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Könnten diese Entwicklungen bei der Commerzbank-Aktie einen Turnaround einleiten?

Commerzbank (WKN: CBK100)-Aktionäre hatten in den letzten Jahren nicht viel Freude und sahen ihre Beteiligung seit 2007 nur noch fallen. Die meisten von ihnen hielten dem Institut wahrscheinlich nur aufgrund der Dividende weiterhin die Treue.

An diesem Beispiel ist erkennbar, wie falsch diese Entscheidung sein kann, denn mit einem Kursverfall von über 98 % haben die Aktionäre bis heute quasi einen Totalverlust erlitten (11.06.2020).

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Dividendenpolitik und Bankenumfeld

Krisenanfällige Unternehmen wie die Commerzbank sollten im Grunde gar keine Dividende ausschütten, da sie für die konjunkturschwachen Jahre Reserven bilden müssen. Dennoch tun sie es unvernünftigerweise, um ihre Aktionäre nicht zu verärgern.

Dass nicht nur die Commerzbank unter den aktuellen Rahmenbedingungen leidet, vor allem unter den Negativzinsen, deren Ende nicht absehbar sind, zeigt der europäische Index STXE 600 Banken (WKN: 965880), der eine ähnliche Entwicklung wie die Commerzbank selbst vollzog. Hier handelt es sich also hauptsächlich um ein Branchenumfeldproblem und weniger um spezielle Schwierigkeiten innerhalb der Commerzbank.

Mittlerweile ist mit dem Coronavirus die nächste Wirtschaftskrise eingetroffen. Zwar betont der Commerzbank-Vorstand, dass es diesmal keine Bankenkrise geben wird, da die Eigenkapitalausstattung sehr viel besser als noch 2007 ist, aber wie schnell es wiederholt bergab gehen kann, zeigt das erste Quartal 2020. In diesem verbuchte die Bank einen Verlust von 295 Mio. Euro, obwohl die Krise dort erst begann. Für das zweite Quartal 2020 wird das Minus sicherlich deutlich höher ausfallen.

Cerberus ist mit seiner Geduld am Ende

Zwar hat die Commerzbank Sparmaßnahmen eingeleitet und möchte etwa 200 seiner 1.000 Filialen abbauen, aber dem zweitgrößten amerikanischen Aktionär und Investor Cerberus reicht dies nicht. Er ist seit 2017 engagiert und hat trotz der damals schon tiefen Kurse bereits über 50 % mit der Aktie verloren (11.06.2020).

Er erhöht nun den Druck auf das Management und fordert tiefgreifende Maßnahmen, um die Profitabilität zu erhöhen. Cerberus wirft der Bank vor, sich auf unprofitables Ertragswachstum konzentriert zu haben. Damit ist der Bereich der Privat- und Firmenkundenkredite gemeint, der aufgrund des Zinsumfeldes nicht sehr profitabel ist. Der Vorstandsvorsitzende Zielke hatte damit auf eine Zinswende gesetzt, die wahrscheinlich noch lange nicht eintritt.

Der Investor wirft der Commerzbank weiterhin vor, seine Beratungsangebote abzulehnen. Cerberus fordert weitere harte Einschnitte, um den Turnaround einzuleiten. Er droht mit einem Zusammenschluss mit anderen Aktionären, um seine Forderungen durchzusetzen. Kurzum: Cerberus möchte die Gewinne und damit die Aktie deutlich steigen sehen.

Zwar ist dieser Druck für die Mitarbeiter und die Bank unschön, aber wahrscheinlich erfordert es tatsächlich drastische Maßnahmen, um die Profitabilität der Commerzbank deutlich zu erhöhen. Kleine Schritte sind weniger unangenehm, zeigen aber bisher wenig Erfolg.

Cerberus hat bei dem Institut einen schweren Stand, denn derzeit hält der deutsche Staat immer noch 15 % der Commerzbank-Aktien und dieser wird weiteren drastischen Kostensenkungen sicherlich nicht zustimmen. Dennoch ist auch er mit den Ergebnissen nicht zufrieden und hat deshalb die Boston Consulting Group mit der Erstellung eines Konzeptes beauftragt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Bank weitere Filialen abbauen und die Digitalisierung forcieren sollte.

Fazit

Greift Cerberus nun also durch und leitet einen Turnaround ein? Das Unternehmen scheint es ernst zu meinen, denn es möchte nun zwei Vertreter in den Commerzbank-Aufsichtsrat entsenden und hat nicht vor, sich zurückzuziehen.

Hier könnte sich also über die kommenden Monate einiges in Bewegung setzen und so hoffentlich eine dauerhafte Wende in der Bank- und Aktienkursentwicklung einleiten.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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