The Motley Fool

Top-Aktien für Juli

Ralf Anders: TUI

Sommerzeit ist Urlaubszeit! Deshalb überlege ich mir, ob ich einen Teil der Reisekasse im Juli in die TUI-Aktie (WKN: TUAG00) investiere. Was paradox klingt, ergibt bei genauerem Hinsehen durchaus Sinn. Zwar wird die laufende Reisesaison als ein Desaster in die Geschichte eingehen, aber das trifft auf die gesamte Branche zu, weltweit. Typischerweise gelingt es den stärksten Spielern einer Industrie, in solch unglaublich herausfordernden Phasen Marktanteile zu erobern. TUI sollte dazugehören.

Genauso wie die Bundesliga die Blaupause dafür geliefert hat, wie der Ball wieder international rollen kann, wird es auch der TUI gelingen, aufzuzeigen, wie der Tourismus-Rubel wieder rollen kann. Ein durchgehendes Konzept mit „Sicherheitsmaßnahmen, entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, können so nur wenige Konkurrenten bieten. Die Aktie ist sicher nicht ohne Risiken, aber sie könnte einen Platz an der Sonne finden.

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Ralf Anders besitzt keine Aktien der TUI.


Caio Reimertshofer: CD Projekt

Der etwas langweilig klingende Name von CD Projekt (WKN: 534356) kann trügen. Denn bei diesem polnischen Unternehmen handelt es sich um einen Spieleentwickler, der möglicherweise als Investition sehr spannend sein könnte.

CD Projekt ist bekannt für die Spielereihe The Witcher, die Millionen von Gamern begeistert hat. Seinen Fokus legt der Entwickler generell auf hochwertige RPGs (Roll Playing Games). Diese werden über längere Zeit und mit viel Herzblut entwickelt. Die Philosophie, klasse Spiele herzustellen und den Gamer nicht nur Geld aus der Tasche zu ziehen, kommt gut an.

Dementsprechend wird der für dieses Jahr erwartete Triple-A-Titel Cyberpunk 2077 heiß ersehnt. Mit diesem neuen Rollenspiel könnte CD Projekt einen neuen Coup landen, der für viele Jahre Umsätze in die Unternehmenskassen spült.

Aktuell scheint die Aktie, angesichts des Releases, zwar etwas heiß gelaufen, allerdings steht das Unternehmen ganz oben auf meiner Watchlist. Wer weiß, vielleicht lässt die Kursambition zwischendurch etwas nach und eröffnet für langfristig ausgerichtete Investoren eine Einstiegsgelegenheit.

Caio Reimertshofer besitzt keine Aktien von CD Projekt.


Stefan Naerger: Apple

Im Sommer wird es heiß für die Apple (WKN: 865985)-Aktie. Was viele Beobachter bereits seit langem erwartet hatten, wird nun endlich Realität: In Zukunft sollen Desktop-PCs und Laptops von Apple mit hauseigenen Prozessoren ausgerüstet werden, die denen in iPhones und iPads ähneln. Das klingt nach einer Randnotiz, könnte aber gravierende Auswirkungen auf die zukünftige Produktpalette haben.

Hohe Akkulaufzeit, wenig Hitzeentwicklung, starke Leistung – so kennt man die Prozessoren, die derzeit in den Mobilgeräten von Apple verbaut sind. Apple wäre nicht Apple, wenn mit der Vereinheitlichung der Prozessor-Architektur nicht auch gleich völlig neue Design-Ideen auf den Weg gebracht werden. 

Ultra-flacher iMac ohne Lüftergeräusche gefällig? Gerne! Kein Wunder, dass die Apple-Aktie (mal wieder) neue Höchststände erklommen hat (Stand: 23.06.2020). Ob da noch mehr geht? Apple wäre nicht Apple, wenn es nicht auch in dieser Hinsicht noch mal überraschen könnte.    

Stefan Naerger besitzt Aktien von Apple.


Florian Hainzl: Demire

Durch die Rallye der letzten Wochen sind die Kurse vieler Unternehmen ihren fundamentalen Daten davon gelaufen. An Demire (WKN: A0XFSF) ging diese Entwicklung allerdings weitestgehend vorbei. Vor Corona notierte die Aktie mit einem Abschlag von unter 10 % zu ihrem Nettoinventarwert. Aktuell gibt es 33 % Rabatt. Das hat auch durchaus seine Gründe. 30 % der jährlichen Vertragsmiete kommt aus dem Einzelhandel, der zweitgrößte Einzelmieter ist dabei die angeschlagene Galeria Karstadt Kaufhof. Daneben sind unter den zehn größten Mietern zwei Hotelketten, die zusammen 3,6 % zu den Mieteinnahmen beitragen. 

Im Bericht für das erste Quartal gibt Demire an, dass für April und Mai Mieten in Höhe von 2,3 Mio. Euro ausstehen. Das entspricht ca. 15 % der Gesamteinkünfte für die beiden Monate. Die meisten Mieter sollten allerdings von den Lockerungen profitieren und sind dann zur Nachzahlung verpflichtet. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über ausreichend Liquidität und hat bis 2024 keine größeren Fälligkeiten zu bedienen. Einen Teil der Mittel nutzt das Unternehmen für einen Aktienrückkauf zu 4,45 Euro je Aktie, wodurch die Aktie einen stabilen Boden erhalten sollte.

Florian Hainzl besitzt Aktien von Demire.


Vincent Uhr: Fastly

Die letzten Wochen und Monate waren turbulent. Allerdings hat es auch einige starke Wachstumsaktien gegeben, die inzwischen stärker zurückgekehrt sind, als vorher. Eine davon ist Fastly (WKN: A2PH9T), deren Aktienkurs sich zwischenzeitlich versiebenfacht hat.

Was ist der Big-Deal bei Fastly? Das Unternehmen sorgt dafür, dass das Internet immer weiter zusammenwächst. Dazu werden strategisch wichtige Knotenpunkte erzeugt, um Daten und Datenquellen näher zusammenzurücken. In einer sich konsequent globalisierenden Welt ein gefragtes Geschäftsmodell.

Die Marktkapitalisierung ist mit knapp über 5 Mrd. US-Dollar noch immer vergleichsweise klein für das gigantische Potenzial. Die Versiebenfachung könnte erst der Anfang sein – allerdings ein Indikator dafür, dass diese Wachstumsgeschichte funktioniert.

Vincent besitzt Aktien von Fastly.


Peter Roegner: PSI Software AG

Die PSI Software AG (WKN: A0Z1JH) gehört zu den Pionieren der Branche: Seit 1969 statten die Berliner die Leitstände von Energieversorgern mit Anwendungen aus. Das stellt rund die Hälfte des Umsatzes von 225 Mio. Euro (2019) dar. Der andere Teil stammt von Industrieunternehmen, die Software zur Optimierung des Energie- und Materialflusses kaufen.

PSI ist in mehreren Wachstumsfeldern hervorragend aufgestellt: Strom und Wärme werden unabhängig von der Konjunktur immer benötigt, der Klimaschutz mit entsprechend notwendigen Investitionen ist erklärtes Ziel der Politik. Ohne die Software von PSI wären die meisten CO2-Einsparungen in der Industrie und die Integration von erneuerbaren Energien nicht erreichbar.

Darüber hinaus wird PSI besonders von der zunehmenden Digitalisierung in der Industrie profitieren, wo die Berliner mehr als 50 verschiedene Verfahren mit Künstlicher Intelligenz im Angebot haben.

Peter besitzt keine Aktien der PSI Software AG.


Christof Welzel: Red Electrica

Red Electrica (WKN: A2ANA3) besitzt in Spanien und international Stromnetze mit einer Länge von über 43.800 Kilometern. Daneben bietet es Beratungs-, Ingenieur-, Bau- und Telekom-Infrastrukturdienste an, einschließlich der Vermietung und Wartung von Glasfaserleitungen. 

Die Dividendenrendite beträgt aktuell hohe 6,05 % (29.06.2020). Dies ist historisch gesehen fast ein Rekordwert. Sie wird übrigens zweimal im Jahr (im Januar und Juli) ausgezahlt. Das Unternehmen konnte sie in den vergangenen Krisen immer stabil halten. Im Zeitraum 2010 bis 2019 sind Umsatz und Gewinn von 1.397 auf 2.007 Mio. Euro beziehungsweise von 390 auf 718 Mio. Euro gestiegen. 

Christof Welzel besitzt keine Aktien der Red Electrica.


Ist das die „nächste Netflix“ (und ein Corona-Gewinner)?

Wegen Corona-Isolation nimmt zurzeit ein Trend doppelt an Fahrt auf, der frühe Investoren so glücklich machen könnte wie die Netflix-Investoren der ersten Stunde: Gaming. Netflix hat seine Aktionäre bereits auf diese Entwicklung vorbereitet „Wir konkurrieren mit diesem disruptiven Trend… und wir werden ihn vermutlich verlieren…!“. Dieses Unternehmen könnte Netflix als König des Next-Gen-Entertainment entthronen. Wir möchten dir gerne alle Einzelheiten über dieses Unternehmen an die Hand geben.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Fastly.

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