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Wirecard oder BASF? Auf diese DAX-Aktie würde ich jetzt eher setzen!

Sind die Aktien von Wirecard (WKN: 747206) und BASF (WKN: BASF11) in irgendeiner Weise vergleichbar? Nein, ich vermute vom Operativen her grundsätzlich eher nicht. Der eine Name versteckt einen DAX-Zahlungsdienstleister, der grundsätzlich als dynamische Wachstumsgeschichte gilt. Hinter dem zweiten Namen verbirgt sich hingegen ein DAX-Chemiekonzern, der mit den Wirtschaftszyklen schwankt. Wie gesagt: Da fällt es schwer, Parallelen zu finden.

Es könnte jedoch einen Blickwinkel geben, der beide DAX-Aktien neben der Mitgliedschaft im heimischen Leitindex eint: Baustellen beziehungsweise Probleme. Schauen wir im Folgenden daher einmal, wo hier die jeweiligen Hindernisse liegen. Und welche dieser beiden Aktien unter Würdigung von Problemen, Bewertung und weiteren Aussichten der attraktivere Name ist.

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Wirecard: Günstig, wachstumsstark, gigantische Baustelle

Eine erste Aktie, die momentan ein riesiges Problem hat, ist die von Wirecard. Im Grunde genommen fehlen hier 1,9 Mrd. Euro, die die Wirtschaftsprüfer von E&Y nicht final überprüfen konnten. Das wiederum schürt Zweifel an der Richtigkeit der Bilanz, wobei dieser Betrag einem Anteil der Bilanzsumme von rund einem Viertel entspricht.

Und all das nach den ganzen Schlagzeilen der „Financial Times“. Sowie dem kritischen Prüfbericht der KPMG und im Endeffekt anderthalb durchwachsenen und schwierigen Jahren, in denen Investoren stets zittern mussten. Das führt hier zu einem gigantischen Problem. Und einer insgesamt unklaren Perspektive. Zumal sich die Anzeichen in diesen Tagen verdichten, dass die besagten 1,9 Mrd. Euro womöglich unauffindbar bleiben werden.

Die Aktie ist im Zuge dessen ordentlich gecrasht und notierte teilweise 80 % unter dem Wert seit Beginn der letzten Woche. Das hat, selbst gemessen an den 2018er-Zahlen, zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis im einstelligen Bereich und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von lediglich knapp über 1 geführt. Wobei über alldem eine Frage schwebt: Was ist all das noch wert, selbst in Anbetracht von eigentlichen Wachstumsraten im deutlich zweistelligen Prozentbereich?

Eine Frage, die jetzt wichtiger denn je geworden ist und eine günstige Bewertung in den Schatten stellt. Das Vertrauen ist hier jedenfalls weg. Teile des Managements ebenfalls. Und was bleibt, ist ein Bilanzskandal mit ungewissem Ausgang, der Investoren, Medien und Analysten vermutlich noch einige Zeit auf Trab halten wird.

BASF: „Teurere Bewertung“, aber kleinere Probleme!

Im Gegenzug dazu hat die Aktie von BASF vergleichsweise geringe Probleme. Aufgrund eines abnehmenden Wirtschaftszyklus sowie Baustellen wie der Handelskonflikt und jetzt das Coronavirus sind die Ergebnisse bereits seit einiger Zeit rückläufig. Nach einem 2017er-Ergebnis je Aktie in Höhe von 6,62 Euro wurden im Jahre 2018 bloß noch 5,12 Euro erzielt. Im Geschäftsjahr 2019 hingegen lediglich noch 2,98 Euro.

Auch für das Geschäftsjahr 2020 zeichnen sich wirtschaftlich schwierige Zeiten ab: Im ersten Quartal stiegen die Umsätze zwar aufgrund eines Mengenwachstums um 7 % im Jahresvergleich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor Sondereffekte knickte jedoch um 6 % ein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag hingegen weitere 18 % unter dem Vorjahreswert. Je Aktie kam BASF auf ein Ergebnis in Höhe von 0,96 Euro nach einem Vorjahreswert von 1,53 Euro.

Wie gesagt: Für das Geschäftsjahr 2020 sind das weiterhin keine positiven Vorzeichen. Zumal das zweite Quartal womöglich von größeren coronabedingten Einschränkungen betroffen sein wird. Das wiederum könnte das Zahlenwerk weiterhin belasten und führt vielleicht sogar dazu, dass die zuletzt stete und konstante Dividende nicht mehr nachhaltig sein wird. Genauer gesagt sind es die zuletzt ausgezahlten 3,30 Euro je Aktie gemessen am 2019er-Gewinn schon nicht mehr.

Mittel- bis langfristig besteht allerdings weiterhin die Perspektive, dass BASF wieder zur alten Stärke zurückfinden kann. Eine Aussicht, die es bei der Bewertung zu berücksichtigen gilt. Das Coronavirus, ein wirtschaftlicher Abschwung und selbst ein Handelskonflikt halten schließlich nicht ewig an.

Auf jeden Fall: BASF!

Ich weiß nicht, ob ich die BASF-Aktie momentan als Schnäppchen oder als fair bewertet bezeichnen würde. In jedem Fall würde ich die Anteilsscheine des DAX-Chemiekonzerns jetzt jedoch der Wirecard-Aktie vorziehen. Das Schicksal des Zahlungsdienstleisters ist momentan einfach unvorhersehbar, da hilft auch keine preiswerte Bewertung. Hier heißt es in meinen Augen einfach bloß: Finger weg!

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Vincent besitzt Aktien von BASF und Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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