlen. Der Video-Streaming-Pionier erwirtschaftet nach dem zweiten Quartal in Folge einen positiven freien Cashflow in Höhe von Hunderten Millionen. Man schrieb das zweite Quartal in Folge schwarze Zahlen. Was stellt also Sarandos mitten in Pandemie mit so viel Geld an?

Netflix hatte zuvor seit 2014 keine zwei aufeinanderfolgenden Quartale mit positivem Free-Cashflow produziert. Jetzt rechnet das Unternehmen für 2020 mit einem ausgeglichenen Cashflow – oder besser.

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Das wird jedoch nicht von Dauer sein. Sarandos und der Rest des Netflix-Teams wollen die Produktion wieder hochfahren. CFO Spence Neumann erwartet, dass der freie Cashflow im nächsten Jahr wieder in den negativen Bereich zurückfallen wird. Und obwohl die Betriebsmarge im letzten Quartal auf 22 % gestiegen ist, rechnet Neumann nach wie vor damit, das Unternehmen bis 2020 auf eine Marge von 16 % und bis 2021 auf 19 % zu führen.

Reinvestierte Einnahmen

Der Anstieg der Abonnentenzahlen in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2020 hat zu höheren Einnahmen geführt, als zu Beginn des Jahres erwartet worden war. Das Management wiederholte, dass ein großer Teil des Abonnentenwachstums aus Mitgliedern bestehen könnte, die sich später im Jahr angemeldet hätten. Das geht aus der Prognose hervor, dass im dritten Quartal nur 2,5 Millionen neue Nettoabonnenten hinzukommen werden. Im letzten Jahre waren es noch 6,77 Millionen.

„Jegliche Mehreinnahmen würden wir tendenziell in mehr Inhalte für unsere Mitglieder investieren, was im Laufe der Zeit zu mehr Wachstum führt“, sagte Co-CEO Reed Hastings bei der Konferenz zum Q2. Da derzeit viele Produktionen lahmliegen, ist Netflix jedoch nur begrenzt in der Lage, die Einnahmen zu reinvestieren. Aber „das wäre der Plan“, sagte Hastings.

Netflix schaut genau auf die Ausgaben für Inhalte und Marketing. Man will immerhin das operative Margenziel erreichen. Und diese Marge hat man in den letzten Jahren dann auch immer wieder erreicht. „Im Jahr 2020 könnte es eine gewisse Marge nach oben geben“, sagte Neumann. „Aber wir wollen, dass dies ein mehrjähriger Trend wird.“

Viel Spielraum für höhere Margen

Die Ergebnisse von Netflix für das zweite Quartal deuten darauf hin, dass hier noch viel Spielraum nach oben ist. So wird auf die Margenausweitung um 300 Basispunkte im nächsten Jahr wahrscheinlich eine weitere Ausweitung um 300 Basispunkte im Jahr 2022 folgen.

Mit der Vergrößerung der operativen Marge wächst auch die freie Cashflow-Marge. Neumann wies darauf hin, dass das zweite Quartal den Investoren einen Vorgeschmack darauf gibt, wie die Finanzzahlen aussehen, wenn die Ausgaben für Inhalte gleich den Ausgaben für Lizensierungen sind. Das Unternehmen verbuchte eine Free-Cashflow-Marge von 15 %, die Investoren als Untergrenze für die Free-Cashflow-Marge in Betracht ziehen könnten. 

„Wenn unser Cash-Content-to-Content-Amortisationsverhältnis dauerhaft gleich ist (was noch viele Jahre dauern dürfte), hoffen wir, dass wir viel mehr Mitglieder und viel höhere Einnahmen, Betriebsmargen und FCF haben werden“, lautete es im Brief an die Aktionäre für das zweite Quartal.

Aber die Wiederaufnahme der Produktion ist immer noch Priorität Nr. 1 bei Netflix. Sarandos und Neumann bekräftigten beide, dass Netflix im Jahr 2021 einen besseren Service bieten wird als im Jahr 2020. Das bedeutet mehr Inhalte und bessere Empfehlungen. 

Neumann hat noch viel vor sich, um das Ziel der operativen Marge weiter auszubauen. Derweil gibt Netflix jedes Jahr Milliarden Dollar für Eigenproduktionen und Lizenzen aus. Trotzdem hat man keine Eile, die operative Marge oder den freien Cashflow dauerhaft im schwarzen Bereich zu halten.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix. Adam Levy besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 17.7.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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