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Volatilität am Aktienmarkt: Diese Frau könnte dein Portfolio im 2. Halbjahr durcheinanderwirbeln

Politische Börsen haben kurze Beine. Normalerweise. Doch am 3. November sind Präsidentschaftswahlen in den USA und die dürften es diesmal in sich haben. Uns erwartet ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Biden. Und je nachdem, wen die Umfragen vorn sehen, dürften bestimmte Aktiensegmente nach oben und unten ausschlagen. Auch deutsche Aktien werden sich davon nicht abkoppeln können.

Wer frühzeitig einschätzen kann, wie diese Geschichte ausgeht, könnte folglich im zweiten Halbjahr im Vorteil sein. Ich bin überzeugt, dass eine Frau dabei eine entscheidende Rolle spielen wird.

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Um was geht es nun zwischen Trump und Biden

Trump steht für Steuersenkungen, Deregulierung und Protektionismus. Umweltauflagen wurden gestrichen, monopolistische Strukturen gestärkt und ausländische Konkurrenten attackiert. All das hat zu einem selten zuvor gesehenen Boom geführt. Das hat Konzerne hervorgebracht, die selbst heute, mitten in einer der schwersten Rezessionen der Moderne, mehr als eine Billion US-Dollar wert sind.

Trump ist gut für die Wirtschaft, so das Mantra. Über die Langfristeffekte des zerstörerischen Wirkens auf der internationalen Bühne und der Zersetzung demokratischer Institutionen macht man sich an der Wall Street kaum Sorgen.

Die Demokraten hingegen gelten als sozialer, was mehr Arbeitnehmerrechte, mehr Umverteilung und höhere Steuern bedeutet. Falls einer der Kandidaten des linken Flügels wie etwa Bernie Sanders nun antreten würde, wäre der Kontrast noch größer. Aber die Partei war vor einem solchen Szenario zurückgeschreckt und hat sich in den Vorwahlen für den Konsensmann Joe Biden entschieden.

Aber auch Biden wird marktbewegende Projekte in Angriff nehmen, darunter der Versuch, die Pharmapreise zu senken und eine schlagkräftigere Erneuerbare-Energien-Branche in den USA aufzubauen. Auch die fantastischen Gewinne der Internetkonzerne könnten stärker abgeschöpft werden, sodass weniger für Aktionäre übrigbliebe.

Das alles heißt, dass ziemlich viel Volatilität in die Märkte kommen wird, solange die Umfragen kein klares Bild ergeben.

Warum es wahrscheinlich ein sehr enges Rennen wird

Wenn der Präsident international den ungezogenen Bengel gibt, interessiert das auf den amerikanischen Dörfern niemand. COVID-19 ist jedoch eine andere Geschichte. Beim Management dieser Pandemie gibt Trump ein desolates Bild ab und das kostet Zehntausenden Bürgern das Leben. Nicht nur deshalb sind die Umfragewerte zuletzt in den Keller gerauscht.

Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Es bleiben noch über 100 Tage Wahlkampf und damit genug Zeit, um „Sleepy Joe“, wie sein Herausforderer verächtlich betitelt wird, zu zerlegen. Der frühere Vizepräsident unter Barack Obama wird im November 78 Jahre alt und macht nicht immer den frischesten Eindruck. Dem Trump-Team wird jedes Mittel recht sein.

Besonders gefährlich erscheint die seit April laufende Kampagne mit „Beijing Biden“ als Thema. Biden wird dabei eine besondere Nähe zu Peking nachgesagt:

Joe Biden ignoriert die Bedrohung durch China und gefährdet damit amerikanische Arbeitsplätze und die nationale Sicherheit Amerikas. Die korrupten Verbindungen seiner Familie zur chinesischen Elite werfen ernste Fragen über Bidens Ethik und die geheimen Motive für seine schwache Haltung gegenüber China auf.

In diesem Zusammenhang wird auch klar, warum Trump so erpicht darauf ist, die chinesische Führung aus der Reserve zu locken. Falls diese auf eine der zahllosen Provokationen und Aggressionen kraftvoll antworten würde, könnte der Konflikt sehr schnell eine völlig neue Dimension erreichen. Wie im Kalten Krieg der 80er-Jahre hätte Amerika wieder ein großes Feindbild, das dabei hilft, die Wählerschaft hinter der Führung zu versammeln.

Gleichzeitig sieht die zeitweise chinafreundliche Politik von Obama und Biden unter solchen Bedingungen geradezu wie Staatsverrat aus. Es ist ein riskantes Spiel, das Trump treibt, aber der Mann kommt aus dem Casino- und Unterhaltungsgeschäft. Er geht „all-in“ und das könnte am Ende den Sieg bringen. So war es auch letztes Mal, als er gegen Hillary Clinton siegte. Lange Zeit hatte sie Vorsprung, doch letztlich unterlag sie denkbar knapp.

Die Frau, die für Volatilität am Aktienmarkt sorgen wird

Ein Grund für Clintons Niederlage war die krumme Sache mit dem E-Mail-Server. Auch ihre Persönlichkeit, mit der viele Wähler nicht warmwerden konnten, mag eine Rolle gespielt haben. Aber es gab noch einen dritten Faktor und der heißt Tim Kaine. Den Senator von Virginia wählte sie als „Running Mate“ aus und das war ein Fehler. Der höfliche Mann ist voller guter Intentionen, spricht hervorragend Spanisch und macht wohl einen ordentlichen Job für seinen Bundesstaat.

Aber er passte meiner Meinung einfach nicht. Weder konnte er die Schwächen von Clinton ausgleichen noch neue Stärken hinzufügen. Genau das hätte sie jedoch gebraucht, um die Oberhand zu behalten. Umso wichtiger wird es bei der kommenden Wahl sein, dass Biden ein glücklicheres Händchen beweist. Sicher ist bereits, dass es eine Frau sein wird.

Danach wird es jedoch kompliziert. Inmitten der „Black lives matter“-Bewegung sprechen sich viele dafür aus, eine „woman of color“ auszuwählen. Die strenge Senatorin Kamala Harris wäre dann die naheliegende Wahl. Sie hat allerdings im Mai ein Gesetzesvorhaben eingebracht, um als rassistisch empfundene Begriffe wie „China-Virus“ zu verurteilen. Damit geriet sie sofort ins Visier der „Beijing Biden“-Kampagne. Sie habe keine Antworten auf den Aufstieg von China.

Würde die Wahl hingegen auf die angriffslustige Elizabeth Warren fallen, dann würde die Sozialismuskeule herausgeholt. So hat jede potenzielle Vizepräsidentenkandidatin ihre Stärken und Schwächen. Sie darf nicht zu viel Angriffsfläche bieten und muss doch ein schlagkräftiges Duo mit Biden bilden, ohne jedoch wie seine Tochter oder Enkelin auszusehen.

Wie all das dein Depot beeinflussen wird

Ich denke, es sind hier zwei Dinge zu beachten. Zum einen geht es um die Differenzen in der Innenpolitik, die unter anderem Waffen-, Pharma- und Windkraft-Aktien treiben könnten. Davon sind auch viele Konzerne aus dem deutschsprachigen Raum betroffen, wenn sie eine starke Präsenz in den USA haben. Noch wichtiger sind aber wahrscheinlich die geopolitischen Implikationen.

„Beijing Biden“ hat Sprengkraft und wenn es der „Running Mate“ nicht gelingt, diesem durchtriebenen Spiel den Wind aus den Segeln zu nehmen, dann könnte sich das Ganze gefährlich hochschaukeln. Dass die europäische Exportindustrie beim Streit der Großmächte als lachende Dritte herauskommen, wäre grundsätzlich möglich, ist aber eher unwahrscheinlich.

Den Risiken einer Verschärfung der bereits jetzt schwierigen Lage stehen jedoch die Chancen einer Entspannung gegenüber. Je früher sich abzeichnet, dass die eine oder andere Seite gewinnen wird, desto besser können wir unser Depot darauf ausrichten. Ich bin sicher: Die Mitstreiterin von Joe Biden wird einer der entscheidenden Faktoren sein.

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