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Alles was man über Insiderkäufe und -verkäufe wissen muss

Foto: Getty Images

Wenn Insider wie CEOs oder Aufsichtsräte Aktien des eigenen Unternehmens handeln, entstehen oft Spekulationen. Meiner Erfahrung nach machen sich die meisten Leute einen zu großen Kopf darüber. 

Nicht, dass Insiderkäufe oder -verkäufe unwichtig wären oder von uns normalen Aktionären komplett ignoriert werden sollten. Aber meistens kann man es sich als Anleger bei Meldungen zu Insiderhandel einfach machen.

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Am besten fasst es das folgende Sprichwort zusammen:

„Es gibt viele Gründe, eine Aktie zu verkaufen, aber nur einen Grund, eine Aktie zu kaufen.“

Wenn man diesen weisen Spruch im Hinterkopf behält und noch ein paar einfache Dinge berücksichtigt, dann kann man Meldungen zu Insiderhandel in 99 % der Fälle schnell und richtig einordnen.

Insiderkäufe

Hier ist der eine Grund, weshalb ein Insider die Aktien seines Unternehmens kauft: Er glaubt, dass er damit eine positive Rendite erzielen wird.

Insiderkäufe sind daher grundsätzlich ein positives Zeichen. Zumindest dann, wenn der Kauf direkt und mit dem eigenen Geld erfolgt. Das ist nicht unbedingt der Fall, wenn Aktien- oder Optionspakete Teil der Vergütung sind. Aber das ist dann auch keine bewusste Kaufentscheidung des Insiders zu dem jeweiligen Zeitpunkt.

Aber das ist auch wirklich das Einzige, was man über einen Insiderkauf wissen muss: Hat der Käufer hier bewusst gehandelt? 

Es ist natürlich keine Garantie, dass der Aktienkurs auch wirklich steigen wird. Aber es ist zumindest ein gutes Zeichen dafür, dass Insider die Aussichten des eigenen Unternehmens als sehr positiv einschätzen.

Am besten ist es, wenn nicht nur ein Insider isoliert kauft, sondern wenn über einen gewissen Zeitraum mehrere Insider und am besten jeweils mehrmals eigene Aktien kaufen. In den letzten Monaten konnte ich das bei einigen Unternehmen beobachten, diese bekommen dann von mir eine besondere Aufmerksamkeit.

Insiderverkäufe

Insiderverkäufe sind nicht so einfach zu beurteilen. Das Einzige, was man sagen kann, ist, dass Insiderverkäufe nicht bedeuten müssen, dass der Verkäufer die Aussichten des Unternehmens oder der Aktie als schlecht einstuft.

Es kann buchstäblich praktisch so viele verschiedene Gründe für einen Verkauf geben, wie Insider die Aktien verkaufen. 

Vielleicht möchte der Insider einfach ein Haus kaufen? Oder er muss Steuern auf ein gerade erhaltenes Aktienpaket bezahlen, die er nicht aus seinem Bargeld begleichen kann? Oder es gibt einen Pflegefall in seiner Familie, der viel Geld kostet? Oder seine Tochter bekommt zum 18. Geburtstag ein Auto? Oder er hat eine Wette gegen einen Freund verloren und muss ihn in Form der Aktien bezahlen?

Gut, Letzteres wäre aus meiner Sicht trotzdem negativ, da ich mir dann Gedanken um das Beurteilungsvermögen des Insiders machen würde. Aber all diese Gründe hätten überhaupt nichts mit den Aussichten des Unternehmens zu tun.

Aus diesem Grund sollte man sich so gut wie nie einen Kopf machen, wenn ein Insider eigene Aktien verkauft. Insbesondere, wenn es sich um homöopathische Dosierungen handelt – also wenn jemand nicht mehr als, sagen wir, 10 % seiner Aktien veräußert.

Bei größeren Summen könnte es sich durchaus lohnen, genauer hinzuschauen. Wenn also ein CEO 50 % oder mehr all seiner Aktien verkauft, dann würde mich der Grund schon interessieren. 

Aber selbst das muss nicht immer ein schlechtes Zeichen sein. Vielleicht möchte der Insider einfach einen größeren Geldbetrag für einen gemeinnützigen Zweck spenden?

Was ich bei der Veräußerung solch großer Aktienpakete versuchen würde zu verstehen, ist: Wie groß ist nach dem Verkauf der Anteil des verbleibenden Aktienpaketes noch am Gesamtvermögen des Insiders?

Ein Gründer-CEO eines Milliardenunternehmens könnte zum Beispiel Aktien im Wert von einer Milliarde Euro verkaufen und diese dann spenden. Wenn er hinterher noch immer Aktien im Wert eines dreistelligen Millionenbetrages besitzt, dann würde ich mir ebenfalls keine Sorgen machen, dass er die Aussichten des Unternehmens als schlecht einstuft. 

Das war es schon

Viel mehr braucht man bei diesem Thema in der Regel nicht berücksichtigen. Also: 

  • Wurde ein Kauf von Aktien bewusst und mit eigenem Geld getätigt? Falls ja, ist es ein positives Zeichen, und falls nein, ist es neutral.
  • Wie viel des Gesamtvermögens des Insiders steckt nach dem Verkauf noch im eigenen Unternehmen? Falls der Anteil noch immer hoch ist, hat sich aus Sicht der Anreize nichts verändert. 

Ein schlechtes Zeichen wäre es nur, wenn dieser Anteil klein oder nicht viel größer wird als die Vergütung, die der Insider für seine Dienste von dem Unternehmen erhält. In diesem Fall hinge die finanzielle Zukunft des Insiders viel weniger von der Entwicklung des Unternehmens ab. 

Das wäre allerdings der einzige Fall, der mich persönlich eventuell zu einem Umdenken bei meiner Investitionsthese bringen könnte. In allen anderen Fällen haben Insiderkäufe- und verkäufe nur eine marginale Auswirkung auf meine Kauf- und Verkaufsentscheidungen.


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