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Wirecard-Aktie: Droht jetzt sogar ein rechtliches Nachspiel?

Foto: Getty Images

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) kämpft derzeit mit einem starken Vertrauensverlust. Im Nachgang des Prüfberichts der KPMG monierten viele Investoren und Analysten wenig valide Erkenntnisse. Beziehungsweise Worte wie Untersuchungshemmnis, die auf mangelnde Kooperation schließen lassen.

Das führte inzwischen sogar so weit, dass eine Personaldebatte entbrannt ist. Teilweise steht sogar CEO Markus Braun in der Kritik und es werden Rücktrittsforderungen laut. Dabei scheint es im Endeffekt darauf hinauszulaufen, ob der Vertrauensverlust anderweitig gekittet werden kann. Oder aber ob man sich die fehlende Kompetenz eines Visionärs wie Braun bei dem DAX-Konzern leisten kann.

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Der Prüfbericht jedenfalls schlägt weiterhin hohe Wellen und führt jetzt auch zu Ermittlungen bei der BaFin. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren hierzu wissen sollten.

War die Wortwahl im Vorfeld ungünstig? Oder zu günstig …?

Wie die Börsenaufsicht BaFin jetzt im Kontext der aktuellen Causa Wirecard bestätigt hat, werde der Prüfbericht einige Ermittlungen nach sich ziehen. Konkret ging es dabei um die Kommunikation des DAX-Unternehmens beziehungsweise des Managements noch vor der Veröffentlichung des Sonderberichts. Eine bemerkenswerte Wendung.

Falls es dir gerade akut entgangen ist: Noch vor der Veröffentlichung des besagten Prüfwerks mit den inhaltlichen Mängeln hat Wirecard stets darauf verwiesen, dass der bisherige Verlauf der Prüfungen keinerlei belastende Belege für die Vorwürfe der „Financial Times“ im Kontext der Bilanzmanipulation ergeben habe. Es gebe nichts Substanzielles, wie es hieß. Des Weiteren seien die fehlenden Ad-hoc-Meldungen ein gutes Zeichen. CEO Markus Braun hat außerdem per Twitter bekannt gegeben, er sei zuversichtlich, dass man sich bald wieder auf das Wachstum konzentrieren könne. Im Nachhinein ist Letzteres zumindest eine Fehleinschätzung gewesen.

Ob die Ermittlungen der BaFin dabei zu einem Ergebnis kommen werden, bleibt fraglich. Genauer gesagt hat Wirecard schließlich recht, wenn man sagt, dass nichts Substanzielles gefunden worden sei. Zudem konnten keine Mängel festgestellt werden. Aber eben auch nicht das Gegenteil, was jetzt den Unmut nach sich zieht. Und anscheinend auch die BaFin auf den Plan rief, die diesbezüglich ermitteln wird.

Die wörtliche Wahrheit ist schließlich das eine, die faktische Wahrheit und das Verschweigen von möglichen Mängeln das andere. Wobei es, wie gesagt, im Endeffekt abzuwarten bleibt, inwieweit eine teleologische Deutung der Wortlaute zum Tragen kommen wird. Rein vom Wortlaut her behielt das Wirecard-Management jedenfalls mit seinen Äußerungen recht. Ob das besser ist, bleibt an dieser Stelle eine andere Frage.

Ein Höhepunkt, ein weiteres Zeichen des Vertrauens(-Verlustes)

Es bleibt daher spannend, wie es auch im Kontext der Ermittlungen weitergehen wird. Die BaFin scheint jedenfalls am Ball zu sein, jetzt ist das Management von Wirecard in gewisser Weise am Zug. Wird man einen Fehler in der Kommunikation eingestehen? Das wäre womöglich eine Maßnahme, mit der man Behörde und vor allem auch Investoren und Analysten beschwichtigen könnte.

Sofern man sich jedoch am Wortlaut aufhängt, dürfte das einen weiteren Vertrauensverlust auslösen. Denn in diesem Fall hieße das faktisch, dass ab jetzt jedes Wort des Managements auf die Goldwaage gelegt werden muss. Um auch ja keine Kleinigkeit im Sinn der Semantik oder im Kleingedruckten zu übersehen. Auch in Anbetracht dieser Problematik befindet sich die Aktie von Wirecard jetzt womöglich an einem weiteren Scheideweg. Und das Management erst recht.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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