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Crash voraus? Mit 10.000 Euro zur perfekten Absicherung

Crash voraus! Alle Mann zu den Rettungsbooten!

Nach einer nun beinahe drei Monate andauernden Aufholjagd haben sich viele Investoren an locker-lässig steigende Kurse gewöhnt (Stand: 16.06.2020). Doch Börsenprofis wissen: Ein radikaler Absturz kann jederzeit kommen. Ganz egal, welches Zeugnis die Börsenlegende des Vertrauens der Weltwirtschaft aktuell ausstellt.

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Langfristig denkende Anleger stehen mal wieder vor der Frage: Was tun? Soll man dem Crash einfach tatenlos zuschauen oder das Depot gar aktiv mithilfe von allerlei ungewohnten Finanzprodukten absichern?

Wer sich in seiner Crash-Prognose absolut sicher ist, kann seinen guten Riecher tatkräftig unter Beweis stellen und mit Haus und Hof gegen den Aktienmarkt wetten. In solchen Zeiten werden Börsenlegenden geboren!

Doch wer keine Glaskugel sein Eigen nennt, ist in meinen Augen jetzt am besten an der Seitenlinie aufgehoben. Jedenfalls dann, wenn die Vorbereitungen optimal erledigt wurden.

Absicherung – alles klar! Oder etwa doch nicht?

Vorbereitungen? Welche Vorbereitungen? Ha! Erwischt!

Die gute Nachricht ist: Viele Investoren werden sich instinktiv auf einen Crash vorbereitet haben. So blöd, wie oft behauptet wird, ist der Wald-und-Wiesen-Investor meiner Erfahrung nach nicht.

Was der einfache Anleger schafft, kann so kompliziert nicht sein. Das ist seltsam. Schließlich wirkt die Börse und ihre zahlreichen Werkzeuge oft furchtbar komplex.

So komplex, dass sich der geneigte Anleger vermutlich zuerst PUT-Optionen, Short-Positionen oder ähnlichen Grausamkeiten zuwendet. Die Strategie ist klar: Sobald die Kurse nach unten zucken, wird gegen den Markt gewettet. Die daraus resultierenden Gewinne gleichen dann die Verluste der langfristigen Aktienpositionen aus.

Reaktionen sind Illusionen

Das klingt perfekt! Hoch oder runder – so schwer ist das ja nicht. Genau dieses Argument begegnet mir bei praktisch jeder gut sortierten Finanzmesse. Leider! Denn die optimale Strategie ist das in meinen Augen nicht.

Wie stellt sich der Privatanleger das eigentlich vor? Ein schwerer Crash schickt keine Warnmeldung. Es gibt keinen Wetterbericht, der in der kommenden Woche zum Regenschirm rät.

Wenn der Crash kommt, dann kommt er blitzartig. Am 12.03.2020 verlor der DAX innerhalb eines Tages über 7 % an Wert. An einem Donnerstag! Ein zeitnaher Kauf geeigneter Absicherungen erscheint mir angesichts dieser Rahmenbedingungen als sehr unrealistisch.

Außerdem: Will man nun seine gesamte Investorenkarriere damit verbringen, die Kurse seiner Schätze in der 5-Minuten-Ansicht zu überwachen? Das ist nicht nur unrealistisch, sondern auch ein ziemlich trauriger Lifestyle.

Crash-Indikatoren versagen andauernd

Investoren, die es mit dem Timing nicht ganz so genau nehmen wollen, können auch in höheren Zeitebenen denken. Aus dieser Perspektive kann man es ruhiger angehen lassen und sich hin und wieder einfach den folgenden Fragen widmen:

  • Öffnen die Notenbanken zeitnah die Geldschleusen?
  • Was machen die Zinsen?
  • Wie weit haben sich die Kurse vom 200-Tage-Durchschnitt entfernt?
  • Haben sich die kommerziellen Händler an den Terminmärkten abgesichert?
  • Wie ist die Stimmung? Herrscht Gier oder Angst?
  • Welchen Wasserstand melden Shiller-KGV und Buffett-Indikator?

Wann immer der Crash-Indikator der Wahl auf Rot dreht, wird die Defensive verstärkt. Einfach und entspannt!

Doch triviale Indikatoren, die auf der Metaebene operieren, sind nicht so treffsicher, wie viele glauben. Das Shiller-KGV verweilt seit 2015 im roten Bereich. Der Buffett-Indikator sendet praktisch andauernd Alarm. Trotz allem verteuerte sich der Gesamtmarkt in den vergangenen Jahren munter weiter.

Die einzig wahre Crash-Strategie

Hatte ich erwähnt, dass der Wald-und-Wiesen Investor oft besser abgesichert ist, als viele glauben? Gar besser, als er selbst glaubt? Ja, das hatte ich – und es stimmt!

Denn diese Klientel versucht erst gar nicht, sich aus Indikatoren oder Kursmustern einen Reim zu machen. Das klingt nach intellektueller Faulheit. In Wahrheit ist diese Strategie die einzig wahre – denn den perfekten Crash-Indikator mit dem perfekten Timing gibt es nicht.

Warum sich mit etwas beschäftigen, was es ohnehin nicht geben kann? Im Crash sind alle Theorien Makulatur. Dann zählt nur Handfestes. Zum Beispiel Bargeldreserven in Höhe von 10.000 Euro, die einen ruhig schlafen lassen.

Wer sich einen üppigen Notgroschen zurückgelegt hat, kommt durch jeden Crash, ohne verkaufen zu müssen. Im Einzelfall mögen 10.000 Euro zu viel oder zu wenig sein. Doch die Richtung ist klar: Wer gut vorbereitet ist und einige Reserven hat, kann entspannt auf den nächsten Crash warten – und der kommt so sicher wie der jährliche Aktionärsbrief von Warren Buffett.

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