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Die wichtigste Eigenschaft einer großartigen Investition: Sie macht, was sonst niemand schafft

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Was macht Unternehmen wirklich wertvoll? Je länger ich die Börse kenne, desto stärker habe ich das Gefühl, dass es vor allem auf eine Sache ankommt: Die besten Unternehmen mit den stärksten Aktienkursentwicklungen machen Dinge, die sonst niemand schafft.

Unternehmen werden oft im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen analysiert. Dabei wird untersucht, wie ihre Produkte und Dienstleistungen positioniert sind, welche Preise sie erzielen, wie das Umsatzwachstum aussieht und viele andere Aspekte. Wenn man die Welt so betrachtet, erscheinen viele Unternehmen ähnlich, und es stellt sich nur noch die Frage, welche Unternehmen ein wenig besser oder schlechter sind.

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Das hat natürlich auch seine Relevanz, schließlich sind sich viele Unternehmen sehr ähnlich, und in ganzen Branchen sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Wettbewerbern überschaubar. Die wirklich großen Erfolge an der Börse haben ihren Ursprung aber wahrscheinlich nicht besonders oft in kleinen Unterschieden, sondern in etwas absolut Grundlegendem: Ein Unternehmen macht etwas, was sonst niemand schafft. Und zwar wirklich niemand. Das kann einerseits eine radikale technologische Innovation sein, oft sind es aber auch Netzwerke oder operative Kapazitäten in riesiger Größenordnung, die es Wettbewerben fast unmöglich machen, aufzuholen. Und wer eine Alleinstellung innehat, hat oftmals Preissetzungsmacht, was hohe Gewinne einbringen und Aktionäre belohnen kann.

Nehmen wir Amazon (WKN: 906866) als erstes Beispiel. Der Gigant des Internethandels hat ein Geschäftsmodell, das theoretisch leicht kopierbar ist, aber eben nur theoretisch. Seine immensen, hochmodernen Lager- und Logistikkapazitäten nachzuahmen wäre ein Unterfangen, das solch unvorstellbare Mengen an Kapital verschlingen würde, dass sich niemand überhaupt erst rantraut. Amazon als Händler zu kopieren war vor vielen Jahren schaffbar, aber diese Zeiten sind vorbei. Interessanterweise gilt das nicht für die Cloud, wo Amazon mit AWS zwar ebenfalls eine hervorragende Position hat, die tiefen Taschen und Ambitionen der anderen Tech-Giganten aber eine Aufholjagd ermöglicht haben.

Facebook (WKN: A1JWVX) hingegen ist es gelungen, einen großen Teil der Welt auf seinen Plattformen, zu denen auch WhatsApp und Instagram zählen, zu vereinen. Technologisch gesehen ist das nicht schwer kopierbar, denn Facebooks Funktionen sind nicht besonders anspruchsvoll, aber der Netzwerkeffekt, also dass die Plattformen vor allem deswegen so nützlich sind, weil bereits so viele Nutzer auf ihnen sind, ist sehr schwer einzuholen – und deshalb ist Facebooks Position in sozialen Medien aktuell einmalig auf der Welt.

Der Netzwerkeffekt ist übrigens auch der Grund, wieso eBay (WKN: 916529) noch immer der unangefochtene Marktplatz für Bieterverkäufe ist. Sehr frühe Investoren sind dadurch reich geworden. In den letzten Jahren ist es dann ruhiger um eBay geworden, das lag aber vor allem daran, dass sich das Bieten auf Gegenstände als kleinerer Markt herausstellte, als eine Zeit lang gedacht.

Blicken wir noch in die Autowelt. Hier sind sich die meisten Hersteller ziemlich ähnlich, und fast alle haben auch gemeinsam, dass ihre Aktienkurse in den letzten Jahren seitwärts oder abwärts tendierten. Zwei Unternehmen fallen hier aber aus dem Rahmen, denn ihnen gelingt, was sonst niemand schafft.

Das eine Unternehmen ist Ferrari (WKN: A1ACKK). Ferrari hat sich als absolute Ikone und Luxushersteller etabliert. Die wenigen produzierten Autos (2019 wurden gerade einmal 10.131 verkauft) treffen auf große Nachfrage und tiefe Taschen. Ferrari produziert absichtlich weniger Autos, als es Nachfrage gibt. So kann das Unternehmen sehr hohe Preise verlangen und dadurch hervorragende Margen erzielen. Laut Schätzungen erwirtschaftete Ferrari in 2019 je verkauftem Auto einen Gewinn in Höhe von circa 86.000 Euro. Laut der Unternehmensberatung Brand Finance ist Ferrari die stärkste Marke der Welt. So schafft das italienische Unternehmen Margen, von denen andere Autohersteller nur träumen können.

Tesla (WKN: A1CX3T) hat aus ganz anderen Gründen eine Alleinstellung unter den Autoherstellern. Es ist der einzige Autoproduzent, der nur mit Elektroautos weltweiten Erfolg erreicht hat. Das hat sonst (noch) niemand geschafft, und wenn man sich die Rückstände anderer Hersteller bei Batterie- und auch elektrischer Antriebstechnik ansieht, stellt sich die Frage, wie leicht Tesla von der Konkurrenz eingeholt werden kann.

Als Anleger sollte man sich meiner Ansicht nach bewusst sein, dass viele der lohnenswertesten Investitionen die Eigenschaft teilen, dass sie Dinge machen, die sonst niemand schafft. Diese Unternehmen sind also nicht besser als andere, sondern sie spielen in ihrer eigenen Liga, und das ganz allein.

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Offenlegung: Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Amazon und Tesla. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Facebook und Tesla. The Motley Fool empfiehlt eBay und die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $18 Calls auf eBay, Short Januar 2021 $37 Calls auf eBay, Long Dezember 2021 $130 Calls auf Ferrari, Short Januar 2022 $1940 Calls auf Amazon und Long Januar 2022 $1920 Calls auf Amazon.

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