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Investoren, schaut nicht bloß auf die Wirecard-Aktie: Sie ist ein Einzelfall!

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Die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie könnte ein wirklich bitteres Opfer nach sich ziehen: Den deutschen Aktienskeptikern könnte der Bilanzskandal einen weiteren Bärendienst geleistet haben. Wieder einmal zeigt sich vermeintlich, dass die Börse und speziell Aktien einer wilden Zockerei mit unsicherem Ausgang gleicht.

Auch wenn man solche Skandale trotz sorgfältiger Analyse niemals wird in Gänze verhindern können, so stecken hinter solchen großen, medialen Beispielen Einzelfälle. Die wiederum in der breiten Masse eher die Ausnahme sind. Sowie kurzfristig unerheblich sein können. Wie gesagt: In der breiten Masse!

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Werfen wir in diesem Sinne einen Blick auf die Performance des DAX seit dem 18. Juni, was recht kurzfristig ist. Sowie auf das DAX-Beispiel der Münchener Rück (WKN: 843002), die mehr Zuverlässigkeit verspricht. Und seit über einem halben Jahrhundert ohne Bilanzskandal, dafür allerdings mit starken Dividenden auskommt.

Der DAX seit dem 18. Juni

Falls du nicht sonderlich börsenaffin bist, sondern einfach bloß das Wirecard-Dilemma aufgeschnappt hast, lass mich dir im Vorfeld eine Frage stellen: Wohin hat sich der DAX seit dem 18. Juni, sprich dem Tag des Bilanzskandals entwickelt? Vermutlich eher schlecht, nicht wahr? Wirecard hat ja zwischenzeitlich rund 99 % seines Börsenwertes eingebüßt. Das wird doch mit Sicherheit die Börsen belastet haben, oder nicht?

Um ehrlich zu sein: Nein, nicht im Geringsten. Unser heimischer Leitindex hat in der Zwischenzeit sogar von 12.281 Punkten bis zum letzten Wochenschluss von 12.528 Punkte zugelegt. Das entspricht immerhin einem moderaten Plus von ca. 2 %.

Sicher, ein solches Zeitfenster ist nicht unser Foolisher Fokus. In einem solchen Zeitraum hätte außerdem viel passieren können. Dennoch sind die Zahlen bemerkenswert. Denn sie unterstreichen, dass ein solch dramatisches Einzelschicksal in einem breiten Index einfach untergeht.

Oder, anders ausgedrückt: Wer diversifiziert investiert und beispielsweise auf einen DAX-ETF setzt, der hätte das Drama um Wirecard kaum in seinem Portfolio gespürt. Das Risiko bei einem breit gestreuten Ansatz ist gering. Obwohl es manchmal solche bitteren Themen wie Bilanzskandale und Insolvenzen geben kann.

Es gibt ganz, ganz andere Beispiele!

Außerdem, und das ist viel wichtiger: Beispiele wie die Aktie von Wirecard sind alles andere als repräsentativ für Aktien. Ja, nicht einmal für DAX-Aktien. Ist dir beispielsweise die Münchener Rück ein Begriff? Zugegebenermaßen eher ein ruhiger Name aus unserem heimischen Leitindex. Wobei die Ruhe und die vergleichsweise Langeweile langfristig für reichlich Stabilität eingestanden hat.

Die Münchener Rück ist als Rückversicherer nämlich derart beständig, dass das Management seit über 51 Jahren eine stets mindestens konstante Dividende an die Investoren auszahlen konnte. Sprich: Seit einem halben Jahrhundert hat es hier keine Skandale gegeben. Nein, sondern im Großen und Ganzen viel Stabilität, was eine solche Dividendenhistorie erst ermöglicht hat.

Wird die Aktie der Münchener Rück für wöchentlich gefühlt 100 Schlagzeilen sorgen? Nein, vermutlich nicht. Das heißt, weniger börsenaffine Sparer und Investoren werden diesen Namen vielleicht nicht einmal kennenlernen. Trotzdem winken auch jetzt hier noch vergleichsweise konservative 4,2 % Dividendenrendite, die eben nicht medial ausgeschlachtet werden.

Wirecard ist nicht repräsentativ!

Wie die kurzfristige Entwicklung und das Beispiel der Münchener Rück darlegen können, ist das Negativbeispiel Wirecard jetzt alles andere als repräsentativ. Ja, der kriselnde und insolvente DAX-Zahlungsdienstleister hat noch nicht einmal für einen kurzfristigen Absturz an den Börsen gesorgt. Trotz all dem Drama.

Wer daher diversifiziert investiert, auf Qualität achtet und auf die Anzeichen im Vorfeld gehört hätte, dem wäre ein solches Negativbeispiel erspart geblieben. Jetzt insgesamt der Börse fernzubleiben könnte daher ein falscher Rückschluss sein. Das Schicksal von Wirecard mag zwar beängstigend wirken, ist allerdings eher eine Ausnahme.

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Vincent besitzt Aktien der Münchener Rück und von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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