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Lufthansa-Aktie: Kursziel 5,00 Euro? Oder doch 2,56 Euro? Was diese Zahlen jetzt bedeuten!

Quelle: Thomas Brantl

Dass die Aktie der Lufthansa (WKN: 823212) derzeit einige Probleme hat, lässt sich wohl kaum bestreiten. Der operative Alltag steht faktisch still. Aus eigener Kraft wird das Management den Turnaround wohl nicht meistern können. Bei Kosten in Höhe von einer Million Euro pro Stunde, die derzeit medial ausgeschlachtet worden sind, eigentlich kaum verwunderlich. Zumal ein Ende der Coronakrise noch nicht in Sicht ist.

Der Staat dürfte daher mit rettenden finanziellen Mitteln zuhilfe eilen müssen. Wobei die genauen Konditionen noch ausgehandelt werden. Immerhin, das scheint inzwischen der inoffizielle Tenor zu sein: Einen Deal wird es geben. Fragt sich bloß, was mit der Verschuldung und dem Problem einer direkten Einflussnahme des Staates passieren wird.

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Für Investoren bleibt jedenfalls eine viel wichtigere Frage: Wie wird das Resultat aussehen? Und was bleibt im Endeffekt für die Anteilseigner übrig. Eine Frage, die viele in Form eines Kursziels quantifiziert sehen wollen. Wozu es gerade jetzt auch einige bemerkenswerte Zahlen gibt.

5,00 Euro oder 2,56 Euro: Was bedeuten diese Zahlen?

Im Kontext der Staatshilfen, der Verwässerungen und im Grunde genommen auch der Zukunftsperspektiven der Kranich-Airline tauchen im Moment einige Zahlen auf. Eine erste ist dabei zunächst die der 2,56 Euro.

Im Grunde genommen ist das eine Zahl, zu der der Staat möglicherweise zugreifen wird. Im Bündel mit Krediten und einer stillen Beteiligung wird derzeit diskutiert, ob der Bund womöglich eine direkte Beteiligung in Höhe von 25 % plus eine Stimme anstreben wird. Diese könnte womöglich zum derzeitigen Nennwert von je 2,56 Euro je Aktie ausgegeben werden. Damit würde der deutsche Staat ausgehend vom aktuellen Kursniveau von 7,82 Euro ein Schnäppchen machen. Wobei man das Gesamtpaket der Staatshilfen sehen sollte.

Die 2,56 Euro sind jedoch kein Kursziel, sondern ein Nennwert, den jede Aktie verbrieft. Ob die Anteilsscheine der Kranich-Airline bis zu einem solchen Kursniveau absinken werden, bleibt fraglich. Möglich erscheint in einer unsicheren Perspektive vieles, ausgeschlossen eher wenig. Vor allem, wenn ein lähmender staatlicher Einfluss die Agilität des Flugkonzerns beeinflussen würde.

Ein direktes Kursziel beziehungsweise den fairen Wert jeder Kranich-Aktie haben jetzt die Analysten der HSBC jedenfalls auf 5,00 Euro beziffert und die Aktie auf Halten gestuft. Viel wichtiger als die Kursziele sind jedoch auch hier die Gründe.

Die Großbank verweist bei ihrer neuen Einschätzung auf die mögliche Konkurrenz und die Unsicherheiten durch die Staatshilfen. Es würde möglicherweise eine darwinistische Ausgangslage geschaffen werden, bei der lediglich der Stärkste überleben könne. Für eine Prise Optimismus spricht das nicht.

Zusammengefasst: Es existieren viele Meinungen und Zahlen, die jetzt die Zukunft der Lufthansa skizzieren. Wobei ein gehöriger Teil unterhalb des aktuellen Kursniveaus liegt. Ist das jetzt besorgniserregend?

Die eigentliche Kernfrage …

Im Grunde genommen ist jetzt die eigentliche Kernfrage, ob man sich Sorgen machen sollte. Fest steht jedenfalls: Nennwerte sind keine Kursziele. Meinungen von Analysten nicht in Stein gemeißelt. Und alles andere als sicher, dass ein solches Kursniveau eintreten wird.

Fest steht jedoch, dass die Lufthansa große Probleme hat. Die Staatshilfen könnten entweder zu einer großen Verschuldung führen oder aber zu weniger Möglichkeiten, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Oder, wenn es ganz schlecht läuft: Auch beides.

Die Gründe, die insbesondere der Analyst in die Waagschale wirft, könnten daher berechtigt sein. Im Endeffekt heißt es daher abwarten, welche Konditionen es geben wird. Und wie sich diese langfristig auf Ergebnisse und insbesondere die Profitabilität auswirken werden. Womöglich wird zwar das Überleben gesichert, mehr allerdings auch nicht.

Ist das Risiko die Bewertung wert?

Die Kursziele zeigen es: Die Lufthansa hat große Risiken und Unsicherheiten. Zweifellos auch eine historisch preiswerte Bewertung. Über alldem schwebt jedoch ebenfalls die Frage, ob dieser Gesamtmix mit Staatshilfen und Unsicherheiten das Risiko wert ist. Oder aber ob es nicht bessere Chancen mit klareren Perspektiven gibt.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

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