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2 Milliarden Euro! Wie die NEL-Aktie sich noch einmal verdoppeln könnte

Der einstige Pennystock NEL (WKN: A0B733) ist in den letzten Tagen geradezu explodiert und über die Marke von 2 Mrd. Euro Börsenwert hinausgeschossen. Damit lässt NEL den Windkraftpionier Nordex (WKN: A0D655) locker hinter sich – und an dieser Stelle muss noch lange nicht Schluss sein. Doch was genau müsste eigentlich passieren, damit sich die Aktie ein weiteres Mal verdoppelt?

Was die Aktie antreibt

Noch vor ein bis zwei Jahren waren die Zweifler deutlich in der Überzahl, was die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft angeht. Das sei ineffizient, brauche eine viel zu aufwendige Infrastruktur und überhaupt gäbe es gar nicht genug teures Edelmetall, um all die Elektrolyseanlagen und Brennstoffzellen zu bauen, die letztlich notwendig wären.

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Das Blatt wendet sich nun. Forschung, Wirtschaft und Politik ziehen an einem Strang, um die Hindernisse koordiniert aus dem Weg zu räumen. Anfang Juni skizzierte die Bundesregierung endlich ihre lang erwartete Wasserstoffstrategie. Als Teil des 130 Mrd. Euro schweren Zukunftspakets sollen rund 9 Mrd. Euro zum Anschieben der Wasserstoffwirtschaft dienen und bis 2030 mindestens 5 Gigawatt installierte Elektrolysekapazität entstehen.

In anderen Regionen wie Skandinavien, Frankreich, China oder Japan bestehen ebenfalls ambitionierte Pläne und eine Reihe von Konzernen wie etwa Hyundai (WKN: 885166), Bosch oder Siemens (WKN: 723610) macht Druck. Gleichzeitig kommen immer mehr Anwendungsbereiche aus dem Pilotstadium heraus. Wasserstoffzüge sollen bald auch in Italien fahren, die Planungen für Schiffe mit Brennstoffzellen sind weit vorangeschritten und Nikola hat endlich den lange erwarteten ersten Großauftrag für Elektrolysesysteme im Umfang von 30 Mio. US-Dollar an NEL vergeben.

Es gibt also viele gute Gründe, begeistert davon zu sein, wie sich das Wasserstoffthema endlich zu einem Multimilliardenmarkt entwickelt. Da ist es kein Wunder, dass mit NEL einer der wenigen börsennotierten Spezialisten zu den großen Profiteuren gehört.

Ein Vergleich mit Nordex

Um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wo NEL steht, könnte es sich lohnen, die Aktie einem etablierten Spieler der Energiewende gegenüberzustellen. Seit dem Einstieg in die 5-Megawatt-Klasse kann der Turbinenbauer einiges in die Waagschale werfen. Schließlich liefern diese an geeigneten Standorten Strom zu so attraktiven Kosten, dass sich die Produktion von grünem Wasserstoff bereits ohne öffentliche Förderung finanziell lohnen könnte.

Dazu passt, dass NEL gerade dabei ist, seine neue Fabrik für Elektrolyseanlagen hochzuziehen, von wo aus die ersten fünf Topmodelle der Alkali-Wasserelektrolyse-Serie für Tankstellen von Nikola gefertigt und ausgeliefert werden.

Da die Wasserstoffwirtschaft grünen Strom aus dem Elektrizitätssektor für Industrie- und Transportanwendungen abzweigt, wird der Ausbau der Erneuerbaren jetzt noch dringlicher. Mit Kohlestrom ergibt das Ganze schließlich keinen Sinn. Allein für den in Deutschland geplanten umweltfreundlichen Betrieb von 5 Gigawatt Elektrolyse müssen wohl bis 2030 etwa 2.000 modernste Windturbinen aufgestellt werden.

Es ist daher absehbar, dass Unternehmen wie NEL und Nordex sich symbiotisch entwickeln werden. Ein paar Kennzahlen zeigen auf, wo die beiden heute stehen:

Nordex NEL Verhältnis
Aktienkurs 05.06.2020 (in EUR) 10,19 1,68
Marktkapitalisierung 15.05.2019 (in Mrd. EUR) 1,10 2,26 49 %
Umsatz 2020 (in Mio. EUR, geschätzt) 3.937 80 4921 %

Nordex macht also fast 50-mal so viel Umsatz, wird aber nur halb so hoch bewertet. Andererseits wissen wir, dass NEL über die kommenden Jahre dank einer explodierenden Auftragspipeline sehr schnell wachsen wird, während Nordex zwar seine installierte Kapazität und das Servicegeschäft ausbauen kann, aber beim jährlichen Produktumsatz angesichts der intensiven Wettbewerbssituation möglicherweise stagnieren wird.

So stark muss NEL jetzt wachsen

Um eine Bewertung von über 2 Mrd. Euro zu rechtfertigen, benötigt die heute noch defizitär arbeitende NEL mittel- bis langfristig nachhaltige Nettogewinne im dreistelligen Millionenbereich. Da auf dem Weg dorthin voraussichtlich noch weitere Eigenkapitalerhöhungen erforderlich sein werden, würde ich zumindest 200 Mio. Euro ansetzen, die gegen Ende des Jahrzehnts erwirtschaftet werden müssen.

In der Windkraftbranche, die strukturell ähnlich ist wie die Elektrolyse, kommt Champion Vestas (WKN: 913769) auf typische Nettomargen von 6 bis 9 %. Das heißt, dass NEL einen Jahresumsatz in der Spanne von 2,0 bis 3,5 Mrd. Euro benötigt, um in die Bewertung hineinzuwachsen. Um von den 80 Mio. Euro bis beispielsweise 2028 dorthin zu gelangen, muss NEL mit einer jährlichen Rate von 49 bis 60 % wachsen. Darf es auch bis 2030 dauern, dann reichen auch 38 bis 46 %.

Das klingt schon sehr ambitioniert. Sollte sich NEL zukünftig ähnlich wie Nordex in der Wettbewerberlandschaft einsortieren, dann wird es schwierig. Wenn allerdings jetzt international richtig Zug in das Thema kommt und NEL es gelingt, Vestas nachzueifern, was die Profitabilität und das Verteidigen der Wettbewerbsposition angeht, dann ist es realisierbar.

Wer allerdings ohne Zockerei darauf hofft, dass die Aktie sich noch einmal verdoppelt, der muss in seinen Erwartungen noch eine Schippe drauflegen. 60 bis 75 % Wachstum pro Jahr sollten es dann schon sein.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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