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Siemens-Aktie vor neuem Schub? Darum steckt mehr hinter der Software-Allianz von Siemens und SAP

Siemens (WKN: 723610) und SAP (WKN: 716460) wollen enger kooperieren. Vordergründig geht es dabei um die Integration von Softwarelösungen und die gegenseitige Vermarktung. Im Hintergrund sehe ich jedoch eine Entwicklung, die man als revolutionär bezeichnen könnte.

In deren Mittelpunkt steht eine Low-Code-Plattform, auf die beide seit längerer Zeit setzen. Sie könnte die Arbeitswelt mehr verändern und die Vision von Industrie 4.0 besser verwirklichen, als manch einer sich derzeit vorstellt.

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Die Demokratisierung der IT entfesselt Potenziale

Ein Beispiel, Teil 1

Stell dir vor, du arbeitest in einem Produktionsbetrieb und bist dafür verantwortlich, vom Büro aus am Computer zu überwachen, das alles ordnungsgemäß abläuft. Die internen Programmierer der Software, mit der du arbeitest, haben alles nach ihrer eigenen Logik organisiert, die dich wahnsinnig macht. In der herkömmlichen IT-Welt musst du dich dann beschweren:

„Ich muss mich hier durch 10 Menüs klicken und immer wieder Prozentsätze händisch am Taschenrechner prüfen, um Unregelmäßigkeiten zu ermitteln. Es ist so umständlich. Könnt ihr das nicht umbauen, sodass ich alles Wichtige auf einer Oberfläche sehen kann?“

Für die Programmierer kann eine solche Beschwerde schwer zu verstehen sein, während es für dich nicht leicht sein wird, deine Vorstellung von einer besseren Benutzeroberfläche und Funktionalität logisch zu beschreiben. Maschinenbauer, Business-Leute und IT-Experten sprechen eben völlig andere Sprachen.

Was das mit Excel zu tun hat

An dieser Stelle kommen Low-Code-Plattformen ins Spiel, die das Prinzip Tabellenkalkulation auf eine neue Ebene heben. Was ich damit meine, ist Folgendes: Tabellenkalkulationen (zum Beispiel Excel) sorgen seit vier Jahrzehnten dafür, dass normale Büroarbeiter anspruchsvolle Anwendungen erstellen können. In Echtzeit lassen sich unzählige Operationen über Daten und Zahlen durchführen, sobald sich die Eingabeparameter ändern. Seither war es für viele Anwendungsfälle nicht mehr zwingend nötig, solche Aufgaben an eine zentrale Buchhalter- oder Statistikerabteilung zu vergeben. Eine Demokratisierung der Kalkulationen trat ein.

Selbst wenn die selbst gebastelten Tabellen oft nicht den höchsten Standards entsprechen, können sie einem Excel-Experten doch gut vermitteln, worin das Ziel besteht. Eine rudimentäre Version kann dieser dann zügig zu einer ausgefeilten Anwendung weiterentwickeln. Bei Low-Code-Plattformen ist es genauso und das sorgt für sich selbst verstärkende positive Wechselwirkungen, die für ein gesundes Unternehmen Gold wert sind.

Ein Beispiel, Teil 2

Zurück also zu deinem Job im Produktionsbetrieb. Statt dich zu beschweren setzt du dich einfach hin und klickst dir deine gewünschte Anwendung zusammen. Du wählst zunächst die Datenquellen aus sowie die Operationen, die du automatisch darüber laufen lassen willst. Im Anschluss gestaltest du die Elemente der Visualisierung, sodass sich ein hübsches Dashboard ergibt, dass dir in Zukunft eine Menge nervige Arbeit ersparen wird.

Bei Gelegenheit erzählst du Kollegen und der IT-Abteilung davon, die einen Blick darauf werfen. Dem Programmierer fallen sofort einige Optimierungsmöglichkeiten auf, die er dir freundlicherweise innerhalb weniger Tage umsetzt. Ein Kollege aus einer anderen Abteilung ist begeistert davon und möchte etwas Ähnliches für seinen eigenen Anwendungsfall haben. Er kopiert deine Lösung als Vorlage und passt sie in kürzester Zeit an seine Bedürfnisse an.

Dein Vorgesetzter wiederum zeigt sich beeindruckt und meint, dass man die Funktionalität noch erweitern sollte. So könnte zum Beispiel regelmäßig ein Reporting erstellt werden oder bei bestimmten Ereignissen automatisch ein definierter Prozess starten, der eine Meldung an den Service mit anschließendem Controlling und einer Veröffentlichung im Intranet beinhaltet.

Auf diese Weise kann eine Grassroots-Bewegung in Gang gesetzt werden, die für reibungslosere Abläufe, zielgerichtete Kommunikation und mehr Mitarbeiterzufriedenheit sorgt. Und weil du durch das selbst erstellte Tool viel effizienter geworden bist, wird dein Aufgabenfeld erweitert, verbunden mit einer Gehaltserhöhung …

SAP und Siemens führen die Bewegung mit an

Eine Reihe von Unternehmen haben sich bereits zu Giganten entwickelt, weil sie das demokratisierende Low-Code-Prinzip konsequent in ihren Plattformen einbinden. Dazu gehören einige der teuersten Softwareunternehmen der Welt, wie etwa ServiceNow (WKN: A1JX4P) und Salesforce.com (WKN: A0B87V), mit Marktkapitalisierungen von 79 Mrd. bzw. 167 Mrd. US-Dollar.

Einer der führenden Spezialisten ist jedoch Mendix, ein Unternehmen mit holländischen Wurzeln, das seit 2018 zu Siemens gehört. An Standorten wie Rotterdam, Singapur, Pune und Boston baut die Tochter kontinuierlich Mitarbeiter auf, um seine starke Marktposition zu behaupten.

Bei Siemens hilft Mendix dabei, die Macht von Low-Code in das industrielle Umfeld zu bringen, während es bei SAPs „Cloud Platform Rapid Application Development by Mendix“ primär darum geht, unkompliziert kleine leistungsfähige Businessanwendungen zu erstellen.

Das Spannende dabei ist nun, dass Siemens und SAP im Juli vereinbart haben, im Softwarebereich enger zusammenzuarbeiten. Beide arbeiten bereits seit einiger Zeit daran, die aus IT-Sicht getrennten Fabrik- und Businesswelten besser zu verbinden, sodass beispielsweise auch der Vertrieb über für ihn relevante Produktionsdaten informiert wird und das Finanzcontrolling Einblick in die Verwendung der eingekauften Vorprodukte in der Fertigung bekommt.

Mendix ist ein Schlüsselelement dieser Verbindung. Mehr als bei Salesforce und ServiceNow wird Mendix über einen unheimlichen Hebel verfügen, der durchgehende Applikationen über eine komplette IT-Landschaft hinweg ermöglicht. Eine neue Generation von Mitarbeitern wird mit diesem Werkzeug genauso selbstverständlich umgehen wie viele von uns mit einfachen Excel-Tabellen. Für altgediente Fachleute auf dem Fabrikboden wiederum könnten sich völlig neue Perspektiven eröffnen.

Was Mendix für die SAP- und Siemens-Aktien bedeutet

SAP wird Mendix dabei helfen, sich an der Spitze zu behaupten und den langjährigen Wachstumskurs fortzusetzen – nicht mehr und nicht weniger. Eine zusätzliche Beschleunigung deswegen sehe ich beim führenden europäischen Softwarekonzern nicht.

Anders sieht die Sache bei Siemens aus. Wenn in Kürze das Energiegeschäft abgespalten sein wird, dann spielen die Digitalaktivitäten eine noch deutlich wichtigere Rolle als heute schon. Vielen Marktteilnehmern wird erst jetzt so langsam klar, welche Potenziale hinter dem Stichwort Industrie 4.0 wirklich stecken. Siemens hingegen investiert seit Jahren große Summen in das Thema und hat sich damit einen großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz aufgebaut, der sich auch in extensiven Partnernetzwerken ausdrückt.

Essenzielle Elemente von Industrie 4.0 umfassen etwa Cloud, 5G, digitaler Zwilling, Simulation, 3D-Druck und künstliche Intelligenz. Auf all diesen Feldern ist Siemens mittlerweile stark positioniert. Wichtig dabei ist, dass diese nicht nur von oben herab zusammengeführt werden. Denn zeitgleich wird die Macht dieses Zusammenspiels über leicht zu bedienende Software und eine Low-Code-Plattform der gesamten Organisation zugänglich gemacht.

Mit Siemens ist zu rechnen

Es ist schwierig, in einfachen Worten überzeugende Beispiele darzustellen, die plausibler sind als der berühmte vernetzte Kühlschrank, der selbstständig Bier nachbestellt oder die mit 5G vernetzte Milchkanne auf dem Dorf. Und doch hoffe ich, dass in meinen Ausführungen herauskommt, dass hier etwas Mächtiges entsteht, was smarte Mitarbeiter zu großartigen Leistungen befähigt. Wenn SAP und Siemens die Integration ihrer Softwarewelten richtig hinbekommen, dann sind sie in der Lage, ihre Kunden auf ein völlig neues Niveau zu heben.

SAP propagiert das intelligente Unternehmen und Siemens die intelligente Fabrik. Mit aufeinander abgestimmten Softwarelösungen und verknüpft mit der Mendix-Plattform kann sich ein gewaltiger Mehrwert für Kunden ergeben. Deshalb denke ich, dass die Digitalsparte von Siemens schon bald mehr wert sein wird als heute der gesamte Konzern mit all seinen Zügen, Schaltschränken und Kernspintomografen.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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