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Lufthansa und MTU: Ist der Kursrutsch übertrieben?

Foto: Getty Images

Die Luftfahrtbranche sitzt aktuell inmitten des Coronasturms. Keine andere Branche wurde so hart getroffen wie diese. Weltweit wurden Tausende Flüge gestrichen und Flugzeuge stillgelegt. Doch die Auswirkungen treffen nicht alle Unternehmen gleich hart.

Denn obwohl MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT) ein Zulieferer der Branche ist, heißt das nicht, dass das Geschäft auch hier nun komplett einbricht. Vielmehr gibt es Entwicklungen, die zumindest einen Teil der Ausfälle abfedern. Doch dazu später mehr.

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Lufthansa wird über Jahre zu kämpfen haben

Wie sieht es im Vergleich dazu bei der Lufthansa (WKN: 823212) aus? Nun ja, die Airline wurde von der Pandemie mit voller Wucht getroffen und war auf so eine Ausnahmesituation nicht vorbereitet. Momentan ist ein Großteil der Flotte am Boden, da es kaum Bedarf vonseiten Reisender gibt. Wie lange das noch so weitergeht? Das weiß niemand so genau. Doch eins ist bereits jetzt klar: Die Nachwirkungen werden das Unternehmen noch über Jahre belasten.

Zum einen wird es sicherlich eine gewisse Zeit dauern, bis sich das Kundenverhalten wieder normalisiert. Wenn dieser Punkt erreicht ist, machen die Airlines weltweit zwar voraussichtlich wieder ordentliche Gewinne, aber dann müssen erst mal die Bilanzen saniert werden.

Das Rettungspaket, über das die Lufthansa momentan verhandelt, soll einer Pflichtmitteilung zufolge einen Umfang von 9 Mrd. Euro haben. Ein guter Teil davon wird zwar als Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden, aber der Rest wird in Form von Krediten in der Bilanz landen. Und diese Kredite müssen über die nächsten Jahre zurückgezahlt werden.

Nun sind Airlines selbst in besten Zeiten keine Gelddruckmaschinen. Regelmäßig müssen neue Flugzeuge gekauft werden, was viele Mio. Euro an Investitionen erfordert. Sparen ist hier kaum möglich, da man im Konkurrenzkampf nicht zurückfallen möchte, indem man an einer alten, ineffizienten Flotte festhält.

Daher wird über die kommenden Jahre voraussichtlich ein großer Teil des Cashflow aufgewendet werden, um die Verschuldung zu verringern. Für die Aktionäre dürfte damit auf absehbare Zeit nicht mehr viel übrig bleiben.

MTU profitiert von breitem Kundenspektrum

Für MTU sehe ich eine rosigere Zukunft. Zwar wird sich der quasi eingestellte zivile Flugverkehr ohne Frage auf das Geschäft auswirken. Aber sobald wieder geflogen werden kann, wird auch die Nachfrage zurückkehren. Vermutlich wird auch hier der Weg zur Normalität steinig werden, aber der Absturz dürfte ungleich geringer ausfallen als bei der Lufthansa.

Das liegt einerseits daran, dass MTU nicht nur Airlines als Kunden hat, sondern auch Kunden aus dem Militärbereich. Und noch viel wichtiger sind die Frachtfluglinien. Deren Geschäft boomt aktuell wie nie zuvor. Daher steigt die Nachfrage nach Wartungsservices in dieser Branche rasant an und gleicht zumindest einen Teil des verlorenen Geschäfts wieder aus.

Für die Aktionäre dürfte die Situation hier also deutlich weniger schlimm sein. Zwar wurde die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr ausgesetzt und kein Ausblick für das laufende Jahr veröffentlicht. Dennoch wurde bereits klargestellt, dass man ohne Staatshilfe und sogar ohne Personalabbau durch die Krise kommen möchte.

Aus Sicht der Aktionäre ist also in diesem Fall eindeutig der Zulieferer die sicherere Wahl, auch wenn man sich natürlich nicht komplett von der Entwicklung der Airlines entkoppeln kann.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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