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Elektrolyse-Aktien: Plug Power plant den Frontalangriff auf NEL

Plug Power (WKN: A1JA81) ist eine Wasserstoffaktie, die nur wenige auf dem Zettel hatten. Und doch ist der Kurs auch dort explodiert: von rund 1 US-Dollar Ende 2018 auf etwa 7 US-Dollar eineinhalb Jahre später. Aus dem Nischenplayer soll nun ein breit aufgestellter Wasserstoffkonzern werden, der auch NEL (WKN: A0B733) einheizen wird. Hier ist alles, was du zur Offensive des Brennstoffzellenherstellers wissen musst.

Plug Power und seine Aktie erreichen ein neues Niveau

Für viele sah es 2018 danach aus, dass Plug Power nicht durchhalten würde bis zum Durchbruch der Wasserstoffwirtschaft. Operative Gewinne schienen in weiter Ferne. Bei 175 Mio. US-Dollar Umsatz blieb unterm Strich ein Verlust von 78 Mio. US-Dollar. 2019 stieg der Umsatz zwar immerhin auf 230 Mio. US-Dollar, aber das Minus weitete sich sogar noch aus auf 86 Mio. US-Dollar.

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Bekannt geworden ist Plug Power durch seine kompakten Brennstoffzellen für Intralogistikanwendungen, wo sie den Vorteil der minimalen Stillstandszeiten optimal ausspielen können. Über die Jahre hat sich das Unternehmen eine Reihe weiterer Anwendungsfälle erarbeitet, von Luftfahrzeugen über die autonome Stromversorgung bis zum Backup-System für Kliniken.

Bereits Mitte 2018 hat das Unternehmen mit dem Kauf von American Fuel Cell (AFC) wertvolles Know-how rund um Membranelektrodeneinheiten (MEA) erworben. Dabei handelt es sich um einen der zentralen Bausteine eines Brennstoffzellensystems. Die übernommenen Ingenieure hatten auch Erfahrung, wenn es um Brennstoffzellen für Straßenfahrzeuge geht. Es war ein erster Fingerzeig, dass Plug Power vorhat, langfristig aus seiner eng begrenzten Flurförderzeug-Nische herauszuwachsen.

Darauf aufbauend wurde im September 2019 ein Fünfjahresplan vorgestellt. Er sieht vor, den Umsatz bis 2024 auf über eine Milliarde Dollar zu steigern, bei einer operativen Marge von 17 %. Rund 25.000 Brennstoffzellen sollen bis dahin allein für Gabelstapler und Ähnliches jährlich abgesetzt werden. Gleichzeitig strebt das Management an, zum weltgrößten MEA-Hersteller aufzusteigen und bei der Wasserstofflogistik eine zunehmend wichtige Rolle zu spielen.

Dazu passt, dass jetzt United Hydrogen, ein Produzent und Lieferant von Wasserstoff, einverleibt wurde. Noch spannender finde ich allerdings die parallele Übernahme von Giner ELX.

Wie Plug Power mit Giner ELX zum NEL-Rivalen wird

Hersteller von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen sind komplementär unterwegs. Die einen sorgen für die Wasserstoffproduktion und die anderen für die Verstromung des energiereichen Gases. Bisher gingen sich Plug Power und NEL folglich weitgehend aus dem Weg. Sie zogen gemeinsam an einem Strang, um die Wasserstoffwirtschaft voranzubringen.

Die Lage hat sich schlagartig geändert: Mit Giner ELX verfügt Plug Power nun über eine Technologie, die direkt mit NEL konkurriert. Die Elektrolysestacks der Giner-Labs-Abspaltung können auf Wurzeln beim Apollo-Raumfahrtprogramm verweisen und zählen heute zu den besten. Sie kommen unter anderem in den Systemen des deutschen Integrators iGas energy zum Einsatz.

Wie die NEL-Tochter Proton nutzt Giner ELX die PEM-Technologie, die diverse Vorteile gegenüber der bewährten Alkali-Technologie aufweist. Sie ist kompakt, reagiert schnell, ist wartungsfrei und benötigt keine Chemikalien für den Betrieb. Außerdem ist es durch langjährige Forschungsanstrengungen gelungen, bei den Kosten aufzuholen. Auch Siemens (WKN: 723610) glaubt, dass PEM langfristig in vielen Anwendungsbereichen die überlegene Technologie sein wird.

Hinzu kommt, dass Giner ELX bei Modulen für Wasserstofftankstellen und Speicherlösungen Erfahrung mitbringt. Das Unternehmen ist auch gut in Europa vernetzt. All das weist darauf hin, dass Plug Power zu einem ernsthaften Herausforderer für NEL heranwächst.

Plug Power gehört auf die H2-Watchlist

Brennstoffzellen für Gabelstapler war mir bisher immer etwas zu langweilig. Mit dem Herauswachsen in neue Anwendungsfelder sowie der zunehmenden Komplettierung des Technologieportfolios wird daraus jedoch Schritt für Schritt ein möglicher Kandidat für die zukünftige Marktführerschaft in der Wasserstoffwirtschaft. Es ist absehbar, dass weitere Übernahmen folgen werden, um Komplettlösungen aus einer Hand liefern zu können.

Diese Expansion hat natürlich ihren Preis angesichts des bisher noch defizitären Geschäfts. Ähnlich wie bei NEL und anderen Wettbewerbern muss regelmäßig Kapital eingeworben werden. Zuletzt wurden im Mai über eine Wandelanleihe rund 200 Mio. US-Dollar in die Kassen gespült. Das ist grundsätzlich kein Problem, solange das Geld gut investiert wird. Immerhin erwartet das Unternehmen nun, bereits vor Ende 2024 die Milliardenschwelle zu überwinden.

Aber ob die Skalierung wirklich die erhoffte Profitabilität bringt, die für die aktuelle Bewertung von 2,2 Mrd. US-Dollar (26.06.) notwendig wäre? Immerhin erwarten die Analysten von Bloomberg New Energy Finance, dass sich die Kosten der Wasserstoffproduktion bis 2030 halbieren werden. Für mich bedeutet das, dass ein großer Teil der Effizienzsteigerung und der Größeneffekte an die Kunden weitergegeben werden muss, wenn Plug Power im Wettbewerb bestehen will.

In diesem Business kommt es primär auf das Leistungsversprechen an. Ob die Kombination aus Gabelstapler-Brennstoffzellen und PEM-Elektrolysestacks wirklich das Zeug hat, sich an die Spitze zu setzen, hängt von vielen Faktoren ab. Es wird insbesondere darauf ankommen, ob die Investoren weiterhin bereit sind, Millionen zu geben, um aus Plug Power einen Champion der Wasserstoffaktien zu schmieden.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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