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Vergiss BASF, darum ist Fresenius jetzt die attraktivere DAX-Dividendenaktie!

Foto: Getty Images

Die Aktien von BASF (WKN: BASF11) und Fresenius (WKN: 578560) gehören zu den DAX-Dividendenaktien. Zunächst konnte man denken, dass die Anteilsscheine des Chemiekonzerns jetzt attraktiver erscheinen. Vor allem mit Blick auf die Ausschüttungen.

Rein oberflächlich betrachtet zahlt die Aktie von BASF schließlich bedeutend mehr aus: Im Rahmen der diesjährigen Dividendensaison sind 3,30 Euro ausgeschüttet worden, die bei einem aktuellen Aktienkurs von 51,22 Euro (14.07.2020, maßgeblich für alle Kurse) einer Rendite in Höhe von 6,44 % entsprechen. DAX-Dividendenaristokrat Fresenius kommt hingegen lediglich auf 0,84 Euro, die beim jetzigen Aktienkurs von 43,67 Euro einer Dividendenrendite von 1,92 % gleichen.

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Nichtsdestotrotz existieren drei Gründe, warum Fresenius jetzt die attraktivere Dividendenaktie ist. Und genau darum soll es in den folgenden Zeilen gehen.

1. Die günstigere Bewertung

Ein erster Grund, der eher für den DAX-Dividendenaristokraten spricht, ist zunächst die günstigere Bewertung. Aber schauen wir erst einmal, warum die Bewertung bei BASF jetzt eher komplett ist.

Mit Blick auf die 2019er-Zahlen steht dem derzeitigen Aktienkursniveau ein 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 2,92 Euro gegenüber. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beliefe sich auf 17,5. Der Umsatz im letzten Jahr belief sich hingegen auf 64,58 Euro je Aktie. Zugegeben: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis könnte mit einem Wert von unter 1 recht preiswert wirken.

Wir könnten die Aktie preiswerter erscheinen lassen: Beispielsweise, indem wir den Vorjahresgewinn von 5,12 Euro nutzen, um das Kurs-Gewinn-Verhältnis zu berechnen. Sollte BASF zu diesem Wert zurückkommen, so läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei ziemlich genau 10. Allerdings ist das Zahlenwerk auch in diesem Geschäftsjahr rückläufig. Und der DAX-Chemiekonzern von besseren Werten weit entfernt.

Die Bewertung von Fresenius ist hingegen bedeutend einfacher: Der 2019er-Gewinn je Aktie lag bei 3,38 Euro. Das entspricht einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,9, was jetzt bedeutend preiswerter wirkt. Der Umsatz je Aktie lag im letzten Jahr bei 63,52 Euro und es ergibt sich rein rechnerisch ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von ca. 0,7. Es zeigt sich: Die fundamentale Ausgangslage ist insgesamt attraktiver beim Gesundheitskonzern. Allerdings ist das bloß die Hälfte dieses Betrachtungswinkels.

2. Das weniger zyklische Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Fresenius ist zudem auch weniger zyklisch. Gesundheitskonzerne und Krankheiten richten sich nicht nach Wirtschaftszyklen. Oder auch nicht nach dem Coronavirus. Die Geschäftsmodelle als Dialysespezialist, Krankenhausbetreiber und Größe im Bereich von Produkten zur medizinischen Versorgung spiegeln das recht deutlich wider. Das hat im ersten Quartal sogar zu einem moderaten Wachstum geführt.

Die Aktie von BASF spürt hingegen seit einiger Zeit den zyklischen Gegenwind. Zunächst ist es der Handelskonflikt gewesen. Dann wiederum die sich insgesamt abkühlende Weltkonjunktur. Zuletzt war es das Coronavirus, das ebenfalls Auswirkungen auf den operativen Alltag hat. Fest steht jedenfalls: Stabilität ist eher auf der Seite des Gesundheitskonzerns. Vor allem in Anbetracht der preiswerten Bewertung könnte das jetzt interessant sein.

3. Die nachhaltigere Dividende

Zu guter Letzt befinden wir uns noch in einem Vergleich zweier Dividendenaktien. Entsprechend wollen wir auch die Dividende zumindest etwas berücksichtigen. Und, kleiner Hinweis vorab: Die des Gesundheitskonzerns erscheint auch hier defensiver. Und jetzt insbesondere nachhaltiger.

Die Historie mit 27 Jahren stetiger Erhöhungen dürfte bei der Fresenius-Aktie bekannt sein. Das Ausschüttungsverhältnis beläuft sich gemessen am 2019er-Gewinn außerdem auf rund 25 %. Hier existiert daher grundsätzlich viel Spielraum für weitere Steigerungen. Sowie operative Einbußen, die es allerdings gar nicht gibt.

Bei BASF wird die Luft hingegen sehr, sehr dünn. Gemessen am 2019er-Gewinn je Aktie ist die Dividende bereits aus der Substanz gezahlt worden. Das Ausschüttungsverhältnis liegt bei über 110 %, ein wenig nachhaltiger Wert. Vor allem, da der operative Turnaround noch auf sich warten lässt. Das muss nicht zwingend heißen, dass die Dividende gekürzt wird. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist jetzt allerdings bedeutend größer.

Ich würde den DAX-Dividendenaristokraten wählen!

Müsste ich mich jetzt zwischen den Dividendenaktien von BASF oder von Fresenius entscheiden, so fiele meine Wahl auf den DAX-Dividendenaristokraten. Die Bewertung ist preiswerter, das Geschäftsmodell sogar unzyklisch, die Dividende außerdem nachhaltiger. Ein Mix, der mir einfach mehr zusagt. Und dir vielleicht ja auch.

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Vincent besitzt Aktien von BASF und Fresenius. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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