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5 Folgen des Bilanzskandals der Wirecard-Aktie

Der Bilanzskandal der Wirecard (WKN: 747206)-Aktie könnte historische Bedeutung erlangen, denn trotz sehr vieler verschiedener Aufsichtsbehörden haben am Ende scheinbar alle nicht funktioniert. So steht beispielsweise die BaFin in der Kritik, den Betrug nicht eher erkannt und geprüft zu haben. Ihr Chef Felix Hufeld räumt selbst eine Schuld der Behörde ein und nennt den Vorfall ein „komplettes Desaster“.

1. BaFin zieht Konsequenzen

Als erste Folge und Konsequenz hat sie nun ihrem Buchprüfer, der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), gekündigt. In den Augen des Bundesjustiz- und des Bundesfinanzministeriums hat der privatrechtliche Verein versagt. Aber ist dies wirklich alles so einfach? Die BaFin hat nach eigenen Angaben im Februar 2019 eine Wirecard-Bilanzprüfung bei der DPR in Auftrag gegeben.

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Wovon die BaFin jedoch wusste, ist die Tatsache, dass bei der DPR gar nicht genügend Personal für eine solche Untersuchung vorhanden ist. Letztendlich beschäftigte sich ein Mitarbeiter mit den Wirecard-Bilanzen. Aber was sollte dieser aufdecken, wenn die Zahlen geschönt wurden? Ist dies nicht alleinige Aufgabe der Wirtschaftsprüfer, die hier anscheinend ihren Richtlinien nicht gefolgt sind?

2. EU überprüft Verhalten der BaFin

Nun schaltet sich die EU ein, die wiederum der BaFin Versagen vorwirft. Sie lässt das Vorgehen der Behörde durch die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA prüfen. Und die Bundesregierung kündigt für die Zukunft eine Verschärfung der Regulierung an.

Einzig sinnvoll wäre dabei jedoch nur eine Art externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die bei Verdachtsfällen die Bilanzen untersucht. Doch auch dann wären wahrscheinlich der starke Kurseinbruch und die Wirecard-Insolvenz nicht zu verhindern gewesen, es sei denn, die privaten Wirtschaftsprüfer hätten bereits 2016 reagiert.

3. Wirecard-Vorstand schürt wieder Hoffnung

Unterdessen schürt der Wirecard-Vorstand nun wieder Hoffnung bei den Anlegern, indem er ankündigt, dass der Geschäftsbetrieb trotz Insolvenz fortgesetzt wird. „Der Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften inklusive der lizensierten Einheiten wird aktuell fortgesetzt“, so der Wirecard-Vorstand. Die Aktie sprang daraufhin mehrere Hundert Prozent in die Höhe. Aber ist dies nicht schon wieder ein Spiel mit dem Vertrauen der Anleger?

So wurde in England der dortigen Tochter Wirecard Card Solutions der Geschäftsbetrieb verboten und alle Konten eingefroren, aus Angst, dass Gelder an die insolvente Mutter abfließen könnten. Darüber hinaus prüfen Visa (WKN: A0NC7B) und Mastercard (WKN: A0F602) einen Lizenzentzug, was für Wirecard das endgültige Aus bedeuten würde.  

Lediglich die Wirecard-Bank wurde vom Insolvenzverfahren ausgenommen. Hier liegen 1,7 Mrd. Euro an privaten Einlagen, die nun vom Staat geschützt werden. Doch insgesamt ist der Vertrauensverlust so enorm, dass eine Geschäftsfortsetzung wie bisher undenkbar erscheint.

4. Wirecard könnte in Teilen verkauft werden

Mittlerweile haben sich Kaufinteressenten für Wirecards existierende und durchaus lukrative Geschäftsteile gemeldet. Dazu gehören das französische Konkurrenzunternehmen Worldline (WKN: A116LR) und Privat-Equity-Fonds. Wordline hat sich bereits kürzlich mit der Übernahme von Ingenico verstärkt und ist so zum europäischen Marktführer aufgestiegen.

5. Immer mehr Klagen

Mittlerweile wurden sehr viele Klagen gegen die BaFin, die Wirtschaftsprüfer Ernst & Young als auch gegen den Staat selbst ins Leben gerufen. Die Anwälte verlangen Schadenersatz, der jedoch den entstandenen Verlust, selbst bei einer Verurteilung, wohl nur geringfügig abdecken wird.

Einer der stark unter Verdacht stehenden Beteiligten, die wahrscheinlich zumindest von dem Betrug gewusst und ihn gedeckt haben, ist der ehemalige Vorstand für das operative Geschäft, Jan Marsalek. Er hat sich nach letztem Stand nun doch dazu entschlossen, sich dem Gericht nicht zu stellen, was ihn sehr verdächtig macht. Marsalek hält sich derzeit vermutlich in China auf.

Die skandalfreie Alternative zu Wirecard

Wirecard hat das Vertrauen der Anleger verspielt. Trotz vielversprechendem Geschäftsmodell hat es sich in eine große Krise geführt.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Mastercard und Visa.

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