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Für bis zu 10.900 Mio. US-Dollar schließt die Bayer-Aktie nun ihre US-Glyphosatakte

Foto: Peter Roegner
  • Bayer schließt umfassenden Glyphosat-Vergleich.
  • Weitere Einigung für Dicamba und PCB.
  • Zukünftige US-Verfahren dürften eher für Bayer ausfallen.
  • Die Kosten werden über Sparmaßnahmen ausgeglichen.

Die im Jahr 2018 vollzogene Monsanto-Übernahme brachte für den Bayer (WKN: BAY001)-Konzern bisher nur Schwierigkeiten. Sie war mit 63 Mrd. US-Dollar nicht ganz günstig und kurz darauf kamen plötzlich immer mehr Glyphosat-Klagen auf. Am Ende waren es ganze 125.000.

Auf lange Sicht erreicht Bayer aber dennoch alle seine Ziele, denn Monsantos Saatgutgeschäft ist sehr wertvoll. Der Konzern ist nun Weltmarktführer dieses Sektors und kann diesen Status über die kommenden Jahre für sich nutzen.

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Bayer schließt umfassenden Glyphosat-Vergleich

Heute (24.06.2020) gab es eine gute Nachricht für die Bayer-Aktie im jahrelangen US-Glyphosat-Rechtsstreit. Der Konzern hat sich mit dem vom Gericht benannten Unterhändler Kenneth R. Feinberg auf eine Zahlung von 8,8 bis 9,6 Mrd. US-Dollar geeinigt. Darin enthalten ist eine Pauschale für alle noch nicht eingereichten Klagen.

Im Gegenzug sind etwa 75 % aller 125.000 Roundup-Klagen abgegolten. Bayer zog einen Vergleich weiteren jahrelangen Prozessen vor, weil diese mit einem unsicheren Ausgang verbunden gewesen wären. Die Einigung enthält zudem wichtige Richtlinien zur Beilegung aller übrigen und zukünftigen Verfahren, was Bayer sehr wichtig war.

Erfreulich ist außerdem, dass für weitere 1,25 Mrd. US-Dollar eine separate Vereinbarung für alle zukünftigen Klagen geschlossen wurde. Sie sieht unter anderem vor, dass ein Wissenschaftsgremium beurteilt, ob Roundup krebserregend ist oder nicht, was wiederum für Bayer spricht. Die Übereinkunft bedarf nur noch der Zustimmung des Richter Vince Chhabria vom U.S. District Court for the Northern District of California. Bayer möchte jeweils 2020 und 2021 5 Mrd. US-Dollar sowie die Restsumme der 10,9 Mrd. US-Dollar 2022 überweisen.

„Der Roundup-Vergleich ist für Bayer der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt, um eine lange Periode der Unsicherheit zu einem Ende zu bringen“, so Bayers Vorstandsvorsitzender Werner Baumann.

Weitere Einigung für Dicamba und PCB

Bayer konnte weiterhin für seine Dicamba- und einen wesentlichen Teil seiner PCB-Klagen eine Einigung erreichen. Hier wird der Konzern bis zu 400 Mio. US-Dollar beziehungsweise etwa 820 Mio. US-Dollar zahlen. Zu den 400 Mio. US-Dollar wird die mitangeklagte BASF (WKN: BASF11) sehr wahrscheinlich einen Teil beisteuern.

Zukünftige US-Verfahren dürften eher für Bayer ausfallen

Für die Fälle Johnson, Hardeman und Pilliod gelten die Vereinbarungen nicht. Sie werden deshalb weiterhin Berufungsverfahren durchlaufen. Aber auch hier kommt Bayer zugute, dass in den oberen Instanzen keine Geschworenen, sondern Berufsrichter urteilen. Sie werden sich eher auf Gutachten und Behörden berufen, die für Bayer sprechen. So hat beispielsweise die US-Umweltbehörde Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung als nicht krebserregend eingestuft.

Erst kürzlich entschied ein kalifornisches Gericht, dass Roundup (Glyphosat) nicht einmal einen Warnhinweis auf eine mögliche Krebsgefahr benötigt, um verkauft werden zu dürfen. Darauf hatte zuvor der Bundesstaat Kalifornien gedrungen, nachdem die WHO-Krebsforschungsagentur IARC Roundup 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hatte.

Anhand der Diskussion ist erkennbar, dass die Lage aber anscheinend nicht so eindeutig ist, wie sie Bayer gerne hätte. Die sachgemäße Glyphosatanwendung sieht vor, dass Menschen nicht direkt mit dem Mittel in Kontakt kommen, was bei einer großflächigen Ausbringung aber kaum zu verhindern ist.

Die Kosten werden über Sparmaßnahmen ausgeglichen

Eines ist aber auch klar: Die Finanzierung der Gerichtskosten wird Bayer über Sparmaßnahmen wieder zurückholen. So gab der Konzern schon 2019 gekannt, bis 2022 die jährlichen Ausgaben um 2,6 Mrd. Euro senken zu wollen. Zudem wurde das Tiergesundheitsgeschäft für 7,6 Mrd. US-Dollar veräußert, das schon allein fast alle Kosten abdeckt.

Langfristig wird sich Bayer wohl eher von Roundup verabschieden. So hat der Konzern bereits angekündigt, innerhalb der nächsten zehn Jahre 5 Mrd. Euro in die Entwicklung besserer Unkrautbekämpfungsmittel und -verfahren investieren zu wollen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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