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Hat die Lufthansa-Aktie nun ihre Talsohle erreicht?

Warren Buffett hat über Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) alle Airline-Aktien verkauft, weil er nicht sicher sagen kann, ob sie die aktuelle Viruskrise überstehen werden. Ohne staatliche Hilfe oder eine weitere Kapitalaufnahme wäre die Insolvenz vieler großer Fluggesellschaften nur eine Frage der Zeit.

Grundproblem ist die beinah komplette Einstellung des Flugbetriebes. 95 % aller Lufthansa (WKN: 823212)-Flugzeuge stehen derzeit am Boden, wo sie nur Geld kosten. Im ersten Quartal 2020 hat der Konzern so bereinigt und operativ einen Verlust in Höhe 1,2 Mrd. Euro verbucht. Der Umsatz reduzierte sich um 18 %. 800 Mio. Euro gehen jeden Monat verloren. Bei einem Kassenbestand von 4,4 Mrd. Euro und keiner Verbesserung der Situation wäre das Ende absehbar.

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Die Rettung naht

Die Lufthansa hat Glück. Sie ist ein Großkonzern und gehört zur kritischen Infrastruktur. Deshalb ist eine Rettung über Staatshilfen so gut wie sicher. Heute (21.05.2020) wurde schon relativ konkret bekannt, wie sie aussehen könnte. Demnach könnte die Fluggesellschaft insgesamt bis zu 9 Mrd. Euro vom Staat erhalten.

Dabei kämen 3 Mrd. Euro als KfW-Darlehen. Zudem ist mit Steuergeldern des Wirtschaftsstabilisierungsfonds und über eine Kapitalerhöhung eine Beteiligung an der Lufthansa in Höhe von 20 % geplant. Der Staat soll weiterhin eine Wandelschuldverschreibung finanzieren, die im Falle einer Übernahme in weitere 5 % plus eine Aktie umgetauscht werden kann.

Während dieser Staatsbeteiligung wird es zukünftig keine Dividendenzahlungen mehr geben, was allerdings zur Sicherung der Liquidität schon in den Jahren zuvor notwendig gewesen wäre, denn Airlines sind insgesamt sehr krisenanfällig.

Weiterhin wird das Management mit weniger Gehalt auskommen müssen und zwei Aufsichtsratsplätze mit Wirtschaftsfachleuten der Regierung besetzt. Die Lufthansa konnte so zumindest eine zu hohe Staatsbeteiligung vermeiden, die automatisch mehr Mitspracherecht und politische Einmischung bedeutet hätte. Dies allerdings würde die Lufthansa wahrscheinlich zu einer zweiten Commerzbank (WKN: CBK100)-Aktie werden lassen.

Dennoch ist die Beteiligung für den Konzern und seine weitere wirtschaftliche Entwicklung nicht vorteilhaft, weil sie eine Mitsprache des Staates bedeutet. Die Lufthansa selbst befürchtet so Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu ihren Wettbewerbern, die zwar ebenfalls Staatshilfen erhalten, aber mit gleichzeitig weniger Mitspracherecht.

Wo wir stehen könnten

Dies sind die negativen Punkte, aber gibt es aktuell vielleicht auch positive Aspekte an der Lufthansa und ihrer Aktie? Derzeit ist der Konzern an einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Weniger Flüge können nicht geflogen werden. Das zweite Quartal 2020 wird noch einmal sehr viel schlimmer ausfallen als das erste, aber genau dies könnte eine positive Nachricht sein.

Im Juni 2020 wird mit einer Neuaufnahme des Flugbetriebs gerechnet. Dann sollen pro Woche wieder etwa 1.800 Flüge stattfinden. Dabei werden vor allem die profitableren Langstreckenflüge wieder aufgenommen. Zudem wird an Konzepten, trotz Virus fliegen zu können, gearbeitet. Die Gesellschaft wird schrumpfen, sehr viele zuvor nicht profitable Strecken also streichen.

Lufthansa selbst rechnet bis 2023 mit einer Normalisierung des Flugbetriebs. Bis dahin soll die Flotte um 100 Flugzeuge reduziert werden. Mit einem Impfstoff, der wahrscheinlich teilweise schon im Herbst 2020 auf den Markt kommen wird, könnte aber alles sehr viel schneller gehen, als wir es uns heute vorstellen können.

Fazit

Wir könnten also derzeit durchaus den Tiefpunkt bei der Lufthansa sehen. Dennoch bleiben Risiken, die Staatsbeteiligung ist nicht vorteilhaft und ein gutes Dauerinvestment wird die Aktie wohl nicht mehr werden.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short June 2020 $205 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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