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Wirecard-Aktie: Wenigstens etwas! Operativ geht das Wachstum weiter …

Foto: Getty Images

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) hat ihre Investoren bitter enttäuscht. Der Sonderbericht der Wirtschaftsprüfer der KPMG, der jetzt ein halbes Jahr auf sich warten ließ, hat keinerlei solide Ergebnisse ans Tageslicht befördert. Sondern eher weitere Verunsicherung hervorgebracht und Fragezeichen aufgeworfen.

Das Management steht in der Kritik, das Geschäftsmodell ebenfalls. Insbesondere im Drittpartnergeschäft, das von Kritikern wie der „Financial Times“ an den Pranger gestellt worden ist, gibt es keinerlei neue und insbesondere valide Erkenntnisse. Sondern tatsächlich bloß ein Untersuchungshemmnis.

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Über diese Ausgangslage haben wir Fools ebenfalls inzwischen hinlänglich berichtet. Um fair zu bleiben, wollen wir jetzt einmal einen Blick auf weitere Wachstumsmeldungen riskieren, die der DAX-Zahlungsdienstleister ebenfalls bekannt geben konnte.

Eine Partnerschaft in der Krise

Wie Wirecard vor einigen Tagen verkündet hat, konnte man eine neue Partnerschaft eingehen. Demnach werde man künftig mit Everesto zusammenarbeiten. Eine Plattform, die Lösungen für Lieferdienste bereitstellt und mit Tausenden von Kunden der Gastronomie und der Systemgastronomie zusammenarbeitet.

Wirecard wird im Kontext dieser Kooperation die Bezahlinfrastruktur zur Verfügung stellen. Damit möchte das DAX-Unternehmen die Digitalisierung des Handels und der Gastronomie weiter vorantreiben. Ein Schritt, der gerade jetzt in Zeiten des Coronavirus und der noch immer vorhandenen Restriktionen attraktiv sein könnte.

Über die Plattform Everesto können die jeweiligen Restaurants und Gastronomen nämlich digital Aufträge empfangen, die im Vorfeld digital bezahlt werden. Und nicht erst bei der Abholung selbst. Das schafft einerseits eine neue Perspektive, nämlich die der Onlinebestellungen, auf die vor allem Präsenzrestaurants vermutlich eher wenig gesetzt haben. Des Weiteren ermöglichen solche Lösungen, selbst jetzt, in Zeiten der Krise, einen Teil des Geschäfts aufrechtzuerhalten. Grundsätzlich daher eine Plattform, die gefragter sein könnte denn je.

Wirecard als Profiteur der Krise? Ja, möglich!

Ein solcher Ansatz scheint nicht neu für Wirecard zu sein. Bereits im Vorfeld sind einige Schritte bekannt geworden, durch die der DAX-Zahlungsdienstleister in Zeiten des Coronavirus profitieren kann. Insbesondere bei Händlern hat das Unternehmen eine Offensive gestartet, um den eigenen Handel konsequent zu digitalisieren. Damit könnte Wirecard einen neuen Kundenkreis für sich erschließen. Und eben weiter wachsen.

All diese Meldungen zeigen eine Sache vom Grundsatz her: Der Markt der digitalen Bezahldienstleistungen ist und bleibt ein attraktiver Wachstumsmarkt. Insbesondere die Coronakrise könnte dabei ein Katalysator sein, um viele Prozesse zu digitalisieren, vor allem die Bezahlweise. Das wiederum ist für Unternehmen in diesem Segment ein klarer Vorteil.

Ob diese Veränderungen in den jeweiligen Märkten von Dauer sein werden, bleibt abzuwarten. Um jedoch beim Beispiel der Gastronomie zu bleiben: Dass es hier einen größeren Anteil des digitalen Handels, der Bestellungen im Vorfeld und der Abholungen geben würde, schien eigentlich bloß eine Frage der Zeit. Vielleicht geht die Gastronomie langfristig ebenfalls in eine digitalere Richtung und so mancher Gastronom entwickelt jetzt ein zweites Standbein.

Das Wachstum stimmt, aber …

Wie wir unschwer erkennen können, scheinen Wachstum, die Partnerschaften und Kooperationen in jedweder Art weiterhin zu stimmen. Wirecard wächst, was im Markt der digitalen Zahlungslösungen und in Zeiten des Coronavirus nicht sonderlich schwierig zu sein scheint. Tatsächlich ist das eine Branche, die jetzt floriert.

Ob das für eine Investitionsthese reicht? Das ist eine individuelle Entscheidung. Es gilt jedoch noch immer, dass der Prüfbericht der KPMG ebenfalls Beachtung bei der Beantwortung dieser Frage finden sollte.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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