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Warren Buffett liebt Mauthäuschen und die Apple-Aktie

Foto: Getty Imagea

Es war einmal ein kleiner Junge, der davon träumte, vor seinem Elternhaus ein kleines Mauthäuschen aufzustellen. Jedes vorbeifahrende Auto sollte ihm dann einige Cents als Mautgebühr bezahlen. So zumindest die Erzählung. Der kleine Junge hörte damals schon auf den Namen Warren Buffett. Seinen damaligen Traum hat er sich nun erfüllt. Denn mittels seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) hält er heute beinahe 6 % von Apple (WKN: 865985).

Und Apple ist heute eines der erfolgreichsten digitalen Mauthäuschen der Welt. Denn wer aktuell Dienstleistungen an iPhone-Nutzer bringen möchte, muss das Mauthäuschen namens App Store passieren. Und jedes Mal, wenn bei bestimmten Produktkategorien über eine iPhone-App Geld bezahlt wird, wandert ein nicht zu verachtender Anteil von bis zu 30 % in der Apple-Mautkasse. 

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Das Apple-Mauthäuschen ist eines der besten

Mehrere Jahre später präzisierte Warren Buffett übrigens seinen Wunsch nach einem Mauthäuschen. So soll er einmal gesagt haben, welch großartiges Ding eine Mautbrücke in einer inflationären Welt wäre. Denn während man die Brücke früher mit alten, also günstigeren Dollars gebaut hat, kann man die Mautgebühren in der heutigen Kaufkraft abkassieren.

Darüber, ob wir morgen oder übermorgen in einer inflationären Welt leben oder nicht, will ich mir heute nicht den Kopf zerbrechen. Das muss ich als Apple-Aktionär aber auch nicht. Denn beim heutigen Modell von Apple kann auch die Mautbrücke in einem inflationären Umfeld nicht mithalten.

Etablierte Mautgeschäfte wie es die Brücke eine ist, müssen, vereinfacht dargestellt, zunächst wahnwitzige Investitionen tätigen und können diese erst im Laufe vieler Jahre über die Mautgebühren wieder verdienen. Apple verdient hingegen bereits beim Aufbau der Infrastruktur. Also beim Verkauf von iPhones und anderen Apple-Produkten. Die Mauterlöse aus dem App Store kommen über viele Jahre dann noch als Sahnehäubchen inklusive Erdbeere obendrauf.

Das ist nun eine Gegebenheit, mit welcher sich App-Entwickler nur ungern abfinden. Dabei geht es nicht nur um die Höhe der Mautgebühr, sondern auch um die eigenen Services von Apple, welche dieser Mautgebühr nicht unterliegen. Die also nicht am Mauthäuschen anhalten müssen und ohne den Griff in die Geldbörse weiterfahren dürfen. Ein besseres Mauthäuschen hätte sich der kleine Warren sicherlich nicht ausmalen können.

Eine spannende Frage also, wie lange Apple sein unschlagbares Mautmodell noch fortführen kann. Entsprechende Untersuchungen laufen schon seit einigen Jahren.

Dennoch bleibt Apple in meinem Portfolio

Ganz ehrlich, ich würde heute ungern eine Wette abschließen, wie lange Apple dieses Modell noch betreiben darf. Ob es also schon bald entweder Einschränkungen bei der Höhe der Mautgebühr geben wird oder ob im schlimmsten Falle gar eine erzwungene Aufspaltung des Unternehmens droht – auch wenn man sich die praktische Umsetzung nur schwerlich vorstellen kann.

Als Apple-Aktionär macht mir das aber auch nur wenig Sorgen. So wie ich heute wahnsinnig gerne Apple-Anteilseigner bin, so würde ich mindestens genauso gerne Anteile von zwei Apple-Unternehmen halten. Nämlich von einem Apple-Konzern, welcher die Hardware verkauft sowie den App Store bereitstellt, und von einem anderen Apple-Konzern, der Services wie Apple-Musik anbietet.

Wobei ich dann das zweitere Unternehmen vielleicht sogar spannender finden würde. Denn so wie die vergangenen Erfolge des Eisenbahnnetzes, der Strominfrastruktur und der Mobilfunknetzabdeckung erst den Erfolg von Apple ermöglichten, ermöglicht die Apple-Infrastruktur den Erfolg unzähliger anderer Unternehmen, die darauf aufbauend ihre Geschäfte betreiben.

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Offenlegung: Sven besitzt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple and Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: long Januar 2021 $200 calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und short Januar 2021 $200 puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktie).

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