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Warum dieser beliebte Fonds den Markt nicht schlagen konnte – und was wir daraus lernen können

Foto: The Motley Fool

Ich bin niemand, der aktiv gemanagte Fonds generell für ein schlechtes Investment hält. Ein guter Fondsmanager in Kombination mit einer vielversprechenden Ausrichtung kann ein sehr attraktives Investment sein. Ich habe mir daher in den letzten Monaten ein paar beliebte Fonds angeschaut – und bin unter anderem beim DWS Deutschland (WKN: 849096) hängen geblieben.

Auch wenn Tim Albrecht – Fondsmanager des DWS Deutschland – durchaus einen fähigen Eindruck auf mich macht: Mit einem MSCI World-ETF konnte er nicht mithalten. Warum das so ist und was wir Privatanleger für unsere persönliche Strategie mitnehmen können, erfährst du, wenn du weiterliest!

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Tim Albrecht und der DWS Deutschland – keine Chance gegen den MSCI World!

Vorneweg sei angemerkt, dass der DWS Deutschland im Gegensatz zum iShares Core MSCI World-ETF eine Dividende ausschüttet, die in der nachfolgenden Performance-Tabelle nicht enthalten ist. Auf Zehnjahressicht dürfte der DWS Deutschland ungefähr auf dem Niveau eines MSCI World-ETFs gelandet sein, wenn man die Dividende berücksichtigt.

3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre
DWS Deutschland  (9,2 %)   7,3 %  132,1 %
iShares Core MSCI World   23,3 %  41,7 %  146,4 %

Quelle: onvista.de, Stand: 15.07.2020

Wer allerdings per Sparplan investiert hat, der hat in den letzten drei beziehungsweise fünf Jahren eine eklatant niedrigere Rendite eingefahren als mit einem World-ETF – teilweise lagen knapp 50 % zwischen diesen beiden Titeln! Auf Dreijahressicht hat der DWS Deutschland sogar eine negative Rendite „erwirtschaftet“.

Aus welchen drei Gründen dies in meinen Augen der Fall war, möchte ich dir kurz und knapp im folgenden Artikel näher bringen. Die zehn Top Holdings des DWS Deutschland helfen vielleicht dabei, meine Argumentation nachvollziehbar zu machen.

Anteil am Fonds
Allianz (WKN: 840400)          9,4 %
SAP          8,9 %
adidas          5,6 %
Infineon          5,1 %
Siemens          4,7 %
Wirecard (WKN: 747206)          4,4 %
Kion          4,3 %
Bayer          4,1 %
Deutsche Post          4,0 %
Bechtle          3,9 %

Quelle: onvista.de, Stand: 29.05.2020

Grund 1: Leg nicht alle Eier in einen Korb

Klar, die Strategie des DWS Deutschland sieht – logischerweise – Deutschland als Anlageschwerpunkt vor. Bitte versteh diesen Punkt daher nicht als Kritik am Fonds oder am Fondsmanager, dafür entscheidet sich jeder Anleger in dem Moment, in dem er sich diesen beliebten Fonds ins Depot legt.

Das Problem mit regionalen Schwerpunkten ist allerdings, dass man über mehrere Jahre hinweg in eine Unterrendite hineinlaufen kann. Der japanische Nikkei-Index beispielsweise erreichte im Dezember 1989 sein Allzeithoch bei knapp 39.000 Punkten – ein Stand, von dem er heute noch meilenweit entfernt ist (aktueller Stand: rund 22.800 Punkte, Stand: 16.07.2020).

beliebte Fonds, DWS Deutschland

Quelle: Getty Images

Niemand kann vorhersagen, ob Deutschland möglicherweise ein ähnliches Szenario drohen könnte. Eine zugrunde gehende Automobilindustrie könnte beispielsweise durchaus einen gesamtwirtschaftlichen Schaden hierzulande anrichten, der auch auf andere Bereiche übergreifen könnte.

Nun, ich persönlich gehe zwar nicht von solch einem Szenario aus, kann es aber auch nicht ausschließen. Was ich damit sagen will: Wer einen zu starken regionalen Schwerpunkt in seinem Depot setzt, der geht ein hohes Risiko ein – nämlich das Risiko, mehrere Jahre hinter der marktbreiten Rendite zurückzubleiben.

Das zeigt unter anderem die 5-Jahres-Performance dieses hierzulande beliebten Fonds, dem DWS Deutschland.

Mein Fazit: Einen kleinen Teil seines Portfolios kann man durchaus mit einem regionalen Fonds abbilden – zu groß sollte solch eine Position allerdings in meinen Augen nicht sein.

Grund 2: Mit Blue Chips den Markt schlagen? Schafft selbst dieser beliebte Fonds nicht!

Acht der zehn Top Holdings des DWS Deutschland sind DAX-Aktien, hinter denen hochkapitalisierte Großkonzerne (Blue Chips) stecken. Das ist per se nichts Schlechtes, insbesondere für Anleger, die eine hohe Volatilität vermeiden möchten. Wer allerdings den Markt schlagen will, der wird sich schwertun, wenn er ausschließlich auf Blue Chips setzt.

Je größer ein Konzern wird, desto schwer tut er sich mit Wachstum. Ein einfaches Beispiel: Unternehmen A hat einen Umsatz von einer Millionen Euro, Unternehmen B von einer Milliarde Euro. Beide Unternehmen führen ein neues Produkt ein, dass den Umsatz jeweils um 100.000 Euro erhöht.

Für Unternehmen A bedeutet das neue Produkt einen Umsatzanstieg von 10 %, für Unternehmen B lediglich einen Anstieg von 0,01 %. Im Umkehrschluss bedeutet das: Je größer ein Unternehmen wird, desto mehr Aufwand muss es für den gleichen Umsatzanstieg – in Prozent – betreiben.

Das funktioniert natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, mit der Zeit wachsen Unternehmen immer langsamer. Das trifft selbst auf die besten Unternehmen der Welt zu, beispielsweise auf Apple (WKN: 865985). Und weil Aktienkurse in der Regel mit den Gewinnen wachsen, bedeutet langsameres Umsatz- und Gewinnwachstum auch meist ein langsameres Wachstum des Aktienkurses.

Wer größtenteils auf Blue Chips setzt, der setzt damit quasi automatisch auf langsameres Wachstum. Genau das trifft auf viele beliebte Fonds zu, unter anderem eben auf den DWS Deutschland.

Mein Fazit: Auch ich setze auf den einen oder anderen Blue Chip, da spricht absolut nichts dagegen. Wer allerdings vorhat, den breiten Markt zu schlagen, der sollte definitiv auch mal einen Blick auf kleinere Unternehmen werfen.

Grund 3: Auch dieser beliebte Fonds setzte auf Wirecard …

Dass auch ein Profi mal danebenliegen kann, zeigt Tim Albrecht und der DWS Deutschland: Ende Mai bestand dieser beliebte Fonds zu 4,4 % aus Wirecard-Aktien! Nun, es liegt mir an dieser Stelle fern, auf irgendjemanden mit dem Finger zu zeigen – ich selbst war bis Mitte Juni Wirecard-Aktionär.

Das Problem beim DWS Deutschland ist vielmehr, dass die Top Holdings verhältnismäßig stark gewichtet sind. Die Allianz beispielsweise macht knapp 10 % des DWS Deutschland aus. Solche „Klumpen“ habe ich in meinem persönlichen Portfolio nicht. Meine derzeit (mit großem Abstand) größte Position ist die Amazon-Aktie, die rund 7,5 % meines gesamten Portfolios ausmacht.

Die größte Position des MSCI World-Index ist derzeit mit knapp 4 % übrigens die Apple-Aktie, also ebenfalls deutlich kleiner als die Top Holdings des DWS Deutschland.

Geht bei einer so hoch gewichteten Position mal etwas schief – wie zuletzt bei Wirecard, dann sind die Folgen für’s Gesamtportfolio entsprechend gravierend. Das dürfte auch dem DWS Deutschland zum Verhängnis geworden sein, da die Skandale um Wirecard ihn deutlich massiver getroffen haben als den MSCI World.

Fazit: Einzelne Depotpositionen sollten in meinen Augen niemals mehr als 6 bis 7 % des Gesamtportfolios ausmachen – zu gravierend sind die Auswirkungen, wenn gerade bei diesem Investment etwas schiefgehen sollte.

Tim Albrecht und der DWS Deutschland

Mein Fazit zu diesem beliebten Fonds wird dich jetzt vielleicht ein wenig überraschen, denn ich halte den DWS Deutschland nicht per se für ein schlechtes Investment. Viele Anleger, die sich an Einzelaktien versuchen, werden nicht mit der 10-Jahres-Performance dieses Fonds mithalten können.

Sei es, weil sie zu früh verkaufen, sie jedem Trend – von Solaraktien über Cannabis bis hin zu Wasserstoff – nachlaufen oder sie ständig hin- und hertraden. Und selbstverständlich ist der DWS Deutschland vieeeeeeel besser als jedes Tages- oder Festgeldkonto – oder alles andere praktisch Unverzinste, was uns unsere Bankberater schmackhaft machen wollen.

ABER: Dieser beliebte Fonds sollte in meinen Augen nicht mehr als eine Ergänzung in einem breit diversifizierten Depot sein! Eine zu große Abhängigkeit eines einzelnen Wirtschaftsraumes, ein zu starker Fokus auf Blue Chips und zu stark gewichtete Top Holdings machen den DWS Deutschland für mich zu keinem Basis-Investment.

Ach ja – und wer vorhat, den breiten Markt zu schlagen, der dürfte mit diesem Fonds ebenfalls nicht glücklich werden.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Amazon, Apple und SAP. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Apple und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

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