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Vonovia-Aktie oder europäischer Immobilien-ETF – was ich heute eher kaufen würde

Foto: Getty Images

Historisch betrachtet gehören Immobilien und Aktien zu den lukrativsten Anlageklassen, in die man sein Geld bisher stecken konnte. Laut eines Artikels der „WirtschaftsWoche“ warfen Immobilien in den letzten knapp 150 Jahren eine Rendite von rund 7,8 % pro Jahr ab. Bei Aktien waren es im gleichen Zeitraum 6,9 % p. a. (Stand: 2017).

Die Vonovia (WKN: A1ML7J)-Aktie vereint diese beiden Welt wie keine andere DAX-Aktie: Vonovia ist ein börsennotiertes Immobilienunternehmen. Aber ist die Aktie wirklich das beste, börsennotierte Immobilieninvestment für Privatanleger? Oder sollten wir lieber breit gestreut in Immobilienaktien investieren? Zum Beispiel in europäische Immobilien-ETFs?

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Was für die Vonovia-Aktie spricht

Es gibt in meinen Augen einen entscheidenden Punkt, der für die Vonovia-Aktie spricht: Fokussierung! Wer sich die Vonovia-Aktie ins Depot legt, der investiert gezielt in den deutschen, österreichischen und schwedischen Wohnimmobilienmarkt. Die meisten Immobilien von Vonovia befinden sich zudem in Top-Lagen.

Quelle: Thomas Brantl, Vonovia-Aktie oder Immobilien-ETF?

Quelle: Thomas Brantl, Vonovia-Aktie oder Immobilien-ETF?

Gleichzeitig bringt die Vonovia-Aktie ein Management mit, dass es in den letzten Jahren verstanden hat, durch gezielte Übernahmen überdurchschnittlich stark zu wachsen. Wer in den letzten Jahren seine Immobilieninvestments ausschließlich in der Vonovia-Aktie gebündelt hat, der konnte von dieser Fokussierung enorm profitieren, denn in den letzten drei Jahren ist die Vonovia-Aktie um über 50 % gestiegen.

Name Vonovia SE
WKN A1ML7J
Marktkapitalisierung 28.686,3 Mio. Euro
Dividendenrendite 3,27 %
Performance letzte 3 Jahre (ohne Dividenden) + 52,51 %

Quelle: onvista.de, Stand: 24.06.2020

Das ist deutlich mehr Rendite als jeder größere hierzulande handelbare Immobilien-ETF, den ich gefunden habe.

Fazit: Wer sich auf wenige – oder gar nur ein einziges – Unternehmen fokussiert, der hat deutliche höhere Renditechancen. Da Chance und Risiko allerdings Hand in Hand gehen, nimmt man mit nur einer Aktie auch ein deutlich höheres Risiko auf sich …

Was für europäische Immobilien-ETFs spricht

… denn es muss nicht zwangsläufig so weiterlaufen wie bisher! Gerade hier bei uns Deutschland könnte ich mir weitere politische Einmischungen vorstellen, die die Vonovia-Aktie ausbremsen könnten. Stichwort Mietpreisbremse oder Mietstundungen aufgrund der Coronapandemie.

Auch ist natürlich nicht gesagt, dass die Übernahmen zukünftig so gut laufen werden, wie das in der Vergangenheit der Fall war. Erst neulich war wieder von einer möglichen Fusion mit der Deutschen Wohnen (WKN: A0HN5C) die Rede. Sollte solch ein großes Unterfangen scheitern oder Vonovia sich mit einer Fusion übernehmen, dann würde die Vonovia-Aktie massiv darunter leiden. Ein in meinen Augen nicht zu unterschätzendes Risiko.

Wer dieses „Klumpenrisiko“ vermeiden möchte, der setzt lieber auf Immobilien-ETFs – zum Beispiel aus Europa. So investiert man in verschiedenen Ländern (reduziert politische Risiken), in verschiedenen Branchen (reduziert geschäftsspezifische Risiken) und vor allem in verschiedene Unternehmen (reduziert das unternehmensspezifische Risiko, zum Beispiel in Form von Übernahmen).

Vonovia-Aktie oder Immobilien-ETFs – es kommt auf die Strategie an!

Im Duell Vonovia-Aktie gegen Immobilien-ETF gibt es somit keinen klaren Sieger! Wer sich gut im Wohnimmobiliengeschäft auskennt und nach einer eingehenden Analyse der Meinung ist, dass Vonovia weiterhin – beispielweise durch Übernahmen und Mieterhöhungen – stärker wachsen wird als der Markt, der sollte zur Vonovia-Aktie greifen. Denn in ihr steckt mehr Wachstumspotenzial als in einem diversifizierten ETF-Korb.

Wer allerdings breit gestreut von der Entwicklung der Immobilienmärkte profitieren möchte, der greift besser zu einem Immobilien-ETF. Das gilt umso mehr für unerfahrene Anleger, Anleger, die weder Zeit noch Lust für eine ausführliche Analyse haben, und für risikoscheue Investoren.

Damit du dir einen Überblick speziell über europäische Immobilien-ETFs verschaffen kannst, möchte ich dir die drei größten hierzulande handelbaren Vertreter kurz und knapp vorstellen.

Diese europäischen Immobilien-ETFs könnten einen Blick wert sein

Der größte europäische Immobilien-ETF, den es laut justETF bei uns zu kaufen gibt, kommt – wie so häufig – aus dem Hause iShares. In diesem Vergleich ist er der ETF mit dem höchsten Fondsvolumen, der besten Performance innerhalb der letzten drei Jahre und der einzige, der eine Dividende ausschüttet.

Name iShares European Property Yield UCITS ETF
WKN A0HGV5
Fondsvolumen 1.416 Mio. Euro
Gesamtkostenquote 0,40 %
Dividendenrendite 3,55 %
Performance letzte 3 Jahre + 1,45 %

Quelle: justETF.com, ETF1.de, Stand: 24.06.2020

Dieser iShares-ETF bildet 55 Unternehmen ab, von denen ein Großteil aus Deutschland kommt (45,4 %). Großbritannien wird von diesem ETF nicht berücksichtigt. Das sorgt dafür, dass der ETF sehr deutschlandlastig und damit eher schwach diversifiziert ist.

Da gefällt mir die Zusammenstellung seines Xtracker-Konkurrenten etwas besser, denn er berücksichtigt auch britische Immobilienunternehmen. Trotzdem ist auch dessen Schwerpunkt Deutschland (28,8 %) gefolgt von Großbritannien (25,3 %).

Name Xtrackers FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe Real Estate UCITS ETF 1C
WKN DBX0F1
Fondsvolumen 417 Mio. Euro
Gesamtkostenquote 0,33 %
Dividendenrendite thesaurierend
Performance letzte 3 Jahre – 0,81 %

Quelle: justETF.com, Stand: 24.06.2020

Am britischen Anteil dürfte es wohl auch liegen, dass der Xtrackers-ETF in den letzten drei Jahren etwas schlechter abgeschnitten hat als der iShares-ETF. Nichtsdestotrotz finde ich die Xtrackers-Variante interessanter, weil dieser ETF deutlich breiter gestreut ist (über 100 Unternehmen werden abgebildet).

Last but not least schickt auch BNP Paribas einen europäischen Immobilien-ETF ins Rennen. Er enthält keine Unternehmen aus Großbritannien und ist entsprechend sehr deutschlandlastig (45,9 %).

Name BNP Paribas Easy FTSE EPRA/NAREIT Eurozone Capped UCITS ETF
WKN A1W15E
Fondsvolumen 247 Mio. Euro
Gesamtkostenquote 0,40 %
Dividendenrendite thesaurierend
Performance letzte 3 Jahre – 1,18 %

Quelle: justETF.com, Stand: 24.06.2020

Auch in Punkto Diversifikation kann BNP Paribas nicht punkten, so werden gerade einmal 42 Unternehmen abgebildet. Für mich ist er damit der uninteressante unter den drei in diesem Beitrag vorgestellten Immobilien-ETFs.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien oder Wertpapiere. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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