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Wie die Wirecard-Aktie immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert

Foto: Wirecard AG

Betrachtet man nur die operative Entwicklung, scheint Wirecard (WKN: 747206) ein hochprofitables und erfolgreiches Unternehmen zu sein. Dies bestätigt auch die Mitteilung zum ersten Quartal 2020, in dem der Zahlungsdienstleister seinen Umsatz um 24 % auf 700,2 Mio. Euro und sein EBITDA um etwa 26 % auf 204,0 Mio. Euro steigerte.

Für das Gesamtjahr 2020 geht der Vorstand von einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von 1,0 bis 1,12 Mrd. Euro aus. Zwar wurde das Reise- und Airlinegeschäft durch die Viruskrise negativ beeinflusst, dies konnte jedoch durch das boomende Onlinegeschäft größtenteils wieder ausgeglichen werden.

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Kauf oder Verkauf?

Verglichen mit der aktuellen Marktkapitalisierung von 9,36 Mrd. Euro (15.05.2020) wäre die Aktie heute ein klarer Kauf, wenn es nicht kritische Analysten gäbe, die schon seit 2016 Zweifel an den Zahlen hegen. Aus diesen Gründen ist keine Einschätzung von Wirecard möglich und deshalb sollte sich jeder Aktionär des Risikos bewusst sein. Die Deutsche Bank (WKN: 514000) hat ihr Rating ausgesetzt, weil sie die Lage ganz sicher genauso ernst einschätzt.

Ohne Beleg kein Umsatz

Es gibt mittlerweile sehr viele Hinweise darauf, dass Wirecard nicht ganz transparent arbeitet. So stellte die Sonderprüfung durch KPMG fest, dass für große Teile des Umsatzes über Drittpartner und somit auch der Konzernumsätze für die Jahre 2016 bis 2018 schlichtweg keine Bankbelege existieren.

Zumindest hat KPMG diese trotz Aufforderung nicht von Wirecards Drittpartnern erhalten. Offiziell müssten diese Umsätze nun als nichtig erklärt werden, weil es für sie keine Belege gibt. Ob der Fehler bei den Drittpartnern oder Wirecard selbst liegt, ist bis heute offen.

Fragwürdige Töchter werden liquidiert

Heute gab es eine weitere Meldung, die das Schlimmste befürchten lässt (15.05.2020). Offiziell heißt es in einer Mitteilung, dass sich Wirecards in Dubai ansässiger, sehr wichtiger Partner Al Alam Solutions auflöst. Wirecards Transaktionen werden zukünftig über andere Gesellschaften des überlagerten Konzerns abgewickelt. Wirecard rechnet aufgrund dieser Umstrukturierung nicht mit einem Abfall seines Transaktionsvolumens.

Al Alam begründet den Schritt mit einem Verlust an Reputation infolge der negativen Berichterstattung. Doch wer eins und eins zusammenzählt, für den kommt diese Auflösung eher einer Vertuschung gleich, denn dann sind endgültig keine Belege mehr abrufbar. Der Markt scheint es genauso zu sehen, weshalb die Aktie zwischenzeitlich um bis zu 16 % einbrach (15.05.2020).

Hedgefonds hatten sich bereits zuvor und vor allem nach dem KPMG-Bericht positioniert und bis zu 10 % der Aktien leer verkauft. Wirecard hat zudem angekündigt, seine größte Tochtergesellschaft CardSystems Middle East zu liquidieren. Die „Financial Times“ hatte in früheren Kritiken darüber berichtet, dass Al Alam einer der größten Partner von CardSystems war, aber nur sechs bis sieben Mitarbeiter in einem kleinen Büro beschäftigte.

Al Alam steuerte im Zeitraum 2016 bis 2018 einen großen Teil zu den ausgewiesenen Konzerngewinnen bei. KPMG hatte bei seinen Untersuchungen beklagt, für 1 Mrd. Euro an Zahlungen über diese Gesellschaften keine Bankbelege einsehen zu können. Sie werden nun sehr wahrscheinlich für immer verschwinden.

Fazit

Die Zeichen mehren sich, dass es in den Jahren 2016 bis 2018 tatsächlich einige Ungereimtheiten in Wirecards Abschlüssen gab. Statt sie aufzuklären, lässt sie der Konzern nun für immer ungeklärt. Wir werden sehen, ob dies funktionieren kann.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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