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Deutsche Lufthansa nach Zahlen: Turnaround-Chance oder Pleite-Aktie?!

Während die Deutsche Lufthansa (WKN: 823212) befürchten muss, bald aus dem DAX auszuscheiden, offenbaren die Zahlen zum ersten Quartal nun, wie es wirklich um die Kranich-Airline steht.

Durch die Coronakrise ist der weltweite Luftverkehr nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Für die Deutsche Lufthansa bedeutete das konkret, dass fast die kompletten Flugkapazitäten gen null gegangen sind. Da nun teilweise Lockerungen im Reiseverkehr vorgenommen werden, möchte die Kranich-Airline die Kapazitäten von 3 % im Mai auf bis zu 40 % im September hochfahren.

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Vor allem im Hinblick auf die hohen Belastungen durch Fixkosten scheint das ein wahrer Segen für die Fluggesellschaft zu sein. Endlich können wieder Umsätze eingefahren werden, wodurch sich die Unabhängigkeit von der Bundesregierung zumindest teilweise verringert. Ziel soll natürlich sein, die Kredite und Einlagen so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Das geschieht vermutlich vor allem im Hinblick auf die größtenteils für die Fluggesellschaft ungünstigen Bedingungen des Staatsdeals.

Das erste Quartal im Überblick

Wie bereits erwartet haben die Reisebeschränkungen, verursacht durch das Coronavirus, die Ergebnisse stark belastet. Im ersten Quartal sank der Konzernumsatz um 18 % von 7,8 auf 6,4 Mrd. Euro. Auf den ersten Blick wirkt dieses Ergebnis nicht so schlimm, allerdings muss man bedenken, dass die ersten beiden Monate des Jahres noch nicht von Corona betroffen waren, weshalb es wichtig ist, diese Umsatzentwicklung im Gesamtkontext zu betrachten.

Bei Betrachtung des bereinigten EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) und des Konzernergebnisses offenbart sich schon eher, wie es tatsächlich um die Vorzeige-Fluggesellschaft steht. Das bereinigte EBIT rutschte auf minus 1,2 Mrd. Euro ab (Vorjahr: minus 336 Mio. Euro). Das Konzernergebnis betrug insgesamt minus 2,1 Mrd. Euro. Um diese Zahl besser ins Verhältnis zu setzen: Die Marktkapitalisierung der Lufthansa-Aktie liegt gegenwärtig bei etwa 4,8 Mrd. Euro (Stand: 04.06.2020).

Besonders ergebnisbelastend wirkten beispielsweise Wertminderungen von Vermögenswerten und Verluste bei der Absicherung von Kerosinpreisen. Auch die Mittelabflüsse in Form von Rückerstattungen aufgrund abgesagter Flüge dürften eine nicht zu vernachlässigende Rolle gespielt haben.

Zum 31. März 2020 betrug die Liquidität der Deutschen Lufthansa rund 4,3 Mrd. Euro. Unter anderem durch die hohen Fixkosten und die Erstattungen von stornierten Flugtickets verbrennt die Lufthansa Group dennoch – trotz Maßnahmen zur Kostensenkung – rund 800 Mio. Euro im Monat. Daher war die Finanzspritze der Bundesregierung dringend notwendig, um überhaupt überleben zu können.

Deutsche Lufthansa im Umbruch

Um dieser finanziellen Abhängigkeit ein Ende zu setzen und wieder in die Profitabilität zu fliegen, soll der gesamte Konzern nun tief greifend restrukturiert werden. Dazu muss Lufthansa es schaffen, trotz geringerer Nachfrage den freien Cashflow in die Höhe zu treiben. Kein leichtes Unterfangen, das sich die Konzernlenker hier vornehmen.

Um diese Restrukturierung zu stemmen und zum Erfolg zu führen, werden unter anderem 87.000 Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt (respektive bleiben). Zusätzlich sollen nicht notwendige geplante Projekte und Wartungsarbeiten weiterhin verschoben werden. Die zuvor bereits laufenden Restrukturierungsprogramme, beispielsweise bei Austrian Airlines und Brussels Airlines, sollen schneller vorangetrieben werden, um weitere Kostenfaktoren zu minimieren.

Des Weiteren ist zu erwarten, dass die gesamte Lufthansa Group sich verkleinern wird. Dazu gehört wohl oder übel die Verkleinerung der Flotten und die Streichung von Arbeitsplätzen. Es wird zudem geprüft, einzelne Geschäftsbereiche zu veräußern, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Lohnt sich die Lufthansa-Aktie derzeit?

Für interessierte Investoren stellt sich nun möglicherweise die Frage, ob die Lufthansa-Aktie ein Kauf sein könnte. Die Antwort darauf ist ein klares Jain.

Im Moment halte ich es noch für risikobehaftet, bei der Aktie der Deutschen Lufthansa einzusteigen. Immerhin dürfte das zweite Quartal noch verheerender ausfallen als das erste. Außerdem droht durch den Staatsdeal eine deutliche Verwässerung, was die Lufthansa-Aktie derzeit in meinen Augen beim aktuellen Kursniveau eher unattraktiv erscheinen lässt.

Grundsätzlich bin ich optimistisch eingestellt. Vor allem auch deswegen, da ich CEO Carsten Spohr für einen guten Manager halte. Dennoch ist mir die Lage persönlich noch zu heikel, weshalb ich auch weiterhin von der Seitenlinie beobachten werde.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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