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Diversifiziertes Passiv-Portfolio: Warum es nicht „den einen“ ETF geben sollte, sondern viele!

Foto: Getty Images

ETF-Investoren sind häufig auf der Suche nach dem heiligen Gral. Sie suchen einen ETF, um bestmöglich diversifiziert zu sein. Oder den einen Passivfonds, der die besten Renditen ermöglicht. Oder auch die beste Dividende. Oder wonach auch immer man letztlich sucht.

Schnell zeigt sich dabei: Es handelt sich bloß um Kompromisse. Gängige Indizes wie der MSCI World können dabei zwar eine gute Einheitslösung sein. Im Endeffekt wird es jedoch immer etwas Beigeschmack geben.

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Wer daher einen bestmöglichen internationalen Mix aufstellen möchte oder auch auf andere Dinge achten will, der sollte womöglich aktiver werden. Und aus einem ETF eben viele werden lassen. Wodurch sich der Kompromissgehalt etwas reduziert.

Den einen gibt es einfach nicht

Wie gesagt: Es gibt sehr solide Querschnitte in der internationalen Welt von Aktien und Börse und speziell der MSCI World oder auch der breitere US-amerikanische S&P 500 können dabei eine interessante und renditeträchtige Wahl sein. Unterm Strich zeigt sich häufig sowieso, dass es zwar Nuancen gibt bei der Renditeerwartung der jeweiligen Indizes. Aber dass man als ETF-Investor stets langfristig Renditen erhält. Wer jedoch bestmöglich diversifizieren will, der muss selbst aktiv werden.

Auch der MSCI World ist bloß ein globales Sammelsurium mit gewissen Einschränkungen. Ein großer Teil der beinhalteten Aktien stammt aus dem US-amerikanischen Raum. Zudem nehmen die Top-10-Beteiligungen dieses Index rund 16 % des gesamten Index ein. Sprich: Trotz 1.600 verschiedener Aktien ist man dennoch zu einem nicht unerheblichen Teil von bloß zehn Namen abhängig. Mit der Diversifikation und der Allokation ist es daher nicht sonderlich weit. Es ist eben ein Kompromiss.

Ein Nachteil, den auch viele andere globale Indizes vorweisen. Oder auch Spezifikationen. Dividenden-Aristokraten-ETF beispielsweise können hier zwar etwas besser strukturiert sein, weisen jedoch eine engere Auswahl hinsichtlich Qualität auf. Das führt wiederum zu weniger beinhalteten Aktien. Und womöglich zu einer eigenwilligen Struktur, eben weil die Dividendenaristokratie das entscheidende Kriterium ist. Mit einzelnen Indizes wird man als ETF-Investor daher schwer einen gut gewichteten, globalen Durchschnitt erhalten können.

Mit mehr ETFs eine bessere Durchmischung

Wer daher nach einem etwas ausgewogeneren Verhältnis strebt, der wird dieses selbst herstellen müssen. Wobei auch hier die Ansätze verschieden sein können. Um das US-Gewicht beim MSCI World beispielsweise etwas zu reduzieren, können einzelnen Positionen von regionalen Indizes ausreichend sein. Hierdurch kann man als passiver Investor einen US-Schwerpunkt etwas ausgleichen und mehr Globalität herstellen.

Wer hingegen an die Allokation herantreten möchte und insbesondere auch von kleineren Aktien auf Passivfondsbasis profitieren will, der sollte wiederum auf Small- und Midcaps bewusst per ETF setzen. In breiten Indizes gehen diese ansonsten unter. Die Allokation ist und bleibt auf Passivfonds- und Leitindexbasis immer ein Problem.

Zudem kann man weitere Aspekte ebenfalls korrigieren: Mehr Dividende beispielsweise mit dividendenstarken Regionen wie dem britischen FTSE 100. Oder mehr Zyklizität mit einer bewussten Auswahl des DAX. Im Grunde genommen sind der Kreativität hier wenig Grenzen gesetzt.

Wie sinnvoll ist das Ganze?

Letztlich sollte man sich als ETF-Investor allerdings auch fragen, wie sinnvoll solche Varianten sind. Sofern man sich wirklich mehr Rendite erhofft, ist die Frage recht einfach zu beantworten: Nämlich sehr sinnvoll. Wenn man jedoch einfach mit viel Aufwand ein globaleres, diversifiziertes Portfolio zusammenstellt, das langfristig nicht sonderlich besser als marktübliche Indizes abschneidet, dann kann man es auch lassen. Im Endeffekt ist schließlich die Gesamtrendite das, was für ETFs und den eigenen Vermögensaufbau entscheidend ist.

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