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Luftfahrt-Aktien: Kann man Lufthansa und MTU Aero jetzt wieder kaufen?

Die Luftfahrtbranche erlebte über die letzten Jahre einen unheimlichen Boom. Drehkreuze expandierten und die Auftragsbücher der Flugzeugbauer waren prall gefüllt. Mit dem weltweiten Stillstand durch die Coronakrise und den anhaltenden Nachwirkungen haben sich die Aussichten massiv eingetrübt. Statt Milliardengewinne waren plötzlich vielerorts milliardenschwere staatliche Stützungsmaßnahmen angesagt.

Doch Aktien wie Lufthansa (WKN: 823212) und MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT) scheinen sich nun stabilisiert zu haben. Möglicherweise ergeben sich im Bereich der Luftfahrt-Aktien nun gute Gelegenheiten.

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Lufthansa

Die Befürchtungen sind groß …

Es war ein langer Prozess der Unsicherheit, bis klar war, wie die Lufthansa den Hals aus der Schlinge ziehen kann. Letztlich gelang es jedoch, ein staatliches Hilfspaket zu schnüren, das der Airline den Fortbestand sichert. Insgesamt fließen wohl bis zu 11 Mrd. Euro, mit denen der Konzern nicht nur offene Rechnungen und Bankschulden begleichen kann, sondern auch noch Mittel hat, um in seine Modernisierung zu investieren.

All das hilft jedoch nichts, wenn der Flugbetrieb nicht in Schwung kommt. Sicher ist bereits jetzt, dass es noch lange dauern kann, bis der Kranich-Konzern wieder Vorkrisenniveau erreicht. Wertvolle Slots müssen auf Druck von Brüssel abgegeben werden und nach Germanwings wird auch der Ferienflieger SunExpress eingestellt.

Die rund 15 Mrd. Euro Marktkapitalisierung von 2018 sehen wir also bestimmt nicht so schnell wieder, was bei den aktuell 5 Mrd. Euro jedoch auch gar nicht nötig ist. Manche Beobachter erwarten nun, dass der Schuldenberg über die nächsten Quartale ungebremst anwachsen und danach die steigenden Zinsen der stillen Staatsbeteiligung den Konzern strangulieren werden.

… doch es könnte besser kommen

Ich denke jedoch, dass es schneller gelingen wird, die Kassenlage zu stabilisieren. Schließlich dürften die zeitweise horrenden Verluste aus den Treibstoff-Absicherungsgeschäften mittlerweile keine Rolle mehr spielen. Stattdessen sollte der Dividendenausfall, der Mitarbeiterabbau und die weiteren „ReNew“-Restrukturierungsmaßnahmen gut dazu beitragen, Kosten und Einnahmen einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen.

Daneben bin ich sehr sicher, dass die Lufthansa spätestens 2023 gut genug dasteht, um die stille Beteiligung über die Ausgabe von zinsgünstigen Anleihen ablösen zu können. Aus dem erfolgreichen Cargogeschäft, der renommierten Techniksparte, dem Catering und der weiterhin starken Position bei den Passagierfliegern sollte sich auch unter erschwerten Bedingungen mit etwas Geduld ein profitables Geschäftsmodell schmieden lassen. Die Konkurrenz muss schließlich ebenfalls zusammenstreichen.

Zunächst steht jedoch die Eigenkapitalerhöhung an, die die Marktkapitalisierung um 20 % auf 6 Mrd. Euro heben wird (unter der Annahme, dass sie bereits korrekt im Kurs reflektiert ist). Für mich stellt sich damit die Frage, ob die Lufthansa unterm Strich zuverlässig über 600 Mio. Euro Gewinn schreiben wird, sobald Fliegen ohne Einschränkungen wieder möglich ist. Dann locken zweistellige Kursgewinne. Ich denke, die Chancen stehen nicht so schlecht dafür, aber etwas mehr Sicherheitspuffer wäre mir lieber.

MTU Aero Engines

Die MTU war im Gegensatz zur Lufthansa einer der Stars im DAX. Dank ihres stabilen Servicegeschäfts, einer hervorragenden Technologieposition und den langfristig angelegten Kundenbeziehungen mit führenden Triebwerksherstellern in allen Weltregionen schien das Unternehmen nahezu unschlagbar. Doch dann schlug die Coronakrise weltweit zu und der Aktienkurs brach in der Spitze um über 60 % ein. Nach der jüngsten Erholung sind es immer noch mehr als 40 % (Stand: 14.07.).

Die Lage ist düster. Wenn nicht geflogen wird, fällt auch kein Wartungsgeschäft an. Wenn Airlines ihre Flotten verkleinern und weniger neue Maschinen bestellen, dann stockt der Triebwerksabsatz. Nun sollen bis zu 15 % der Arbeitsplätze abgebaut werden. Aber ob das reicht?

Es könnten noch weitere Probleme auf die MTU zukommen. Ältere Treibstoffschlucker werden nun in westlichen Ländern ausgemustert und günstig auf den Markt geworfen. Airlines mit wartungsintensiven noch älteren Maschinen könnten zugreifen und in der Folge auf Jahre hinaus ihre Serviceausgaben senken. Zahlreiche Airlines werden ihren Flugbetrieb komplett einstellen. Etwaige Bestellungen bei den Flugzeugbauern lösen sich dann in Luft auf, was in vielen Fällen auch bei der MTU Umsatzausfälle zur Folge hat.

Manche glauben, dass das Militärgeschäft es herausreißen wird. Auch das Management gibt sich überzeugt, dass dieses Segment nicht von der Krise betroffen sein wird. Ich wäre da nicht so sicher. Viele Staaten stehen unter Druck, ihre Gesundheitssysteme zu verbessern und gleichzeitig ihre ausufernde Verschuldung in den Griff zu bekommen. Exzessive Militärausgaben passen da schlecht dazu.

Insgesamt erwarte ich einen anhaltend negativen Nachrichtenstrom für die MTU. Die Marktkapitalisierung in Höhe von 8 Mrd. Euro ist deshalb keineswegs ein Schnäppchen angesichts von weniger als 4 Mrd. Euro Umsatz und des drohenden Verlusts des Investmentgrades bei der Kreditwürdigkeit.

Auf die Watchlist gehört nur die Lufthansa

Solange noch große Unsicherheit herrscht, bis wann die Menschheit COVID-19 in den Griff bekommt, sind Luftfahrt-Aktien eine heikle Sache. Grundsätzlich besteht jedoch Grund zur Zuversicht, dass nächstes Jahr wirksame Therapien, Medikamente oder Impfungen zur Verfügung stehen. Dann wird das Coronavirus keine Todesangst mehr verbreiten.

Für die Lufthansa würde es bedeuten, dass sie voraussichtlich wieder profitabel fliegen kann. Der nächste Rücksetzer könnte deshalb eine interessante Einstiegsgelegenheit darstellen, denn die positiven Nachrichten dürften sich im Zuge der Normalisierung häufen. Bei der MTU hingegen könnte es noch länger dauern, bis sich die Lage aufhellt. Zweitrundeneffekte aus der aktuellen Krise sind in diesem Kurs noch nicht eingepreist.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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