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Lufthansa-Aktie – endlich ein Silberstreif am Horizont?

Bild: Lufthansa Group

Die Luftfahrtbranche sitzt noch immer inmitten des Coronasturms. Keine andere Branche wurde so hart getroffen wie diese. Weltweit wurden Tausende Flüge gestrichen und Flugzeuge stillgelegt, sodass aktuell überwiegend Frachtflugzeuge in der Luft sind. Doch eine Meldung dieser Woche macht Hoffnung, dass die Talsohle endlich durchschritten sein könnte.

Die Lufthansa (WKN:823212) plant ihr Flugangebot im Juni wieder deutlich auszuweiten. Das könnte ein erster Schritt in Richtung Normalität sein. Die große Frage ist nur, ob es auch genügend Leute gibt, die das ausgeweitete Angebot annehmen möchten. Denn nur wenn die Flüge ausgelastet sind, ist das auch ein Fortschritt. Leere Flüge könnten ganz im Gegenteil dafür sorgen, dass die Bilanz weiter erodiert, indem die Kosten weiter steigen, ohne dass der Umsatz merklich ansteigt.

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Fragile Bilanz wird zur Belastungsprobe

Bereits jetzt steht das Unternehmen mit dem Rücken zur Wand. Die stillgelegte Flotte und die Rückzahlungen für stornierte Flüge reißen tiefe Löcher in die Bilanz. Dabei sah diese auch vor der Krise schon eher schwach aus. Über die letzten Jahre wurde eine verhältnismäßig hohe Nettoverschuldung von mehr als 6,6 Mrd. Euro aufgetürmt. Allein im letzten Jahr hat sich der Wert von 3,5 Mrd. Euro im Vorjahr fast verdoppelt.

Da unter diesen Gesichtspunkten natürlich kaum einer bereit ist, der Lufthansa noch weiteres Geld zu leihen, muss eine andere Lösung her. Mit gleich drei Regierungen verhandelt man daher über staatliche Hilfen.

Insbesondere die Bundesregierung scheint dabei auf harten Konditionen zu bestehen, die besonders die Aktionäre treffen würden. Ein Teil der Hilfen wird voraussichtlich über die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden. Der Markt würde also in Kürze mit neuen Lufthansapapieren geflutet werden, was den ohnehin schwachen Kurs weiter belasten könnte.

Der restliche Teil der Hilfen wird in Form von Darlehen daherkommen. Auch das wird die Bilanz belasten und das Unternehmen über Jahre schwächen.

Die Sanierung der Bilanz wird Jahre in Anspruch nehmen

Einerseits wird es sicherlich eine gewisse Zeit dauern, bis sich das Kundenverhalten wieder normalisiert. Wenn dieser Punkt erreicht ist, machen die Airlines weltweit zwar voraussichtlich wieder ordentliche Gewinne, aber dann müssen erst mal die Bilanzen saniert werden.

Das Rettungspaket, über das die Lufthansa momentan verhandelt, soll einer Pflichtmitteilung zufolge einen Umfang von 9 Mrd. Euro haben. Ein großer Teil davon wird wohl in Form von Krediten in der Bilanz landen. Und diese Kredite müssen über die nächsten Jahre zurückgezahlt werden.

Nun sind Airlines selbst in besten Zeiten keine Gelddruckmaschinen. Regelmäßig müssen neue Flugzeuge gekauft werden, was viele Mio. Euro an Investitionen erfordert. Sparen ist hier kaum möglich, da man im Konkurrenzkampf nicht zurückfallen möchte, indem man an einer alten, ineffizienten Flotte festhält.

Daher wird über die kommenden Jahre voraussichtlich ein großer Teil des Cashflow aufgewendet werden, um die Verschuldung zu verringern. Für die Aktionäre dürfte damit auf absehbare Zeit nicht mehr viel übrig bleiben.

Aktionäre werden sich auf magere Jahre einstellen müssen

Wie man es auch dreht und wendet, die Lufthansa und ihre Aktionäre werden über die nächsten Jahre wohl nicht viel Grund zur Freude haben. Doch der optimistische Flugplan ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn nur wenn die Flugzeuge wieder in der Luft sind, besteht eine Chance auf Normalisierung.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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