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BRICS mit Problemen: Was uns Gazprom, Pepkor, Tata, AMBEV und ICBC über das zweite Halbjahr 2020 verraten

Foto: Getty Images

In diesen Tagen richten sich alle Augen auf die USA und den vielbeschworenen V-förmigen Aufschwung. Dank unvorstellbarer Summen, die die Regierungen in die Wirtschaft pumpen, sollen sich die Einbußen der COVID-19-Pandemie schon bald in Luft aufgelöst haben, als ob „par Ordre du Mufti“ die Krise überbrückt werden könnte. Entsprechend notieren viele Aktien nahe ihrer Allzeithochs.

Aber ist es wirklich so einfach? Lass uns vom Amerikafokus lösen und auch über den europäischen Tellerrand hinausblicken. Dann erkennen wir am Horizont ein Gebilde, das wirtschaftlich in etwa so groß wie beide zusammen ist und weit über 3 Milliarden Einwohner hat: BRICS. Und BRICS geht es nicht gut. Ich denke, Anleger sollten diese Tatsache nicht ignorieren. Hier sind die Details.

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Die Lage der BRICS ist schlecht

BRICS wurde als Gegenstück zu den etablierten großen Industriestaaten gegründet. Sie vereint einige der größten aufstrebenden Volkswirtschaften der Welt: China, Indien, Brasilien, Russland und Südafrika. Über einige Jahre hinweg erlebten sie nie zuvor gesehenes Wachstum, getrieben von der Industrialisierung Chinas und dem damit verbundenen Rohstoffhunger. In den letzten Jahren haben sie sich jedoch stark auseinanderentwickelt.

Während China weiterhin konsequent voranschritt, stolperte zum Beispiel Brasilien von einer Krise in die nächste. Auch Russland, Südafrika und Indien hatten mit diversen Problemen zu kämpfen, sodass sie frühere Hoffnungen nicht erfüllen konnten. Faktoren wie niedrige Rohstoffpreise, innenpolitische Konflikte, Naturkatastrophen und Sanktionen spielen dabei eine Rolle.

Zum ungünstigsten Zeitpunkt schlug jetzt auch noch das Coronavirus zu. Sehen wir uns die Länderstatistik zu den Fallzahlen an, dann rangieren mit Russland, Brasilien und Indien gleich drei BRICS-Staaten unter den Top 5, was die aktiven Fälle angeht. Und in Südafrika und den bevölkerungsreichen Teilen Brasiliens beginnt jetzt der Winter. Während die Lage in China stabil wirkt, erleben die vier anderen steil nach oben zeigende Infektionen.

Das heißt, dass bis zu 2 Milliarden Menschen in diesen Ländern noch wochenlang mit starken Einschränkungen leben müssen und viele Millionen von der Mittelschicht zurück in die Armut abrutschen werden.

Kann man das einfach ignorieren?

Die lokalen Börsen ignorieren die Lage nicht

Aber lass uns doch ein paar bekannte Aktien aus den BRICS-Ländern heranziehen, um uns ein Bild zu verschaffen, was die dortigen Anleger über die Aussichten ihre Konzerne denken.

Die russische Gazprom (WKN: 903276) ist der wohl mit Abstand wichtigste Devisenbringer des Landes. Sie notiert mehr als ein Viertel unter ihrem 52-Wochen-Hoch, wobei die Schwäche des Rubels noch hinzukommt. US-Sanktionen gegen das Prestigeprojekt Nord Stream 2 und die Rivalität mit Saudi-Arabien lasten auf dem Geschäft. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 5,5 % zurückgeht – trübe Aussichten.

Gehen wir weiter nach Südafrika, wo die Steinhoff (WKN: A14XB9)-Tochter Pepkor (WKN: A2JPBS) einige der größten Einzelhandelsketten betreibt. Die dortige Bevölkerung wächst mit einer Rate von 1,4 % und wenn viele davon den Aufstieg in die Mittelschicht schaffen würden, dann müssten die Geschäfte des expandierenden Pepkor florieren. Aber die Aktie notiert in Lokalwährung 32 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, in Euro umgerechnet sprechen wir fast von einer Halbierung.

Indien wiederum sollte die nächste Lokomotive der Weltwirtschaft werden und schickte sich an, mit zweistelligen Wachstumsraten aufzutrumpfen. Trotz riesiger Konjunkturprogramme dürfte damit erst einmal Schluss sein. Der Nifty 50 Index notiert noch 15 % unter dem Kurs vom Jahresanfang und die Rupie hat gleichzeitig über 6 % verloren gegenüber dem Euro. Traditionsreichen Konzernen wie etwa die Tata-Gruppe geht es nicht gut, Tata Motors (WKN: A0DJ9M) steht mit dem Rücken zur Wand.

Eine der bekanntesten brasilianischen Konzerne ist die Brauereigruppe AMBEV (WKN: A1W749), deren Aktie seit Längerem herumdümpelt und heute unter den Niveaus von 2015 bis 2019 notiert, obwohl auch dort die Währung deutlich gegenüber dem Euro abgewertet hat. Wer in Frankfurt gekauft hat, der sitzt auf Verlusten von mehr als 50 % über einen Zeitraum von zwei Jahren, zuletzt beschleunigt durch COVID-19. Der Durst auf teures Bier ist der Bevölkerung offenbar vergangen und das ist kein gutes Zeichen.

Zuletzt wollen wir dann auch noch einen Blick nach China werfen, wo mit der ICBC (WKN: A0M4YB) die wohl weltgrößte Bank ihren Sitz hat. Beim Kurs von 5,25 Yuan Renminbi (8. Juni) notiert die Aktie 13 % unter den Kursen vom Jahresanfang. Dieses Kursniveau wurde bereits Mitte 2015 übertroffen und damals war die Währung noch etwas stärker als heute. In China haben viele Regionalbanken derzeit zu kämpfen. Die Zentralregierung verlangt, dass mehr Darlehen vergeben werden, aber gleichzeitig steigen die Kreditausfälle an. Die Wahrscheinlichkeit, dass Finanzkonzerne wie die ICBC einspringen müssen, steigt.

Worauf Anleger jetzt achten sollten

Der Aufstieg der BRICS-Staaten war lange Zeit ein Segen für Branchen wie Rohstoffe, Halbleiter, Maschinenbau und Konsumgüter. Im Moment sieht es so aus, als ob der Effekt sich umkehren könnte. Die gedämpften Aktienkurse vieler zentraler Unternehmen dieser bevölkerungsreichen Länder sind ein guter Indikator dafür, dass dort keineswegs mit einem V-förmigen Aufschwung gerechnet wird. Vielmehr stehen zum Teil anhaltende Verwerfungen an, deren Auswirkungen nur schwer abschätzbar sind.

China ist die Werkbank der Welt und damit darauf angewiesen, dass Milliarden Menschen weltweit ihre Konsumgüter abnehmen. Viele davon werden nun als zahlungskräftige Käufer ausfallen, mit entsprechenden Folgen auf die gesamte Wertschöpfungskette. Von daher sollten Anleger sich sehr genau überlegen, ob ihre Unternehmen gegen solche Zweitrundeneffekte geschützt sind.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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