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Wirecard wagt Neuausrichtung: Wird das jetzt die Erholung einläuten?

Foto: Wirecard AG

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) ist und bleibt ein heißes Eisen in diesen Tagen. Seit nunmehr zwei Wochen stehen die Ergebnisse der Sonderprüfung im Raum. Und die Investoren sind enttäuscht und gefrustet gleichermaßen, dass durch das Prüfwerk der KPMG doch nicht die erhoffte Entlastung eingetreten ist. Sondern noch mehr Unsicherheit.

Zwischenzeitlich wurde sogar der Wunsch nach personellen Veränderungen laut. Sogar Visionär und CEO Markus Braun steht dabei in der Kritik. Sein Rücktritt ist inzwischen ebenfalls offen gefordert worden. Der Kampf um sein Lebenswerk hat jetzt womöglich begonnen, wie es teilweise in den Medien heißt.

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Wirecard hat inzwischen reagiert und sogar einige personelle Konsequenzen gezogen. Schauen wir im Folgenden einmal, ob das ausreichend sein wird. Und ob das jetzt eine nachhaltige Erholung wird auslösen können.

Die Veränderungen im Überblick

Im Endeffekt hat das Management jetzt sogar ganzheitlich an der Organisation und dem Vorstand herumgewerkelt, um sich mit neuen Kompetenzen und verteilteren Ressourcen breiter aufstellen zu können. Hier einige der wesentlichen Veränderungen im Überblick:

Eine der bedeutendsten Neuerungen ist wohl, dass Konzernchef Markus Braun vermeintlich in seinen Befugnissen beschnitten worden ist. Demnach werde ein Großteil seiner Arbeit künftig auf der strategischen Weiterentwicklung des Zahlungsdienstleisters liegen. Das umfasst unter anderem strategische Allianzen, Innovationsmanagement, die weitere Geschäftsentwicklung der Gruppe, die Koordination der Geschäftspolitik und der Geschäftsbereiche sowie die Unternehmenskommunikation. Insgesamt noch wesentliche Bereiche. Ein Fokus scheint jetzt jedoch der operative und strategische Alltag als Zahlungsdienstleister selbst zu sein, mit seiner Vision. Compliance hingegen ist jetzt wohl nicht mehr sein Anliegen.

Dafür sind zwei neue Vorstandsmitglieder berufen worden, die insbesondere auf „Integrity, Legal and Compliance“ und Commercial achten sollen. Insbesondere mit einem Vorstand für Compliance-Angelegenheiten scheint das Management auf die jüngsten Vorwürfe reagieren und diesem Aspekt mehr Aufmerksamkeit widmen zu wollen. Wobei mit Dr. James H. Freis bereits ein erfahrener Funktionär ins Team geholt werden konnte, der unter anderem für die Deutsche Börse gearbeitet hat. Durchaus ein bemerkenswerter Schritt.

Des Weiteren wurden auch andere Zuständigkeiten getauscht, erweitert oder abgeändert. So wurde die Kapitalmarktkommunikation beispielsweise als Stabsstelle beim CFO angedockt, um womöglich mehr Überblick des Managements über Meldungen zu bekommen. Insgesamt ein groß angelegter Umbau, der jetzt Vertrauen schaffen soll.

Der Foolishe Überblick

Es ist natürlich erstrebenswert, dass Wirecard jetzt auf die Vorwürfe reagiert und sich insbesondere bei Compliance und Kommunikation neu aufstellt und Konsequenzen zieht. Auch den kritisierten CEO Markus Braun hier aus der Schusslinie zu nehmen und diese Bereiche auf andere zu übertragen, kann ein logischer Schritt sein, der langfristig womöglich etwas mehr Ruhe bringen wird.

Im Endeffekt sollten Investoren allerdings bedenken, dass es nicht die Zukunft ist, über die man sich sorgen sollte. Diese ist und bleibt von einer intakten Wachstumsgeschichte geprägt, die Wirecard im Markt der digitalen Zahlungsdienstleistungen ausreizen kann. Und die durch eine inzwischen stärkere Wettbewerbsposition begleitet wird.

Nein, es ist die Vergangenheit, die den DAX-Konzern immer wieder einzuholen droht. Und wo auch jetzt durch den Prüfbericht der KPMG keinerlei Klarheit geschaffen worden ist. Insbesondere das Drittpartnergeschäft ist und bleibt dabei ein rotes Tuch, wo das Wörtchen Untersuchungshemmnis reichlich Fragezeichen aufwirft.

Vertrauen in die Zukunft ist daher schön und gut. Aber es bleibt die Frage, ob hier diese zugegebenermaßen bemerkenswerte Wachstumsgeschichte auf einem wackeligen Fundament in der Vergangenheit basiert. Das sollten Investoren bei ihren Überlegungen zumindest weiter würdigen.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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