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3 Gründe, warum Warren Buffett auf dem heutigen Markt ängstlich ist

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Als die Corona-Krise begann, waren die Marktbeobachter begierig darauf zu sehen, ob Warren Buffett’s Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) einen großen Kauf tätigen würde. Der Chef von Berkshire beklagte jahrelang, dass Aktien und Unternehmen zu teuer seien, und er hat seit seiner Übernahme von Precision Castparts im Jahr 2015 keinen „Elefanten erlegt“. Das Ende eines 11 Jahre andauernden Bullenmarktes schien ihm eine perfekte Gelegenheit zu bieten, die 137 Milliarden US-Dollar, die Berkshire auf der hohen Kante hat, zu nutzen.

Nach der Aktionärsversammlung von Berkshire Anfang des Monats und der 13-F-Anmeldung des Unternehmens, die die Aktienkäufe und -verkäufe des ersten Quartals enthüllte, wissen wir nun, dass Buffett keine großen Käufe getätigt hat. Er hat das Gegenteil getan. Buffett hat verkauft, er hat seine Anteile an den vier großen Fluggesellschaften komplett abgestoßen und die Anteile von Goldman Sachs und JPMorgan Chase reduziert, obwohl er historisch gesehen ein Fan von Bankaktien war.

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Der Mann, der bekanntlich sagte: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn sie ängstlich sind“, scheint jetzt ängstlich zu sein. Basierend auf seinen jüngsten Kommentaren, können wir uns einen Reim darauf machen.

Es gibt eine Menge Unsicherheit da draußen

Buffett hat durch die Krise immer wieder langfristigen Optimismus zum Ausdruck gebracht, aber er war vorsichtiger, was die nahe Zukunft betrifft. In Kommentaren bei der Aktionärsversammlung von Berkshire Anfang Mai sagte Buffett:

Als wir uns auf diese Reise begaben, um die wir nicht gebeten hatten, schien es mir, dass es eine außerordentliche Vielfalt an Möglichkeiten sowohl im Gesundheitssektor als auch in der Wirtschaft gab. Es gab DEFCON 5 auf der einen Seite und DEFCON 1 auf der anderen, und niemand kennt natürlich wirklich alle Möglichkeiten, die es gibt, und wir wissen nicht, mit welcher Wahrscheinlichkeit. Aber in dieser speziellen Situation schien es mir, dass es eine außerordentliche Bandbreite an Dingen gab, die im Gesundheitssektor passieren könnten und eine außerordentliche Bandbreite in Bezug auf die Wirtschaft.

Buffett räumte weiter ein, dass die Worst-Case- und Best-Case-Szenarien eliminiert wurden, aber es gibt immer noch eine große Bandbreite an Möglichkeiten da draußen – was es für einen Value-Investor wie Buffett besonders schwierig macht, kluge Käufe zu tätigen, da es eine große Bandbreite an Möglichkeiten für zukünftige Cashflows und Gewinne gibt. Trotz seines Vertrauens in Fluggesellschaften zum Beispiel, glaubt Buffett, dass sich die Branche grundlegend verändert hat. Die Nachfrage wird auf absehbare Zeit rückläufig sein, was besonders problematisch für eine Branche mit hohen Fixkosten ist.

Buffett hat Recht mit der Unsicherheit. Selbst nach der kürzlichen Ankündigung von Moderna über eine erfolgreiche Phase 1-Impfstoffstudie wissen wir nicht, ob es innerhalb der nächsten ein oder zwei Jahre, oder sogar jemals einen wirksamen Impfstoff geben wird. Wir wissen nicht, ob es eine weitere Infektionswelle geben wird und ob die Geschäfte wieder schließen müssen. Die Zukunft ist im Moment besonders schwer vorherzusagen.

Die Preise sind immer noch zu hoch

Es ist nicht überraschend, dass Buffett, der sich in den letzten Jahren über die Überbewertung des Marktes beklagt hat, immer noch glaubt, dass die Aktien überbewertet sind. Obwohl die Preise immer noch im zweistelligen Prozentbereich unter den Höchstständen vom Februar liegen, hat sich das kurzfristige Gewinnbild deutlich verschlechtert, und die Unsicherheit trübt die Fähigkeit, eine genaue Prognose zu stellen.

Auf die Frage, warum Berkshire nicht wie in der Finanzkrise mehrmals als Kreditgeber aufgetreten ist und Vorzugsaktien und Optionen abgegriffen hat, sagte Buffett: „Nun, wir haben nichts Attraktives gesehen“. Buffett fügte hinzu, dass die US-Notenbank eingeschritten ist, um Unternehmen zu unterstützen, die sonst vielleicht zu Berkshire gekommen wären, um Hilfe zu suchen, und sagte: „Aber das bedeutet, dass viele Unternehmen, die Geld brauchten und ihre Finanzierung wahrscheinlich etwas früher hätten machen sollen, aber es sind vollkommen anständige Unternehmen, die in den letzten fünf Wochen oder so die Chance bekamen, sich auf riesige Weise zu finanzieren.“

Buffett sagte, dass er Anrufe von Unternehmen in Not bekomme, aber er fand keine davon ansprechend, also hat  Berkshire bisher nichts getan.

Manchmal lohnt es sich zu warten

Buffett ist kein Fan von Markt-Timing und sagt, dass er niemanden kennt, der das kann, aber er hat beobachtet, dass er in der letzten Krise vielleicht zu früh gehandelt hat. In Bezug auf die Käufe, die Berkshire im Herbst 2008 getätigt hat, sagte Buffett: „Jetzt hat sich herausgestellt, dass wir viel besser dran gewesen wären, wenn wir vier oder fünf Monate gewartet hätten, um ähnliche Dinge zu tun“.

Der Berkshire-Chef machte auch einige seiner besten Deals gegen Ende der Krise. Zum Beispiel kaufte er im Jahr 2011 Vorzugsaktien von Bank of America im Wert von 5 Milliarden US-Dollar mit einer Rendite von 6 %, ein Deal, der dem Unternehmen mehr als 20 Milliarden US-Dollar eingebracht hat, einschließlich einiger Investitionen in Bank of America später.

Buffett mag spüren, dass sich im Laufe der Krise bessere Gelegenheiten ergeben werden. Es sind erst etwa zwei Monate vergangen, seit die Lockdowns begonnen haben, also wird die Liquidität für Unternehmen, die sich in Schwierigkeiten befinden, in ein paar Monaten wahrscheinlich knapper sein als heute.

Vorsichtig optimistisch

Buffett behielt seinen gewohnten Optimismus in Bezug auf die amerikanische Wirtschaft bei und sagte: „Genau diesem Problem sind wir nicht begegnet. Bisher sind wir nicht wirklich mit etwas konfrontiert worden, das diesem Problem sehr ähnlich ist, aber wir sind mit härteren Problemen konfrontiert worden. Das amerikanische Wunder hat sich immer durchgesetzt, und das wird es auch wieder tun“.

Tatsächlich haben sich die US-Aktien und die Wirtschaft auf lange Sicht immer wieder erholt und sind weiter gewachsen – und über einen Horizont von fünf oder zehn Jahren könnte sich der Coronavirus als nur ein Einbruch erweisen. Aber Buffetts vorsichtiger Ton war spürbar, und es ist klar, dass ein hohes Maß an Unsicherheit vor uns liegt.

Ob Buffett dieses Jahr auf Elefantenjagd gehen wird, bleibt abzuwarten, aber im Moment scheint das Orakel von Omaha damit zufrieden zu sein, sein Pulver trocken zu halten.

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Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und am 23.05.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt folgende Optionen: long Januar 2021 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), short Januar 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und short Juni 2020 $205 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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