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Lufthansa noch nicht gerettet – doch schon jetzt zeichnet sich mögliche Einflussnahme ab

Bild: Lufthansa Group

Die Lufthansa (WKN: 823212) ist noch nicht gerettet. Während ich diese Zeilen schreibe, wird noch immer gefeilscht und verhandelt. Es geht dabei einerseits um Staatshilfen, die schnell und möglichst unbürokratisch die Kranich-Airline retten sollen. Für das Management jedoch auch zu tragbaren Konditionen.

Insbesondere eine staatliche Einflussnahme hat das Management im Vorfeld abgelehnt. Demnach sollten die Zukunft und die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin im Vordergrund stehen. Und eine Einflussnahme oder politische Entscheidungen dürfen nicht den Alltag beeinflussen.

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Die Hilfen sind noch nicht einmal durch, da werden schon erste politische Forderungen laut. Schauen wir im Folgenden einmal, was Investoren wissen müssen. Und warum das womöglich ein Vorgeschmack dessen sein kann, was die Lufthansa erwartet. Kleiner Hinweis: Das sieht nicht sonderlich toll aus.

Auflagen zeigen mögliche Zukunft

Genauer gesagt sind es die Grünen, die derzeit die Staatshilfen des deutschen Fiskus an strenge Auflagen binden wollen. Auflagen, die einen direkten Eingriff in das operative Geschäft symbolisieren würden. Etwas, das es eigentlich zu vermeiden galt.

Demnach sei eine stille Beteiligung, so wie sie ebenfalls diskutiert worden ist, inakzeptabel für die Oppositionspartei. Ferner müssten Manager-Boni gestrichen werden und Dividenden auch künftig ausgesetzt werden, was für Investoren die künftigen Renditen beschränken dürfte. Allerdings ist das wohl bereits im Vorfeld abzusehen gewesen.

Viel gravierender erscheinen jedoch die Auflagen, die in den operativen Alltag eingreifen würden: Demnach fordert die Oppositionspartei, dass es Umweltauflagen geben müsse, die mit den Staatshilfen verknüpft werden. Bis 2030 soll so beispielsweise der CO2-Ausstoß auf Langstreckenflügen um 50 % reduziert werden. Bei innerdeutschen Flügen soll dieser Richtwert bereits bis zum Jahre 2024 gelten. Das würde mittelfristig zu zusätzlichen Belastungen sorgen.

Ferner sollen Ziele, die innerhalb von vier Stunden mit einer Bahn erreicht würden, nicht mehr angeflogen werden. Dahingegen sollte die Bahn gefördert werden, indem es Sprinter-Verbindungen gebe. Durchaus starke Forderungen. Wobei die Grünen derzeit eine Oppositionspartei sind und sich natürlich den Luxus leisten können, hier knallhart zu sein.

Ein Vorgeschmack auf das, was kommt?

Dennoch können solche Forderungen ein Vorgeschmack dessen sein, was die Lufthansa erwartet, sollte es Staatshilfen über eine direkte Beteiligung geben. Es wird bereits darüber diskutiert, ob der Staat womöglich ein Aktienpaket im Umfang von ca. 25 % des Gesamtkonzerns erwerben soll. Das würde womöglich die Agilität der Kranich-Airline ernsthaft tangieren.

Solche Diskussionen über Linien, Ziele, Treibhausemissionen würden auf bundespolitischer Ebene auch den Konzern plötzlich treffen. Entscheidungen müssten politisch abgesegnet werden, wobei es konkurrierende und teilweise verschiedene Interessen gäbe. Die Konzerninteressen würden dabei zum Politikum, Entscheidungsfindungen erschwert und häufig in die Länge gezogen.

Zudem verdeutlichen die Grünen bereits sehr stark, dass sie Einschnitte im operativen Geschäft der Fluggesellschaften wollen. Weniger Kurzstrecke, mehr Zugverbindungen zeichnet sich hier doch sehr klar ab. Das könnte sogar die Profitabilität und Effizienz und eben auch die Konkurrenzfähigkeit der Lufthansa im internationalen Vergleich ernsthaft bedrohen. Mit diesen Forderungen zeigt sich daher bereits, warum das Management um möglichst wenig Einflussnahme gebeten hat.

Eine Staatsbeteiligung als No-Go?

Es ist schwierig zu beurteilen, ob die Lufthansa eine Staatsbeteiligung abwehren kann. In Anbetracht der kolportierten 9 Mrd. Euro, die die Kranich-Airline womöglich bekommen wird, ist eine direkte Einflussnahme alles andere als ausgeschlossen. Zugeständnisse wird es hier vermutlich geben müssen.

Investoren sollten dennoch sehr gut abwägen, ob sie sich auf einen solchen Kompromiss einlassen wollen. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass es durch staatliche Hilfe alles andere als einfacher wird. Sowohl, was Entscheidungen angeht, als auch die Zukunft der Fluggesellschaften im Allgemeinen.

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