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Wirecard-Aktie: Warum das Rätsel wohl nie gelöst werden wird

Foto: Wirecard AG

Wirecard (WKN: 747206) hatte im vergangenen Jahr (2019) eine zweite Prüfung seiner Geschäftsabschlüsse für den Zeitraum 2016 bis 2018 angeordnet, um sich endgültig von den Vorwürfen der „Financial Times“ zu befreien, die an den darin angegebenen Zahlen starke Zweifel hervorbrachte.

Intransparentes Drittpartnergeschäft

Hauptgrund dafür ist das sogenannte Drittpartnergeschäft, das 2019 mehr als die Hälfte des gesamten Transaktionsvolumens ausmachte. 2016 bis 2018 lag der Anteil sogar noch höher. Was der KPMG-Bericht nun jedoch eindeutig zu Tage befördert hat, ist die Tatsache, dass dieses Geschäft sehr intransparent zu sein scheint.

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Anders ist es nicht zu erklären, warum KPMG-Prüfer von den Drittpartnern nicht jene Unterlagen erhalten haben, die sie zu einer Bestätigung der Zahlen benötigt hätten. Statt zu einem Befreiungsschlag wurde die KPMG-Untersuchung so also eher zu einem Bumerang, der das Vertrauen in die Wirecard-Aktie empfindlich trifft.

KPMG blieb am Ende nichts weiter übrig, als sich neutral zu halten. Sinngemäß heißt es, dass weder die Existenz noch die Höhe des Geschäftsvolumens über Drittpartner bestätigt noch dementiert werden kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies für Wirecard keine Entlastung. Sie wäre nur bei einer Bestätigung der Zahlen eingetreten.

Hier konnte aber noch nicht einmal die Existenz der Umsätze zweifelsfrei dokumentiert werden. Es bleibt ein fader Beigeschmack, denn aus welchem Grund hätten die Drittpartner ihre Unterlagen zurückgehalten, wenn sie alle in Ordnung sind? Wir werden es wohl nie erfahren.

Auch wenn sich der Zahlungsdienstleister selbst als entlastet ansieht, weil KPMG auch keinen Betrug bestätigen kann, ist er es nicht. Diese Darstellung rückt die Führung eher in ein schlechtes Licht, weil sie genau diese Intransparenzmängel selbst nicht anerkennt.

Mittlerweile fordern Großinvestoren den Rücktritt von CEO Dr. Markus Braun. Intern sind sich die Gremien jedoch darüber einig, dass dies zunächst nicht passieren wird. „Eine Personaldebatte wäre im Moment in keinster Weise zum Wohl des Unternehmens. Eine Ablösung von Herrn Dr. Braun sehe ich heute nicht“, so der neue Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Eichelmann.

Wirecard kämpft um Vertrauen

Auf der anderen Seite unternimmt Wirecard sehr viel, um die Missstände abzustellen. So wurde die Compliance-Abteilung von 100 auf 160 Mitarbeiter erweitert. Zudem kündigte Dr. Braun einen Ausstieg aus dem Drittpartnergeschäft an. Stattdessen möchte der Konzern zukünftig in den betroffenen Ländern selbst eine Lizenz erwerben. Dieser Schritt würde in jedem Fall zukünftig zu mehr Transparenz führen und soll innerhalb der nächsten zwei Jahre umgesetzt werden. Umsatz- und Gewinneinbußen werden deshalb nicht erwartet.

Insgesamt stößt Wirecard derzeit neun Projekte an, um seine Kontrollen weltweit zu verbessern. Der Aufsichtsrat soll ab Juli 2020 um zwei zusätzliche Mitglieder erweitert werden. Einen Wechsel gab es aber schon jetzt. So ist Susana Quintana-Plaza aus dem Aufsichtsgremium ausgeschieden. Sie wird durch die IT-Spezialistin Hauke Stars ersetzt.

Sie war seit 2012 Vorstandsmitglied bei der Deutschen Börse (WKN: 581005) und sitzt zudem bei Fresenius (WKN: 578560) und Kühne&Nagel (WKN: A0JLZL) in den Aufsichtsräten. „Ihr fundiertes Wissen über professionelle Prozesse und Verfahren in international operierenden und börsennotierten Blue-Chip-Unternehmen und ihre exzellente Expertise in IT- und Technologiefragen wird unseren Aufsichtsrat bereichern“, so Thomas Eichelmann.

Fazit

Die KPMG-Untersuchung hat keine Klarheit und Entlastung gebracht, sondern Wirecards Transparenzmängel noch deutlicher offengelegt. Eine komplette Aufklärung über die Geschehnisse in den Jahren 2016 bis 2018 wird es wohl nie geben.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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